Die Justus-Jonas-Kirche zu Salza

Vorgeschichte zum Neubau:
  • März 1947
    • 1. Schreiben von Sup. Führ nach Magdeburg
  • Juni 1948
    • Bartning Notzeitkirche Typ B Form 3 angedacht
    • Kirchenleitungsbeschluss von Magdeburg
  • August 1948
    • Zustimmung vom Zentralbüro in Stuttgart
    • Verzögerung durch Grundstücksprobleme
  • Oktober 1949
    • Baugenehmigung
  • Dezember 1949
    • Austauschvertrag Stadt /Jacobi unterzeichnet

Notkirchen, auch nach dem Architekten “Bartning - Kirche” genannt, entstanden zwischen 1947 und 1951 im Rahmen eines Notprogramms.

Die Grundfinanzierung dieser Neubauten geschah durch Spenden evangelischer Christen in den USA und durch einen Wiederaufbauausschuss des “Hilfswerks der Evangelischen Kirche in Deutschland”. Tragende Konstruktionsteile, Fenster und Türen wurden gespendet. Fundament, Außenmauerwerk und der Rest waren Gemeindesache. Die Spendenmittel betrugen für die „Justus-Jonas-Kirche“ ca. 50.000 DM vom Evangelischen Hilfswerk und ca. 10.000 Dollar vom Lutherischen Weltkonvent. Insgesamt wurden 48 Kirchen geplant. 43 Kirchen wurden gebaut. 41 Kirchen existieren noch. Es gab 2 Grundtypen mit Variationsmöglichkeiten und Anpassung an die örtlichen Begebenheiten.
 

Nutzung von Räumlichkeiten vor dem Bau:

Gaststätte Schrödter - Pfarramt St. Blasii - Freikirchliche Gemeinde - Gaststätte Dittrich - Verwalter Reinhardt - Pfarramt St. Jacobi
 

Zum Bauablauf:

19.11.1949

Erster Spatenstich

09.12.1949Grundsteinlegung an der Kanzel
ab 15.12.1949Aufstellen der Binder
ab 27.12.1949Bau der Wände
ab 25.03.1950Anbau und Sakristei
ab 15.05.1950Schindeldach gedeckt
06.06.1950verzinktes Metallkreuz aufgesetzt
17.05.1950Rosette eingesetzt
16.06.1950Uhr-Glocke v. St. Petri eingebaut
ab 16.06.1950Bänke aufgebaut
27.06.1950Rohbauabnahme
09.07.1950Einweihung durch Bischoff Müller
750 Gottesdienstbesucher
340 Kinder Festkindergottesdienst

Unser Herz erfreut sich am Herrn und wir vertrauen auf seinen heiligen Namen.
Psalm 33.21

Losungswort zur Grundsteinlegung
 

1958 schrieb der Architekt Otto Bartning (1883-1959) folgende Zeilen:

„Herr, gib mir Kräfte, dass ich noch vollbringe,
was Du an Lieb und Leid mir auferlegt.
Lass mir den Kinderblick,
dass staunend ich durchdringedie Welt, die sich nach Deinem Plan bewegt;“
 
„Ich bin bereit, nie wieder ich zu sein,
nur Dein!“  


 

Weitere Ein- und Umbauten:

Vorraum (Schiebetür, Fenster, Fußboden, Decke, Wandschränke) - neue Dachdeckung - Umrüstung der Glocke - neuer Fußboden im Kirchenschiff.

Das Taufbecken kam aus der zerstörten Petri Kirche.
Es stammt aus dem Jahre 1429.

Die Orgel wurde 1953 von den Gebr. Jehmlich / Dresden gebaut und 1966 auf 12 Register ergänzt.

Das Kruzifix im Vorraum erwarb die Gemeinde 1958 von dem blinden Künstler Dario Malkowski.

Pfarrer in Justus Jonas:
Fritz Schulze 1948 - 1958; Johannes Hertel - 1966; Christina Donder - 1980; Herbert Lausch - 1999; Matthias Hänel 2001 -

Katecheten in Justus Jonas:
Herbert Gerhardt, Annemarie Pabst, Brigitte Birkner, Helgard Brüggendick, Gerda Lehnhoff, Anneliese Menard

Gründung der Jungen Gemeinde 19. 10. 1950:
Klaus von der Haegen (1. Leiter), Herrmann Graniewski, Horst Engelhardt, Horst Krause, Gerhard Lehnhoff, Armin Krause, Arnold Leberke

1. Gemeindekirchenrat:
Herr Hirschfeld, Tietz, August, Schröter, Schmidt, Woituschat, Bauer, Frau Bode

Führung des Rendamtes: Herr Pabst

Organistin und Chorleiterin: Frl. Knoblauch

Kirchendiener: Herr Gieseler

Gemeindeschwester: Frau R. Hörber

April 1949: 1. Sitzung des neu konstituierten GKR „St. Nikolai II (West)“; Umbenennung in „Justus-Jonas“.
 

Justus Jonas, eigentlich Jodokus (Jobst) Koch, war Theologe, Freund und Mitarbeiter Luthers; geboren am 05.06.1493 in Nordhausen; Studium der Künste u. Jura; 1518 Dozent für Recht; 1520 Rektor an der Universität Erfurt; Übergang zur Theologie; 1521 mit Luther in Worms; ab 1521 Propst und Theologie-professor in Wittenberg; 1541 Superintendent in Halle; 1546 durch Schmalkaldischen Krieg von dort vertrieben; er war bei Luther in dessen Todesstunde 1546; 1550 Hofprediger in Coburg; 1553 Superintendent in Eisfeld; gestorben am 9.10.1555 in Eisfeld (Coburg); im Gesangbuch (297) finden wir u.a. folgenden Liedvers von ihm:

„Den Himmel hast du und die Erd,
Herr, unser Gott gegründet;
Gib dass dein Licht uns helle werd,
lass unser Herz entzündet
in rechter Lieb des Glaubens dein
bis an das End beständig sein.“

 

Übersicht über die Notkirchen von O. Bartning:

24.10.1948Pforzheim, Auferstehungskirche
19.12.4948Heilbronn, Wichernkirche
16.01.1949Köln-Mühlheim, Ev. Kirchengemeinde
20.03.1949Hamburg-Hoheluft, St. Markus
10.04.1949Aachen, Johanneskirche (nicht erhalten)
17.04.1949Wuppertal-Elberfeld, Johanneskirche
18.04.1949Frankfurt 50, Bethanienkirche
05.06.1949Duisburg-Duissern, Lutherkirche
06.06.1949Würzburg, Martin-Luther-Kirche
19.06.1949Mannheim, Gnadenkirche
19.06.1949Ludwigshafen, Lutherkirche
17.07.1949Kassel, Zionskirche
25.09.1949Berlin, Offenbarungskirche
12.10.1949Gießen, Pankratiuskirche
Oktober 1949Emden, Schweizerkirche
30.10.1949Essen-Frohnhausen, Ev. Kirchengemeinde
06.11.1949Mainz, Lutherkirche
13.11.1949Karlsruhe, Friedenskirche
27.11.1949Wesel, Gnadenkirche
Dezember 1949Hannover-Döhren, St. Petri-Kirche
11.12.1949Hamburg-Eppendorf, St. Martinus
17.12.1949Dresden-Löbtau, Friedenskirche
18.12.4949Hamburg-Schnelsen, Adventskirche
15.01.1950Nürnberg, St. Leonhard-Kirche
12.02.1950Stuttgart, Ludwig-Hofacker-Kirche
26.02.1950Bremen-Gröpelingen, Andreaskirche
05.03.1950Münster, Erlöserkirche
12.03.1950Kiel, Vicelin-Kirche
13.03.1950Dortmund, Paul-Gerhard-Kirche
19.03.1950Darmstadt, Matthäuskirche
16.04.1950München, Kreuzkirche
30.04.1950Bochum-Hamme, Evangelische Kirche
04.06.1950Leipzig-Anger-Crottendorf, Evangelische Trinitatis
09.07.1950Nordhausen, Justus-Jonas-Kirche
10.08.1950Düsseldorf, Dankeskirche (nicht erhalten)
25.08.1950Hannover-Herrenhausen, Zachäuskirche
03.09.1950Vlotho-Wehrensdorf, Kreuzkirche
17.09.1950Rostock, Johanneskirche
29.10.1950Forst-Lausitz, Evangelische Kirche
10.12.1950Worms, Lukaskirche
22.07.1951Stralsund, Friedenskirche
29.07.1951Chemnitz-Borna, Gnadenkirche
12.08.1951Wismar, St. Marien

 

Matthias Hänel
Pfarramt Salza – Niedersalza
Pfarrstraße 8, 99734 Nordhausen
Tel. 03631 984764

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