Klettenberg

Der Karstwanderweg verläuft zwischen Mackenrode und Klettenberg ausschließlich über Flächen des Hauptdolomites. Die Oberfläche ist wenig gegliedert, Karsterscheinungen sind hier kaum sichtbar. In Klettenberg lohnt es sich, den etwa 200 m langen Abzweig zum Kalkberg (Kalkbergstraße) zu gehen und bei Wasserführung einen Blick auf die Schwinde und die Quellen zu werfen.

Klettenberg war im Mittelalter der Sitz der Grafen von Klettenberg bzw. Hohnstein. Die Gebäude der Burg waren auf dem Burgberg um den sogenannten „Tempel“ gruppiert. Auf der Bergkuppe, die im Mittelalter wesentlich größer war als heute, stand wahrscheinlich der Bergfried.

Nach dem Aussterben des Klettenberger Grafengeschlechts übernahmen die Grafen von Hohnstein die Herrschaft über die Grafschaft. Während des Dreißigjährigen Krieges und danach begann die Zerstörung bzw. der Zerfall der Burg, so dass heute nur noch Mauerreste und Kellergewölbe zu besichtigen sind.

Von der alten Dorfkirche, die nach dem Neubau der Burgkapelle aufgegeben wurde, ist nur noch der Turm erhalten. Die ehemalige Burgkapelle erfuhr 1704 einen Umbau. In Klettenberg existierte im 17. Jh. eine Münzstätte, in der die Grafen von Sayn-Wittgenstein unterwertige Münzen prägen ließen. Da dies verboten war, wurde die Münzstätte 1690 geschlossen.

GPS-Koordinaten
N 51.5560° E 10.5945°

Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


87. Clettenberg, Burgreste. Clettenberg, Kr. Nordhausen (Grafschaft Hohenstein), Bez. Erfurt.

Name: Clettenberg, Tempel.

Meßtischblatt: 2524/4429 Ellrich; N 17,8; O 19,0.

Allgemeine Lage: Südlicher Vorharz östl. Wasserscheide Elbe-Weser (Helmegau).

Örtliche Lage: 265 m NN auf vortretender Felskuppe, unmittelbar östlich über Clettenberg.

Baugrund: Jüngerer Zechsteingips.

Baumaterial: Gips, Dolomit als Bruchstein in Gipsmörtel.

Beschreibung: Oberburg auf Felskuppe, Bergfried zu vermuten, nur noch unzusammenhängende Mauerreste. Umfang des Burgkerns gering; dazu ehem. Außenwerke von Ringmauer umschlossen; westlich Grundmauern eines Rundturms mit Esse, verbaut. Auf Nordseite starkes Mauerstück. Ehemalige Unterburg durch Gutshof eingenommen. Südwestlich desselben Mauer mit Doppelgraben.

Geschichte: Name „Tempel“ deutet auf frühen Ursprung. Ehem. Gerichtsstätte? Spätere Gerichtsstätte unten im Dorf neben Kirche St. Nicolai. Um 1100 Grafen v. Clettenberg; ab 1253 die Grafen v. Hohnstein bis 16. Jh., Linie Hohnstein-Clettenberg. 1418 Brand, Wiederaufbau. Später wechselnder Besitz: Halberstadt, Brandenburg, Sayn-Wittgenstein. Im Dreißigjährigen Krieg 1625 besetzt durch Tilly, 1636 durch Schweden, dazwischen durch halberstädtische Söldner. Ende 17. Jh. unter Sayn-Wittgenstein Abbruch der alten Oberburg. Errichtung eines neuen Flügels am Fuß, 1790 Herrenhaus. Gutshof.

Lit. u. Abb.: B.u.KDm. Prov. Sachsen XII S. 40 f.; Meyer/Rackwitz, Der Helmegau IV S.93 f. u. Hist. K.; Meyer, ZHV 10 1877 S.125 mit K.; Tillmann, S. 508 u. K. 27 c.

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