Schwinde Steingraben

Schwinde und Trockental

Der Standort befindet sich im Steingrabental am Ende des oberirdischen Bachlaufes, der hier im Untergrund verschwindet. Er entwässert von der Elbe-Weser-Wasserscheide in Richtung Osten die Feldmark südlich von Osterhagen. Die Schwinde selbst ist nicht durch einen Weg erschlossen. Die Trassenführung des Karstwanderweges in Richtung Osten folgte bis Juni 2006 auf Teilstrecken der 1944 / 1945 gebauten Helmetalbahn.

Der genaue Ort der Schwinde ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer weiter bachaufwärts gewandert. Noch vor etwa 40 Jahren versank die Steina etwa in Höhe des Standortes dieser Tafel.
Vom Standort aus bleibt das Steingrabental in Richtung Osten heute ein Trockental. Der Steingraben verschwindet im plattigen und gut klüftigen Dolomit. Dieser löst sich ebenfalls im Wasser und bildet Karsterscheinungen, wenngleich bedeutend langsamer als der für den Karstwanderweg typische Gips.

Vertiefungen im Verlauf des Trockentales deuten ehemalige, heute längst trocken gefallene Bachschwinden und nachfolgend gebildete Erdfälle an. Nur bei ergiebigen Frühjahrshochwässern und Schneeschmelzen reicht das Schluckvermögen der Schwinde nicht aus, das überfließende Wasser füllt noch mehrere nachfolgende Vertiefungen bis kurz vor der Bundesstraße, verschwindet dann aber auch hier in den Untergrund. Auch die Steina, zu dem der Steingraben einst floss, verläuft heute fast das ganze Jahr über unterirdisch.

Es ist anzunehmen, dass die Karstwässer auf Klüften und Höhlen dem Salzaspring bei Nordhausen zufließen und dort als Flüsschen Salza wieder an das Tageslicht kommen.

Die Steingrabenschwinde bei Niedrigwasser im Winter
Das Steingrabental unterhalb von hier nach der Schneeschmelze

Naturschutzgebiet "Steingrabental - Mackenröder Wald“

Das ca. 600 ha große Schutzgebiet ist ein repräsentativer Bestandteil der Südharzer Gipskarstlandschaft an der Landesgrenze zu Thüringen. Aufgrund der hohen Löslichkeit des Gipsgesteins ist das Gebiet stark verkarstet und weist als typische Karsterscheinungen z.B. Bachschwinden, Karstquellen, Trockentäler und Erdfälle auf. Folge des Verkarstungsprozesses ist auch das bewegte Relief, das zusammen mit dem Wechsel von Wald, Grünland und Sukzessionsflächen zu einem sehr reizvollen Landschaftsbild geführt hat. Die geologisch bedingte Standortvielfalt und eine eher extensiv betriebene Forst- u. Landwirtschaft haben im Mackenröder Wald ebenso wie im angrenzenden grünlandbetonten Offenland zu einer artenreichen und seltenen Tier- und Pflanzenwelt geführt. Besonders wertvoll sind die Lebensgemeinschaften der Bach-Erlen-Eschenwälder und der ganzjährig oder nur periodisch wassergefüllten Erdfälle. Natur erleben ohne zu stören: Bleiben Sie bitte auf den Wegen und führen Sie Hunde an der Leine!

GPS-Koordinaten
N 51.5786° E 10.5014°

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