Winkeltal (1)

Im Walde befinden sich die Überreste eines alten Bergbaus auf Bleierz, der bereits um 1700 verlassen war. 1710 nahm man den Bergbau am Schachtberge wieder auf. 1781 wurde der Abbau wegen geringer Ergiebigkeit eingestellt. Im Wiesenbecker Tal befand sich sogar eine kleine Erzwäsche.

1812 wurde im südlichen Winkeltal erneut mit Bergbauvorsuchen begonnen. 1855 wurde ein 45 Meter tiefer Schacht abgeteuft, in dem der Erzgang angetroffen wurde. Man verfolgte ihn noch 150 Meter weit mit einem Stollen. Ein nennenswerter Bergbau ergab sich jedoch aus diesen Auffahrungen nicht.

Das Bleierz lag als Bleiglanz (PbS) vor. Es war in offenen Bewegungsspalten des anstehenden Dolomits als heiße Lösung eingedrungen, dort erkaltet und auskristallisiert. Über das geologische Alter (Tertiär?) liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Im Bereich der obersten zwanzig Meter verkarstete der Dolomit allmählich, wobei auch der Erzgang angegriffen wurde und zerfiel. So entstanden im Dolomit auch kleine Höhlen, die sich mit zersetztem Dolomitschutt füllten. In diesem Dolomitschutt wurden auch Erzstücke eingebettet. Auf ähnliche Weise entstanden auch gangartige Eisensteinablagerungen die ebenfalls Gegenstand alter Bergbauversuche waren. Wandert man den Karstwanderweg in Richtung Eulenstein, begegnet man diesen Pingen auf Schritt und Tritt.

Zu diesem Thema ist ein Buch erschienen:

LIEßMANN, Wilfried (2001): Kupfererzbergbau und Wasserwirtschaft. Zur Montangeschichte von Bad Lauterberg/Südwestharz.- 472 S., zr. Abb. und Ktn., Duderstadt
(Mecke Druck und Verlag). ISBN 3-932752-82-1


 

GPS-Koordinaten
N 51.6127° E 10.4781°

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