Standort Karolusschacht

Der Wanderweg verläuft im Morunger Auslaugungstal. Im Wald streicht der Kupferschiefer aus. Das war Anlass für einen intensiven Bergbau, der in dieser Gegend seit dem 12. Jahrhundert bekannt ist. Die vielen kleinen Löcher im Wald zeugen davon. Sie waren maximal 10 m tief. Anfänglich begannen Bauern in der vegetationslosen Jahreszeit am Ausgehenden den Kupferschiefer abzubauen. Da das Flöz in diesem Gebiet jedoch sehr steil steht, teilweise fast wie ein Gang mit 70 Grad einfällt, war auf diese Weise nur ein kleiner Bereich abbaubar. Bergleute begannen später Schächte abzuteufen und im Bereich des Flözes das Gestein scheibenartig abzubauen. Wasserprobleme und Probleme der Grubenbelüftung setzten jedoch starke Eingrenzungen. Die großen Halden in der Talmitte sind Überreste des jüngeren Bergbaus. Diese Schächte weisen bereits Teufen von 100 m auf. Sie sind meist am Gonnaer Stollen angelegt, einem sehr alten und bedeutenden Wasserlösestollen mit Mundloch im Dorf Gonna.

Karsterscheinungen sind im Bereich des Wanderweges durch alten Bergbau überdeckt bzw. durch Auslaugungsreste des Auslaugungstales fast vollständig verhüllt. Der Bergbau kam dagegen ständig mit unterirdischen Karsterscheinungen in Berührung. Die große Halde am südlichen Hang des Auslaugungstales gehört zum Karolusschacht. Um 1830 galt dieser Schacht als einer der bedeutendsten im Sangerhäuser Gebiet. Auf dem Schacht war ein Kunstzeug errichtet. Mit gefüllten Wassertonnen als Gewicht wurden die Förderkübel bewegt. Auch unter Tage befand sich eine Wasserkunst, die auf dieser Grundlage funktionierte. Das Wasser wurde in Kunstgräben und Röhren vom naheliegenden Kunstteich herangeführt. Im Jahre 1880 musste dieser Schacht aufgegeben werden, weil die Schachtröhre für den Förderkübel unpassierbar geworden war. Beim Bau des Schachtes hatte man eine Höhle angeschnitten. Diese brachte später so große Probleme, dass der Schacht nicht mehr funktionsfähig war.


Halde des Karolusschachtes

Historische Schachtprofile

Die historischen Schachtprofile des Johannes- und des Karolus-Schachtes zeigen, dass mit dem Abteufen der Schachtröhre schlottiges (höhlenreiches) Gebirge angetroffen wurde. Die Bezeichnung "Schlottenbruch" besagt, dass diese Höhlen schon weitestgehend zerbrochen waren und die Stabilität des Schachtes bedrohten.

GPS-Koordinaten
N 51.5166° E 11.2505°

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