Ziegelei Düna - Hottenteich

Der Hottenteich – ein Teil der Subrosionssenke

Die Quellen, Teiche und moorigen Senken in der Niederung sind die Überreste einer intensiven Ablaugung der Gips- und Kalkgesteine im Untergrund. Das vom Harz nach Süden abfließende Wasser, insbesondere die Kleine Steinau, schuf dieses Auslaugungstal (Subrosionssenke). Es kam zur Bildung von flachen Erdfallteichen, die allmählich zu moorigen Senken verlandeten.
Beim Neubau der B 243 in den 1970er Jahren erfuhr die Senke eine starke Veränderung: Sumpfflächen wurden aufgefüllt und planiert, andere humose Erdfallfüllungen wurden weggebaggert, solche bilden mit ihren geschichteten Pflanzenrestablagerungen ein unschätzbares Klimaarchiv; das Bild zeigt einen darin gefundenen Eichenstamm.

Herrschaftliche Ziegelhütte Düna

Wohl schon vor 1678 entstand auf dem gegenüberliegenden sumpfigen Gelände am Hottenteich eine Ziegelei. Verarbeitet wurden Tongesteine (Grauer Salzton und Residualbildungen aus der Zechstein-Zeit), die man auf der Hochfläche, etwa 700 m südlich von hier in kleinen flachen Gruben gewann. Bedient wurde ein regionaler Markt, u.a. fanden Dünaer Ziegel nach einem Großbrand in Zellerfeld und 1722 beim Bau des Harzkornmaganzins in Osterode Verwendung: Ziegelbrenner Andreas Rettstadt, geb. 1678, hatte den Auftrag erhalten, monatlich 2.000 Ziegelsteine, insgesamt 12.000 Stück zu liefern. Der Betrieb endete 1914/15.

Gasthaus Papenhöhe

Etwas weiter nach Osterode zu steht ein 1838 als Ausspannwirtschaft für Fuhrleute und Ausflugsziel auf altem Wehrfundament neu errichtetes Gasthaus, Grund und Boden sowie der Bauherr und Betreiber, J.H. Christian Pape, gehörten verwandtschaftlich zur Ziegelei Düna. Wie die mächtigen Bäume der Eschen-Allee zeigen, verlief hier noch im 19. Jh. die Verkehrsstraße zwischen Osterode und Herzberg. Das Gasthaus verlor ab 1937 (s.u.) seine Bedeutung. 1839 wurde hier König Ernst-August von Hannover bewirtet. Er revanchierte sich mit der Erteilung einer Konzession für eine vollwertige Gaststätte.

Straßen, Brücken und Bahnen

Die Straße am Gasthaus wurde 1937 in die Hottenteichsenke verlegt, die Brücke über die Bahn im April 1945 gesprengt. Die Eisenbahn wurde am 1. Dezember 1868 von Northeim bis Herzberg in Betrieb genommen, zunächst noch mit Haltepunkt Papenhöhe samt Verladegleis und Feldbahn für die Holz-und Gesteinsverladung, später auf Dünaer Antrag hin auch als Haltepunkt Düna-Papenhöhe für den Personenverkehr; er wurde 1963 mangels Inanspruchnahme stillgelegt. Vom hiesigen Wegedreieck führt durch das Forstrevier Rehhagen von 250 m NN ansteigend die Ackerstraße über die Hanskühnenburg und mit 835 m NN bis zum Stieglitzeck (B 242) in den Oberharz.

GPS-Koordinaten
N 51.6893° E 10.2970°

Wegeführungen Ziegelhütte, Papenhöhe, Rehhagen
[ nach Gustav Bierkamp, Düna 1982 ]

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