Stausee Kelbra

Das Rückhaltebecken Kelbra ist eines der wichtigsten Objekte der Hochwasserschutz- und Meliorationsmaßnahmen für die Helme-Unstrut-Niederung.

Es schützt die talabwärts gelegenen Auen vor Hochwasserschäden, erhöht bei Niedrigwasser die Wasserführung der Helme, liefert in den trockenen Zeiten der Vegetationsperiode Brauchwasser für die Bewässerung von 8000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, dient der Fischzucht und ist als große Wasserfläche Hauptanziehungspunkt des Erholungszentrums Kelbra. Besonders nennenswert ist die artenreiche Vogelwelt des Stausees.

Die bis 4 km breite Helmeaue in der Umgebung des Stausees zeigt deutlich alle Eigenschaften der durch Überschwemmung und zu hohen Grundwasserstand gefährdeten Salzauslaugungssenke Helme-Unstrut-Niederung. Mit 1,72% war das natürliche Gefälle der in vielen Windungen mäandrierenden und daher zu langsam fließenden Helme zu gering, um bei Hochwasserzeiten die oft fünf- bis zehnfache Wassermenge der normalen Mittelwasserführung (2,5 m) in ihrem Bett abführen zu können. Durch die Sedimentation der mit der Hangabspülung in den Fluss gebrachten Sinkstoffe hat die Helme ihr Bett stellenweise so stark erhöht, dass ihr Wasserspiegel - begünstigt durch natürlich entstandene Uferwälle und künstliche Dämme - stellenweise über dem Niveau der Aue liegt. In der Aue selbst steigt der Spiegel des mit dem Flusswasser in unterirdischer Verbindung stehenden Grundwassers bei Hochwasserzeiten über die Oberfläche. Bei der Schneeschmelze im Frühjahr und den Starkregen im Sommer kam es zu Überschwemmungen mit Schäden für Landwirtschaft, Verkehrswege und Gebäude. In früh- und hochsommerlichen Trockenzeiten hingegen, während der die Helme oft nur ein Fünftel der Mittelwassermenge führt, litten die Auenflächen oft unter Trockenheit.
 
Gestautes Gewässer:Helme
Einzugsgebiet:677,40 km
Jahresabflussmenge:185 Mio m
Hauptdamm:Länge 4066 m
Höhe über Talsohle 12,70 m
Dammvolumen 435.700 m
Nebendamm:Länge 3379 m
Inbetriebnahme:1969
Wassertiefe:bis 4,5 m
 
Ursprünglich als grünes Rückhaltebecken geplant, später aber durch den Nebendamm in Dauerstaubereich und Hochwasser - Schutzraum getrennt.
Dauerstau:12,30 Mio m
Wasserfläche bei Dauerstau:600 ha
Vollstau:35,60 Mio m
Wasserfläche bei Vollstau1430 ha
Zweck:Hochwasserschutz, Niedrigwassererhöhung, Fischzucht, Naherholung, Vogelschutzgebiet
Unterhalt:Land Sachsen-Anhalt Staatliches Amt für Umweltschutz Halle an der Saale
 
Bannung der Hochwassergefahr, Senkung des zu hohen Grundwasserspiegels und Bewässerung in den Trockenzeiten lautete die Aufgabe der 1957 bis 1975 laufenden Meliorationsmaßnahmen. Sie wurde gelöst durch den Ausbau der Helme, der Unstrut und der Hauptkanäle, durch die Beseitigung abflusshemmender Flussschlingen wie an der Helme zwischen Roßla und Wallhausen, durch den Ausbau der Binnengräben, die der Entwässerung und der Bewässerung zu dienen haben, und durch den Bau mehrerer Rückhaltebecken wie das von Kelbra an der Helme und das von Stempeda am Krebsbach, einem wasserreichen Nebenbach der bei Berga in die Helme mündenden Thyra. Sie wurde zugleich auch gelöst durch den Bau von Schöpfwerken wie der bei Artern, Kalbsrieth, Esperstedt, die mittels Pumpanlagen Grundwasser aus der Aue in die Flüsse und Kanäle überführen und so den Grundwasserspiegel senken. Die Bewässerung in den Trockenzeiten erfolgt vor allem durch Wassereinleitung aus den Flüssen in die Gräben und durch Beregnungsanlagen.

Der umfangreiche Erholungskomplex am Südrand des Stausees beherbergt ein Strandbad, einen Zelt- und Campingplatz sowie gastronomische Einrichtungen und Ferienbungalows. Den Besuchern stehen Ruderboote und Zelte, Sonnenschirme und Liegestühle leihweise zur Verfügung. Auch die Freunde der Freikörperkultur finden einen separaten FKK-Strand. Windsurfer und Segler schätzen die oft böenarme Brise auf dem Stausee.

[ www.stausee-kelbra.de ]

GPS-Koordinaten
N 51.4290° E 11.0234°