Die St. Michaelis-Kirche zu Schwiegershausen

Unsere Kirche ist jedes Jahr von Ostern bis Erntedank von 10:00 -18:00 Uhr für Sie verlässlich geöffnet!
Sie sind willkommen, in der Kirche umherzugehen und zu sitzen, zu schauen und zu hören, zu beten und zu medItieren, eine Kerze anzuzünden ader einfach die Ruhe zu genießen.
Sie können in den Bildern der Gemeinde blättern, sich im Gemeindebrief und den anderen Informationen über die aktuellen Dinge in Kenntnis setzen und wenn Sie mögen, Gedanken, Anregungen und Kritik im ausliegenden Gästebuch niederschreiben.
Für mehr als 500 Jahre ist diese Kirche bzw. Kapelle Mittelpunkt der Bewohner von Schwiegershausen gewesen und geblieben. Der Gottesdienst und die Glocken begleiten unzählige Menschen im Alltag und an Feiertagen. Fröhliche und traurige, menschliche Anlässe führen Männer; Frauen und Kinder in dieses Gotteshaus, das ihnen Lebensmut gibt.
Wir wünschen allen Besuchern und Besucherinnen eine wohltuende Begegnung mit unserer Kirche und hoffen, dass dieser Besuch in guter Erinnerung bleibt.

Gottes Segen auf Ihrem weiteren Lebensweg!

Der Kirchenvorstand


Das Kirchengebäude
Der älteste Teil dieser Kirche ist der Sockel des Kirchturmes, der um 1680 errichtet wurde und mit ihm ein Kirchenschiff, denn die Kapelle, urkundlich seit 1271 belegt, wurde abgerissen. Der obere Teil des Turmes wurde Pfingsten 1763 (Ende des 7-jährigen Krieges) erneuert und gleichzeitig mit einer Wetterfahne versehen, die im Kirchturmknopf Dokumente der Dorfgeschichte enthält.
Die Wetterfahne wurde von Johann Friedrich Bode geschmiedet. Sie zeigt einen Engel, der einem kämpfenden Husaren den Säbel zurückhält und einen zweiten Reiter; der mit der Trompete den Frieden verkündet.
Das Kirchenschiff wurde 1800 neu gebaut und 1874 erweitert. 1931 erhielt die Kirche eine Sakristei als Anbau. Ursprünglich war die Kapelle (1271) zu Ehren der Jungfrau Maria errichtet. Seitdem 30. September 1962 führt die Kirche den Namen "Michaelis­Kirche". In den Jahren 2000/2001 wurde der Innenraum der Kirche renoviert. Allein die große Eigenbeteiligung der Schwiegershäuser Dorfbevölkerung ermöglichte die Neugestaltung.

Der Taufstein
Der Taufstein (roter Sandstein) ist nach neuesten Erkenntnissen erst um 1500 entstanden. Die Ornamente führten lange Zeit zu einer älteren Datierung. Der Taufstein wurde vermutlich 1680, als die Kapelle abgebrochen wurde, entfernt. 1936 fand man ihn auf dem Pfarrhofgelände unter Geröll. 1937 wurde der Taufstein, mit einem Sockel (1960/70 erneuert) sowie einer Taufschale versehen, wieder in der Kirche aufgestellt. Die Inschrift auf der Schale lautet im äußeren Rund: »Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod. Auf dass, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket.«
Im inneren Rund: »Durch die Herrlichkeit des Vaters also sollen wir in einem neuen Leben wandeln.«

Gedenken der Kriegsopfer
Zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkrieges 1914 - 1918 wurde 1937 eine Gedenktafel (Sandstein) vom Steinbildhauer Bode (Wulften) gearbeitet. (Entwurf: Architekt Mewes, Hannover). Die Opfer des 2. Weltkrieges 1939 -1945 sind in einem Kriegsopfergedenkbuch, in Ziegenleder gebunden, aufgeführt. Das Eichenpult ist von Tischlermeister Haase aus Schwiegershausen angefertigt worden. Die Erweiterung dieser Gedenkstätte wurde am 7. Mai 1959 (Himmelfahrtstag) vollzogen. In der Dekade "2001.2010 zur Überwindung von Gewalt" gestaltete der Jahrgang der Konfirmanden 2002 gemeinsam mit dem Wulftener Künstler E. Linner ein Mahnzeichen. Es steht vor der Pfarrscheune.

Glocken
Die Kirchturmglocken verstummten jeweils in Kriegszeiten. Überliefert ist, dass bereits 1627 (Dreißigjähriger Krieg) Tillysche Soldaten die vorhandenen drei Glocken: Stundenglocke, kleine und große Glocke vom Turm holten. Im 1. Weltkrieg (1914-1918) wurde die kleine Glocke als Kriegsopfer abgeliefert. Die Glocke wurde 1925 durch Spenden ersetzt. Im 2. Weltkrieg (1939 - 1945) wurde die große Glocke am 10.02.1942 abgeliefert. Diese Glocke fand man 1946 beschädigt auf dem "Glockenfriedhof" (Sammelstelle) in Hamburg. Das Material diente zur Finanzierung einer neuen Glocke, die 1949 in Bockenem (Gießerei Weule) gegossen wurde. Seit Sommer 1960 werden die Glocken mechanisch geläutet.

Chorfenster
Eine Vergrößerung und grundlegende Renovierung der Kirche wurde 1874 durchgeführt. Die Ostwand wurde um einige Meter versetzt, der Kirchraum vergrößert, und die Fenster mit einem Spitzbogen versehen. Die Chorfenster wurden 1960 neu verglast. Die Werkstätte für Glasmalerei und Kunstverglasung Hubert Deininger; Ulm-Donau, führte die Arbeiten nach einem Entwurf von Hans Wochinger, Schwiegershausen, aus. Chorfenster links: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Joh. 8,12
Chorfenster rechts: "Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein In unsere Herzen gegeben." Nach 2.Kor. 4,6

Sakristeifenster
Die 1931 gebaute Sakristei erhielt 1961 ein farbiges Glasfenster; das den Kampf des Erzengels Michael mit dem Drachen beinhaltet. Es steht im engen Sinnzusammenhang mit der Krönung des Sakristeidaches, einem Kreuz, das den Rachen einer Schlange durchbohrt (vgl. Offb. 12,7).

Altar
1799 wurde mit dem Abriss der Kirche auch der vermutlich barocke Altar entfernt. Der heute vorhandene Altar wurde 1806 vom Tischlermeister Müller, Herzberg hergestellt. Bei der Renovierung der Kirche (1970) wurde der Aufgang zur Kanzel entfernt. Farbreste lassen darauf schließen, dass die erste Farbgebung "hell rosé und cremeweiß" ausfiel. Später folgten "gelbgrün Goldbronze und Marmorimitation", bis 1920 "schwarze Absetzungen" einflossen. Bei der Renovierung 2001 wurde die ursprüngliche helle Farbgebung berücksichtigt. Der Fries, der den Altarraum umfasst, wurde dem nun verdeckten Original am Kranzgesims neben der Orgel nachempfunden.

Opferstock
Mit dem Bau der ersten Kirche (1680) könnte der Opferstock geschaffen worden sein, zumindest datiert man das Alter des Opferstockes in das 17./18. Jh. Überwiegend besteht der Opferstock aus einem Eichenstamm. Der Sockel (Laubholz nicht Eiche) ebenso die Tür (Nadelholz) sind wohl auf Restaurierungsarbeiten zurückzuführen. Der derzeitige Zustand wurde 1998 hergestellt, dabei wurden verschiedene Farbreste (schwarz und grün) vorgefunden, die teilweise auch die Eisenbeschläge erfassten, so könnten diese ebenso Im 17./18. Jh. geschmiedet worden sein. Im Opferstock werden die Gaben für die Kirchengemeinde gesammelt.

Das Wappen
Bei den Überlegungen zur Gestaltung eines Dorfwappens fiel die Entscheidung, den Taufstein als richtungsweisendes Symbol aufzunehmen. "Ein geistiger Sinn sollte verkörpert werden, der aber die Zeitepochen hinaus weisen kann" (P. Wachinger). Ergänzt wurde der Taufstein im Wappen durch zwei neigende Ähren, Die auf die tägliche Nahrung hinweisen sollten. "Ein Zusammenhang von Erdnähe und Gottesnähe, Natur und Geist, Zeit und Ewigkeit als Grundvoraussetzung einer echten Dorfgemeinschaft" (P. Wachinger) sollten dargestellt werden.

Texte: A. Schütze / P. H.-M. Kätsch

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