Teufelsbäder

Die Teiche und moorigen Senken am Standort sind die Überreste einer intensiven Ablaugung des Werraanhydrits. Das von der Harzabdachung herunterfließende Wasser geriet am Südrande des Harzes mit Gips und Anhydrit in Kontakt, löste diese Gesteine auf und schuf ein großes Auslaugungstal.

In den Kaltzeiten des Eiszeitalters (Quartär) herrschte mehrere Zehnermeter tiefreichender Bodenfrost (Permafrost). Durch das sommerliche Auftauen verwitterte die oberste, vegetationslose Bodenschicht rasch. Da Schmelz- und Niederschlagswässer im Bodenfrost nicht versickern konnten, kam es zu flächenhaftem Abfließen des Bodens und Gesteinsschuttes. Die Täler wurden so rasch tiefergelegt (periglaziäre Erosion). Später, nach dem Auftauen des Bodenfrostes, kam es, besonders bei Gefällsverflachungen wie hier am Gebirgsrand, zu vermehrten Ablagerung der Schuttmassen, es entstanden die mächtigen Schotterablagerungen der Harzrandtäler. In den quartären Warmzeiten, als das Oberflächenwasser wieder in den Untergrund eindringen konnte, kam es dann zur vermehrten chemischen Korrosion der löslichen Gesteine (Verkarstung). Dieser mehrfach im Eiszeitalter wiederholte Prozess führte zu rhythmischen Taleintiefungen und hinterließ an den Talflanken die als Flussterrassen bezeichneten Relikte der älteren Talböden, im Karstgebiet über Gips oft durch spätere Erdfallbildung, oder wie hier an den Teufelsbädern durch flächenhafte Ablaugung (Subrosion), verstellt oder abgesenkt.

Die zurückgebliebenen Reste des Werraanhydrits lösten sich weiter auf und gaben zur Erdfallbildung Anlass. Bindiges Material (Lehme und Tone) verstopften mit der Zeit die Wasserwege in der Tiefe. Dadurch kam es zur Bildung von Teichen, die im Zuge der Entwicklung durch Pflanzenwachstum verschilften und vermoorten. Heute bilden diese Teiche und Sumpfgebiete wertvolle Biotope. Das Gebiet der Teufelsbäder steht unter Naturschutz. Bitte bleiben Sie auf den Wegen !

 
1 - Quartär, holozäne Auffüllungen
2 - Quartär, Pleistozän, Niederterrasse
3 - Quartär, Pleistozän, Lösslehm
4 - Quartär, Pleistozän, Oberterrasse
5 - Zechstein, Staßfurtdolomit, verbrochen
6 - Zechstein, Werraanhydrit
7 - Zechstein, Zechsteinkalk
8 - Zechstein, Kupferschiefer
9 - Harzpaläozoikum

GPS-Koordinaten
N 51.7067° E 10.2815°

[ MATTERN, Erich (1954): Die Teufelsbäder bei Osterode. Landschaft und Pflanzen. ]

[ GRÄSSE, Johann Georg Theodor (1866-71): Das Teufelsbad bei Osterode & Das Teufelsbad.
In: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2.- Glogau ]

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