Standort Oberhahner Revier

Der Blick nach Norden zeigt eine flachwellige Landschaft. Dieser merkwürdige Landschaftsaufbau wird durch unterschiedliche Gesteine verursacht. Das leicht lösliche Gipsgestein bildet die Geländemulde in Form eines Austaugungstales. Mergliges Kalkgestein schützte den Gips vor weiterer Auslaugung und ließ eine flache Landschaft entstehen, die bis zum Standort ansteigt. Das merglige Kalkgestein nennt man Stinkschiefer. Es handelt sich um plattiges graues Material. Schlägt man eine solche Gesteinsplatte an oder bricht sie durch, kann man am entstehenden bituminösen Geruch erkennen, woher das Gestein seinen Namen erhalten hat.

Am nördlich sichtbaren Waldrand streicht der Kupferschiefer zutage. Er wurde in dieser Gegend seit etwa 1450 abgebaut. Dort liegen hunderte von Pingen des uralten Kupferschieferbergbaus. Es handelt sich dabei um kleine Gruben, die heute kaum noch tiefer als 2 bis 3 m sind. Vor dem Waldrand, auf dem freien Feld, sieht man die Haldenzüge des Oberhahner Reviers. Rund 200 Schächte wurden in der Zeit um 1700 bis 1774 abgeteuft. Dabei wurden auch Höhlen gefunden.

Um 1750 begann eine kurze Blütezeit des Bergbaus in diesem Gebiet. Der Breitunger Kupferschieferbergbau hatte enorme Wasserprobleme, so dass ein neuer Entwässerungsstollen gebaut werden musste. Mit der Schaffung dieses Breitunger Erbstollens musste der Bergbau vorübergehend in andere Gebiete verlagert werden, da man für den Bau des Stollens mehr als zwanzig Jahre kalkulierte. Deshalb wältigte man im Uftrunger Gebiet alte Schächte auf und schuf auch neue Anlagen. 1754 fuhr man im benachbarten Kalkberg einen Entwässerungsstollen auf, der kein Mundloch besaß, da er in eine aufgefundene Höhle entwässerte. Wasser- und Lagerungsprobleme des Flözes machten den Bergbau unrentabel. Als es 1774 feststand, dass der Breitunger Erbstollen nicht fertig gebaut werden konnte, gab man den Bergbau auf. 1774 wurde auch hier die letzte Grube geschlossen. Hundert Jahre später durchgeführte Abbauversuche waren unbedeutend und von kurzer Dauer.

Zusammenhang zwischen Bergbau und Schlotte am Beispiel des Kalkberges bei Uftrungen

GPS-Koordinaten
N 51.4930° E 11.0045°

Index