Standort Uvalas

Südlich des Weges, im ansteigenden Gelände, gerät der Gips unter Buntsandsteinbedeckung. Nördlich des Weges, im Abfallenden, tritt der Gips zutage und bildet eine schöne Karstlandschaft mit ausgeprägten Karsthohlformen. Eindrucksvoll sind die Dolinen. Regenwasser löst an der Oberfläche den Gips auf und sickert auf Spalten in die Tiefe. Das aufgelöste Material wird dabei hinweggeführt. Durch die Auflösung des Gesteines werden im Verlaufe von Jahrhunderten und Jahrtausenden Lösungskrater gebildet. Teilweise entstehen so auch Höhlen. Werden die Räume zu groß, brechen sie zusammen. Dadurch entstehen an der Erdoberfläche Einsturzdolinen. Selbst für den Fachmann ist es schwer, die einzelnen Formen in jedem Falle auseinanderhalten zu wollen.

In Richtung der unterirdischen Entwässerung entstehen Dolinenreihen, die sich allmählich zu Tälern verbinden. Besonders von der Kalkstraße aus kann man solche Täler gut einsehen. In einigen von ihnen erkennt man die Einzeldolinen noch sehr gut. In der Fachsprache nennt man ein solches Tal ein Uvala. In einem Uvala fließt das Wasser niemals oberirdisch, sondern stets unterirdisch ab. Deshalb kann man in diesen Tälern keine Reste eines ehemaligen Bachlaufes finden. Die im Verlaufe von Jahrhunderten von den Hängen herabfließenden Buntsandsteinsedimente haben die Talsohlen teilweise bedeckt und damit die feinen Formen der Gesteinsauflösung verhüllt. Auch die unter den Uvalazügen vorhandenen Höhlen dürften zum größten Teil mit Buntsandsteinschlämmen verstopft und damit für den Menschen kaum je betretbar sein. Uvalas bilden unterschiedliche Lebensvoraussetzungen für Tiere und Pflanzen und stellen wertvolle Biotope dar.

Übersicht über einige Uvalas an der Kalkstraße

GPS-Koordinaten
N 51.4885° E 11.0190°

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