Standort Thyratal

Von der Heimkehle geht der Wanderweg an der Hangkante der Schabeleithe immer parallel des Thyralaufes entlang. Die Thyra steht in diesem Bereich als naturnahes Fließgewässer unter Naturschutz. In der feuchten Jahreszeit überquert man einige Quellbereiche. Es handelt sich um Schichtwässer des unteren Buntsandsteins, die hier zutage treten und nach kurzer Zeit wieder versickern oder direkt der Thyra zulaufen.

Im Eiszeitalter führten die kleinen Flüsse Thyra, Krebsbach und Krummschlacht sehr viel Wasser aus dem Harz in das südlich gelegene Vorland. Bei Rottleberode und Uftrungen kam das Wasser mit dem leicht löslichen Gips in Berührung, löste ihn auf und transportierte ihn ab. So schuf sich das Wasser einen Weg durch die Barriere des Gipsgesteins. Während die kleinen Bäche der Umgebung mit ihrer geringen Wasserführung in Bachschwinden versanken, schaffte der mit Krebsbach und Krummschlachtbach vereinte Thyrafluss den direkten Durchbruch zum Helmetal.

In Blickrichtung sieht man mit der Schabeleithe, in der sich die Heimkehle befindet, den einen Rand des Durchbruchstales. In der anderen Richtung ist hinter Uftrungen mit den Seebergen die andere Talseite zu sehen. Mit dem Nachlassen der Wasserführung wurde das Tal mit rund 40 m Sanden, Kiesen und Schottern aufgefüllt. Gips blieb im Untergrund aber noch erhalten. Durch ständige Auflösung des Gipses im Grundwasserbereich kommt es von Zeit zu Zeit in der Thyraaue zu Erdfällen und Absenkungen.

Idealisierter geologischer Schnitt durch das Thyratal

1
holozäne Auesedimente
2
pleistozäne Thyraschotter
3
unterer Buntsandstein
4
Auslaugungsreste
5
Hauptanhydrit
6
Grauer Salzton
7
Sangerhäuser Anhydrit
8
Stinkschiefer
9
Werraanhydrit
10
Zechsteinkalk
11
Kupferschiefer
12
Devon

GPS-Koordinaten
N 51.4951° E 10.9614°

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