Zeitungsartikel im Harzkurier, Sommer 1986

Straße zwischen Aschenhütte und Hörden gesperrt

Berg droht zu rutschen !

Aschenhütte (in). Wer in diesen Tagen aus Richtung Herzberg oder Osterode nach Hörden fahren will, der muss längere Umleitungen in Kauf nehmen. Weil zwischen Aschenhütte und Hörden ein Berg zu rutschen droht, wurde die Kreisstraße 7 gestern vom Landkreis Osterode als Straßenträger in einer Blitzentscheidung bis auf weiteres voll für den Verkehr gesperrt. Wegen der akuten Bergrutschgefahr dürfen zur Zeit keine Kraftfahrzeuge auf dieser Straße fahren, ist die K7 auch für Radfahrer und Fußgänger Tabu. Wie lange die Sperrung dauern wird, konnte Kreisbauhof - Leiter Wilhelm Schulz gestern noch nicht sagen. Der Umleitungsweg ist beschildert, hieß es gestern in einer Presseerklärung des Landkreises. Nach bisherigen Informationen unserer Zeitung wird der Straßenverkehr über Schwiegershausen und Hattorf bzw. Herzberg / Auekrug geführt. Von Hattorf bis zur Ortsdurchfahrt Hörden ist die Kreisstraße 7 inzwischen ausgebaut worden. Die Strecke zwischen Hörden und Aschenhütte ist der letzte Bauabschnitt dieser Maßnahme. Als man im Zuge der Bauarbeiten den überwiegend aus Gips bestehenden Berg kurz hinter Aschenhütte "anknabberte", geriet plötzlich Bewegung in den Hang. Inzwischen entdeckten Gutachter, das sich unter der Straße in etwa 9 m Tiefe ein Hohlraum befindet. Ein Erdfall, der sich bis in den Berg hinein fortsetzt. Wie Wilhelm Schulz in diesem Zusammenhang mitteilte, gibt es in dem bewaldeten Hang unterirdische Ströme, die den Gips auslaugen und somit die Hohlräume verursachen. Mittlerweile hat sich oben am Hang auch noch ein großer Riss gebildet. "Wodurch, weiß Keiner", so der Kreisbauhof - Leiter. Was die Experten jedoch wissen, ist, dass nun rund 50.000 Kubikmeter Erdreich, Gehölz und Gestein auf die Straße zu stürzen drohen. Um hier von vornherein jede Gefahr für die Verkehrsteilnehmer auszuschließen, wurde die K7 gestern voll gesperrt nachdem man sie zunächst nur provisorisch hatte absperren wollen. Der Berg wird nun gesichert und unter anderem mit Stützmauern versehen.

In den Jahren vor Beginn der Baumaßnahmen konnte man nach und des öfteren auch schon während abfließenden Hochwässern der Sieber beobachten, wie sich vor dem "Kalkberg", im Bereich der Erdfälle, in der K7 Senkungen (Wellen) bildeten. Und zwar waren die Senkungen spürbar um so tiefer, als dass der Abfluss des Sieberwassers stieg. Somit ist ein erheblicher Grundwasserstrom bergwärts anzunehmen, der sich in den vorhandenen Erdfällen nach oben durchpaust. Durch Ausbesserung wurden diese Schadstellen in der Straße vergangenheitlich beseitigt (Verfüllung durch Teer). Durch die erheblichen Erdarbeiten, die der Ausbau der K7 an dieser Stelle mit sich brachte, konnte man dazu übergehen, die zwei Senkungsstellen mit Stahlbetonplatten abzudecken (wurden an Ort und Stelle gegossen) um darüber die normale Straßengründung fortzuführen.

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