Die Solbrunnen im Quellgrund

Die Geschichte der Stadt Frankenhausen ist über fast ein Jahrtausend eng mit der Solquelle ("Solbrunnen") verknüpft, die in einem Erdfall der nördlichen Innenstadt zu Tage tritt und 998 erstmals urkundliche Erwähnung findet. Die Gewinnung von Siedesalz erreichte besonders um 1600 eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung, erlag dann im 18. Jahrhundert aber zunehmend der Konkurrenz. Eine Darstellung zur Geschichte der Saline gibt WALTER (1986). Um die Sole aus einem Schacht vom Grund des Erdfalls mittels Paternosterwerken zu fördern, waren Wasserkünste erforderlich. Sie erhielten ihr Aufschlagwasser durch die Kleine Wipper. Die Anlagen sind nicht erhalten. WIRTH (1972) beschreibt die Technologie der Soleförderung der Frankenhäuser Saline im 17. und 19. Jahrhundert ausführlicher. Nachdem die vergleichsweise späte Einführung der Dorngradierung in Frankenhausen 1793 zu einer vorübergehenden Ertragssteigerung geführt hatte, wurde von 1854 bis 1857 durch Carl Gotthelf KIND (1801 - 1873) zur Erlangung gesättigter Sole im Erdfall selbst eine 372 m tiefe Bohrung niedergebracht, deren technikgeschichtliche Bedeutung MEUSKENS (1989) würdigt. Die Salzproduktion wurde während des 2. Weltkrieges eingestellt. Die Einführung des Kurbetriebes durch Gründung eines Solbades 1818 verdankt Frankenhausen (ab 1927 Bad Frankenhausen) dem Arzt Wilhelm August Gottlieb MANNISKE (1769 - 1835).

Erhalten sind heute noch zwei der historischen Solbrunnen.

Einer ist die sogenannte Schüttschachtquelle.
Sie ist in Beton gefasst und abgedeckelt.
Der andere, die Elisabethquelle, besitzt eine kleine klassizistische Quellfassung.

Zur Erschließung möglichst hochprozentiger Sole wurden zwei Bohrungen niedergebracht, fertiggestellt 1857 (s.o.) und 1866. Sie erreichten in Tiefen von 343 m und 346 m Staßfurtsteinsalz (SCHRIEL 1926). Im Jahr 1978 wurde erneut eine Solebohrung von 55 m gestoßen. Die Salzgehalte schwanken je nach Bohrloch und Bohrungstiefe zwischen 0,7 und 28%. Die gegenwärtige Solenutzung erfolgt durch die Kyffhäuser-Therme und durch therapeutische Anwendung im Kurbetrieb. Der Soleüberlauf wird durch den "Gelgen" in den Solgraben abgeführt, der bei Artern in die Unstrut mündet.
 

Literatur:
GÜNTHER, H.: Auslaugungserscheinungen am Kyffhäuser-Südrand und ihre Auswirkungen in Bad Frankenhausen. - Veröff. Kreismuseum Bad Frankenhausen, Bad Frankenhausen 3 (1971), S.81 -106

MEUSKENS, W: Ein Beitrag zur Pfännerschaftlichen Saline Frankenhausen am Kyffhäuser im ehemaligen Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt. -Kali und Steinsalz, Essen 10 (1989) 415: S. l17 -130

SCHRIEL, W.: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen, Lieferung 9, Blatt Frankenhausen, Gradabteilung 56/41. Zweite Auflage [mit einem bergbaulichen Teil von E. FULDA]. - Preuß. Geol. LA. Berlin, Berlin 1926; 64 S.

WALTER, H.: 2000 Jahre Salzproduktion am Kyffhäuser. - Veröff. Kreismuseum Bad Frankenhausen, Bad Frankenhausen 10 (1986) S. l76

WIRTH, H.: Das Frankenhäuser Salzwerk. Ein Beitrag zur Geschichte der Technik und zur Technologie der Kochsalzgewinnung. - Wissenschaftliche Zeitschrift der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar, Weimar 19 (1972) I, S. 89 - 99

GPS-Koordinaten
N 51.3594° E 11.1024°