Das Moosloch


Blick über die Mooroberfläche des Moosloch auf die Erdfallböschung

Das Moosloch befindet sich ca. 6 Kilometer westlich von Nordhausen und ca. 35 Kilometer südöstlich vom Aschenhütter Teich. Bei dem Moosloch handelt es sich um ein Kesselmoor, welches sich in einem Erdfall entwickelt hat. Dieser Erdfall gehört zu einer Gruppe von insgesamt drei Erdfällen (Großes und Kleines Seeloch, Moosloch) auf dem Top des Seeberges.


Geographische Lage des Mooslochs
(Kartenausschnitt aus TK 25 4430, Blatt Nordhausen Nord)

Stratigraphisch befinden sich die Erdfälle im Unteren Buntsandstein (su) und sind durch den Einsturz eines Hohlraumes im liegenden Zechstein entstanden. Der Buntsandstein hat am Standort Moosloch eine Mächtigkeit von ca. 90m, was aus der "Tiefbohrung Hochstedt" abzuleiten ist. Die Tiefbohrung Hochstedt wurde an der Straßenabzweigung der B 243 nach Hochstedt ca. 900 m westlich vom Moosloch niedergebracht (TAUCHMANN 1990).
Der Moosloch-Erdfall ist nahezu kreisrund und verfügt über einen Durchmesser von ca. 70m an der Geländeoberfläche und ca. 40 m an der Mooroberfläche. Die Erdfallböschung ist ca. 6-8m hoch. Nach den Beobachtungen TAUCHMANNs (1990) hängt der Wasserspiegel im Moosloch allein von den Niederschlagsverhältnissen ab. Bei höheren Wasserständen bildet sich der für Kesselmoore typische Wasserkranz ( vgl. Abb. vom Butterloch ). Zum Zeitpunkt der Probennahme im August 2000 war der Erdfall vollständig trocken gefallen, jedoch war der bei höheren Wasserständen vorhandene Wasserkranz durch eine rundum laufende Randsenke zu erahnen. Nach TAUCHMANN (1990) beträgt der pH-Wert des oberflächlichen Moorwassers 5,5. Die Nährstoffverhältnisse wurden jedoch nicht ermittelt. SUCCOW & JESCHKE (1990) ordnen Moore mit einem pH-Wert zwischen 4,8 bis 6,4 als subneutral ein.
Auf der Mooroberfläche dominieren 50 bis 60 schlanke Moorbirken von bis zu 15m Höhe. Die Birken sind die einzigen Bäume im Moorbereich, andere treten kaum über das Keimstadium hinaus. Die Krautschicht ist vom Dornigen Wurmfarn und dem Breitblätterigen Dornfarn bedeckt. Torfbildende Pflanzen (z.B. Sphagnum) fehlten zum Zeitpunkt der Probennahme (August 2000).
Die etwa um 30 Grad geneigte Böschung des Erdfalls ist mit der Gemeinen Esche, mit teils abgestorbenen Fichten, Vogelkirschen sowie von Stieleichen, Schwarzerlen, verwilderten Hauszwetschgen, Schwarzem Holunder und Schlehdorn bewachsen. Das direkt angrenzende Umfeld vom Moosloch wird intensiv landwirtschaftlich genutzt.

GPS Koordinaten
N 51.5156° E 10.6956°
 
Text und Grafik aus:DEICKE, Matthias (2003): Erdfallablagerungen des südlichen Harzvorlandes - Archive der Umweltgeschichte der letzten Jahrtausende.- Diss. Georg-August-Univ. Göttingen