Ochsenburg

Wir befinden uns hier an dem bekannten Bergsporn "Ochsenburg". Diese Flurbezeichnung hat nichts mit einer mittelalterlichen Burganlage zu tun, nachweislich gab es aber eine alte - offensichtlich burgähnliche - Siedlung der Bernburger Gruppe.
In Urkunden des Walkenrieder Klosters aus dem 14. Jahrhundert wird diese Bergkuppe als "Ossenborch" und "Hossenborch" bezeichnet. Dies dürfte darauf hinweisen, dass hier das Vieh in Kriegszeiten ins Versteck getrieben wurde.
 

Besonders wertvoll ist dieses Gebiet wegen der Trockenrasenhänge mit europaweit seltenen und daher gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

Neben zahlreichen anderen Arten blühen hier von März bis Juni nacheinander:

Adonisröschen
Bergsteinkraut
Astlose Graslilie
Federgras

Durch das Ausbleiben der Schafbeweidung kommt es zur Verbuschung der offenen Bereiche. Dadurch ändern sich die Licht- und Klimaverhältnisse, was einen Artenrückgang zur Folge hat.

Die europaweit einzigartige Pflanzenwelt der Ochsenburg entstand durch menschlichen Einfluss, durch Rodung und Beweidung.
Die angelegte Banjes-Hecke erfüllt einen wichtigen Schutz. Sie bietet Brut- und Rückzugsmöglichkeiten für zahlreiche Tiere.

Die "Ochsenburg" ist Teil des Naturschutzgebietes Süd-West-Kyffhäusers. Naturschutzgebiete sind letzte Areale, um selten gewordene Tiere und Pflanzen der Nachwelt zu erhalten. Um die Eigenart und Seltenheit dieses Gebietes zu bewahren, möchten wir darum bitten, alle Handlungen die zu dessen Veränderungen oder Beeinträchtigungen führen, zu unterlassen.

Verzichten Sie bitte auf das Betreten der empfindlichen Trockenrasen. Damit tragen Sie dazu bei, dass keine weiteren Trampelpfade entstehen.

GPS-Koordinaten
N 51.3855° E 11.0367°

Der Höhlenforscher Dr. Ing. Friedrich Stolberg schrieb 1968 in seinem Buch
„Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“


315. Ochsenburg, Burgwall. Steinthalleben, Kr. Artern (Unterherrschaft Frankenhausen), Bez. Halle (Schwarzburg-Rudolstadt).

Name: Ochsenburg.

Meßtischblatt: 2614/4632 Frankenhausen; N 5,1; W 11,4.

Allgemeine Lage: Westrand des Kyffhäusergebirges (Nabelgau).

Örtliche Lage: 240-260 m NN auf nach Westen aus dem Kyffhäuserrand vorspringender steiler, felsiger Bergnase, 1 km südöstlich Steinthalleben.

Baugrund: Älterer Zechsteingips.

Beschreibung: Die Gipfelfläche fällt nach Norden, Westen, Süden mit spaltendurchsetzten Gipsfelsen ab, sie ist von Natur aus stark bewegt, so daß sichere Schlüsse auf künstliche Befestigungen schwer zu ziehen sind. Vielleicht ist eine wallähnliche Erhöhung am Übergang zur Hochfläche im Osten als künstlich anzusprechen. Grabung erforderlich (Grimm). Im Innern des Burggeländes durch mehrfache Grabungen angeschnittene dicke Kulturschicht der Walternienburg-Bernburger Kultur (Grimm). Vgl. unter „Funde“.

Geschichte: Keine urkundliche Nennung. Funde jungsteinzeitlich.

Funde: Walternienburg-Bernburger Kultur mit reicher Keramik, Lehmbewurf, Tierknochen und Steingeräten, darunter Schiefermesser; Mus. Berlin, Mus. Weimar. Sammlung Steinthalleben; zur Zeit Mus. Kyffhäuser und Mus. Halle. Stichverzierte schnurkeramische Amphoren; Mus. Landsberg (Angaben nach Grimm, a.a.O.).

Lit. u. Abb.: Grimm, 1930 S. 16, 37 u. Lagebild Taf. 5; Grimm, 1958 Nr. 32 u. K. Abb. 7 u. Abb. Taf. I a; Götze-Höfer-Zschiesche, 1909 S. 156 u. K.; Meyer, ZHV 4 1871 S. 285; Meyer/Rackwitz, Der Helmegau 1890 K.; Möller, Geschliffene Messer aus Kieselschiefer von einer Bernburger Siedlung, Mitt. der Anthropolog. Gesellsch. Wien 57 1927, Sitzungsber. S. 89 ff.; Schlette, 1953 S. 173; Stein, Lageskizze 1:1000.