Bahnhof Tettenborn

Senkungen im Gleisbett

Der Bereich des ehemaligen Bahnhofes Tettenborn machte bereits 1930 bezüglich der Standsicherheit des Gleiskörpers Schwierigkeiten. 1987 bildeten sich erneut vier Einsenkungen im Bahnkörper.
Drei im Jahre 1931 durchgeführte Bohrungen blieben bei 17 Meter Tiefe in eiszeitlichen Erdfallfüllungen stecken. Der Bahnkörper wurde in der Auslaugungssenke eines ehemaligen Steinalaufes errichtet, der hier auf einer Störungszone verläuft. Südlich der Gleise steht Werraanhydrit, nördlich Grauwacke des Harzpaläozoikums an. Auch wenn heute kein Flusslauf an der Oberfläche vorhanden ist, gibt es auf dem Störungssystem Wasserzutritte aus der Umgebung. Damit kommt es zu Auslaugungen im Untergrund, die sich von Zeit zu Zeit durch Erdfälle anzeigen. Ein Teil der Wässer fließt nach Südwesten dem Fitzmühlenspring bei Nüxei zu.

Geologisches Profil durch das Störungssystem am Tettenborner Bahnhof

GPS-Koordinaten
N 51.5760° E 10.5437°

Der ehemalige Bahnhof

Hier wurde am 1. Dezember 1869 der Bahnhof Tettenborn-Sachsa eingeweiht. In Spitzenzeiten waren hier 15 Bedienstete beschäftigt, um täglich bis zu 130 Züge zu bewältigen. War es anfangs Personen- und ländlicher Güterverkehr, so entwickelte sich der Raum schnell zu einem Industriestandort samt Wendeschleife und drei Speditionsbetrieben. Umgeschlagen wurden Brennstoffe, Holz, Dünger, Pflastersteine, Gips und Agrarprodukte.

1944/45 wurde der Bahnhof mit westlich angrenzender Baustelleneinrichtungsfläche, Umladerampen und Abzweig einer Feldbahn örtlicher Ausgangspunkt für den Bau der Umgehungsbahn Osterhagen-Nordhausen, der Helmetalbahn. Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und SS-Personal prägten das Bild der Baustellen.
Mit dem Rückgang des Personen- und Güterverkehrs, insbesondere infolge der deutschen Teilung kam 1969 der Abriss des Fachwerkbaus und am 29. Mai 1976 hielt hier der letzte fahrplanmäßige Personenzug.

(Angaben und Abbildungen nach Chronik des Dorfes Tettenborn 2009)


Lilium martagon - Die Türkenbundlilie
Viele Hundert wachsen auf den trocken- halbschattigen
Dolomit- Buchenwäldern im Bottorfer Holz, Tettenborn

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