Bachschwinde in der Straut

Die Senke mit der Baumgruppe ist eine Bach-Schwinde. Hier versinken die Wässer, die aus der westlichen Bartolfelder Feldmark ablaufen. Ein Markierungsversuch vom November 1981 mit 8 kg Uranin erbrachte in der sofort beobachteten Rhumequelle kein Ergebnis, ebensowenig ein Markierungsversuch mit 12 kg Eosin in einer am östlichen Ortsrand von Bartolfelde liegenden Schwinde.

Erklärung: Im Hochgebiet der Westersteine ist unterirdisch eine Wasserscheide zu vermuten, der zufolge der Grundwasserspiegel auf dieser Seite der Westersteine bereits so tief liegt, dass dahin abströmendes Wasser nach Osten in das Elbe-Einzugsgebiet abfließt. Ob es am Salzaspring (nordwestl. Nordhausen) wieder hervortritt, konnte 1981 infolge der deutschen Teilung noch nicht erkundet werden.

Bei Extremniederschlägen kann es vorkommen, dass die Kapazität der Bachschwinden nicht ausreicht und das Wasser überläuft, wie folgend im rechten, oberen Foto zu sehen.

Derartige Wasserschwinden gibt es im Karst recht häufig. Eine Wasserreinhaltung ist in einem solchen Gebiet eine zwingende Notwendigkeit. Da Karstwasser in weiten Spalten, Klüften und Höhlen fließt, unterliegt es kaum einer Selbstreinigung. An dieser Stelle eingeleitete Wasserschadstoffe können über viele Kilometer hinweg verfrachtet werden und gelangen somit an Stellen der Trinkwassergewinnung.

Vulnerabilität

Das ist die Verletzlichkeit des Grundwassers. In Karstgebieten erfährt – anders als in Sandgebieten mit ihrem guten Filtervermögen – das Grundwasser auf seinem unterirdischen Weg von der Schwinde zur Quelle fast keine Reinigung. Um so wichtiger ist es, in Karstgebieten das Einzugsgebiet der Quellwässer zu erkunden, um es von substantiellen Gefährdungen freizuhalten. Die oben geschilderten Versuche dienten seinerzeit der Festlegung des Einzugsgebietes der für die Trinkwassernutzung heranzuziehenden Rhumequelle.

Die Zeichnung zeigt in blau die bekannten Bachschwinden am Südharz und in rot die kleineren und größeren Karstquellen. Im Gebiet der Straut deuten die Fragezeichen auf einen nicht genau festzulegenden Grenzbereich zwischen Rhumequelle und Salzaspring.

GPS-Koordinaten
N 51.5978° E 10.4487°

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