ehem. Schacht Gut Glück II

- Kupferschiefer-Bergbau um Badra -

Das Feld "Gut Glück" war durch zwei Schächte erschlossen. Der ältere von beiden war um 1850 im nordöstlichen Teil der Flur Badra abgeteuft worden und war 60 m tief, wobei neben dem Kupferschiefer die liegenden Sanderze aufgeschlossen waren.

Der jüngere der zwei Schächte (Standort) lag östlich von Badra und war bis 1908 noch offen. Er erreichte bei 235 m Teufe das Schieferflöz (0,30 m) und das Sanderz (0,10 m). Von der Sohle des Schachtes wurden (wohl im Streichen des Flözes) drei Strecken vorgetrieben, je eine nach Westen (240 m), nach Osten (130 m) und nach Norden (301 m). Aus dem Betriebsplan für das Jahr 1901 geht hervor, dass beim Vortrieb mehrere Störungen ("Verwerfungen") angetroffen worden sind. Eine davon verlief dem Streichen parallel. In der Weststrecke wurden bei 210 m bzw. 240 m vom Füllort entfernt kurze Strecken im Ansteigen und im Einfallen des Flözes vorgetrieben,"um möglichst aus dem Bereiche der Verwerfung zu kommen."
Aus heutiger Sicht ist dies von Interesse, da Störungen in dem betreffenden Gebiet auf den amtlichen geologischen Karten nicht eingezeichnet sind.

Betriebstechnisch war der Schacht mit allen Einrichtungen für einen Förderwagenbetrieb ausgestattet. Nach Stillegung des Bergbaus ist der Schacht nicht zugestürzt worden, weil einer späteren Wiederaufnahme von Seiten der Bergbehörde keine zusätzlichen Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden sollten. In den oberen Teilen war der Schacht mit Holz ausgezimmert, ansonsten stand er im festen Gebirge. Der Schacht war aber vermutlich bis nahe zur Ackersohle abgesoffen. Von September 1951 bis Mai 1952 wurde versucht, den Schacht wieder aufzuwältigen. Die Versuche wurden bei ca. 42 m eingestellt, nachdem sich ein tödlicher Unfall ereignet hatte und es Probleme mit zusitzenden Wässern gegeben hatte.


Lage Schacht Gut Glück II auf einer Karte von 1936

Der Ansatzpunkt des Schachtes Gut Glück II, direkt südlich des Fahrweges Steinthaleben - Badra, ist noch heute gut zu erkennen. Das Gelände ist eingezäunt. Direkt neben dem Schacht befindet sich der Rest einer Halde. Eine größere Halde, die über Jahrzehnte als Müllbuddel gedient hatte, wurde im Oktober 1989 abgetragen mit Erde abgedeckt. Sie ist im Gelände nicht mehr zu erkennen.

Literatur:
BRUST, M. K. & KUPETZ, M. (Eds): Karst und Altbergbau am Kyffhäuser. Salz, Kupfer, Gips, Alabaster.- Exkursionsführer und Veröffentlichungen der GGW, Nr. 225; 9 Beiträge von 6 Autoren, 50 Seiten, 12 Abb., 3 Tab., 76 Literaturangaben

Bezug über:
Dr. M. Lapp, LfUG, Halsbrücker Str. 31a, D 09596 Freiberg, (03731) 294183
Manuel.Lapp@lfug.smul.sachsen.de

GPS-Koordinaten
N 51.4008° E 10.9899°