Schulberg

Abris oder Felsschutzdächer am Schulberg über Scharzfeld. Grabungen von Lothar Zotz 1929 enthüllten eine Nutzung oder Besiedlung des Schulberges und seiner Halbhöhlen in der mittleren Steinzeit (vor 10.000 bis 6.500 Jahren).

Die Ergebnisse der Grabungen in der benachbarten Steinkirche gaben den Anlass, in der weiteren Umgebung von Scharzfeld nach Spuren früher Besiedlung zu suchen.

An den schroffen Dolomitfelsen des Schulberges wurde unter den Felsdächern, sogenannten "Abris", gegraben, da diese den Menschen der Steinzeit ideale Lebensbedingungen geboten haben könnten. Die Grabungen wurden im Jahre 1929 an sieben verschiedenen Stellen durchgeführt und waren von Erfolg gekrönt.

In der obersten Fundschicht fanden sich Überreste aus dem Mittelalter, in der mittleren Fundschicht wurden Überreste aus der vorchristlichen Eisenzeit ( 600 - 200 v. Chr.) freigelegt. Die unterste Fundschicht brachte Werkzeuge der mittleren Steinzeit (Mesolithikum, 8000 bis 4500 v. Chr.) zu Tage. Die Felsdächer boten einen Schutz gegen Witterungsunbilden, die schroffen Folsen schützten gegen Überfälle aus dem Hinterland. Von den Siedlungsstellen bot sich ein idealer Blick auf die flache Auenlandschaft des Odertales (Niederterrasse).

Die Grabungen förderten als Tiefstes auch Kiesablagerungen eines älteren, höher liegenden Talbodens des Oder- oder Bremketales zutage. Die Bildung dieser Abris oder Halbhöhlen geht nicht auf echte Karsterscheinungen sondern auf das unterschiedliche Verwitterungsverhalten der Dolomitbänke zurück.

Der Schulberg ist als Naturdenkmal geschützt.

GPS-Koordinaten
N 51.6322° E 10.3832°

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