Impressionen vom Nussteich

Der Nussteich 1980: Die Überschwemmung des Nixseebeckens bis zur Fahrbahnkante der B 243 durch Rückstau an der Schwinde bedeutet einen Anstieg des Wasserstandes um etwa 9 Meter! Die Gelbe Sitzbank stand auf dem 1972 angelegten und Anfang der 90er Jahre aus Naturschutzgründen wieder abgetragenen Damm eines unmittelbar nördlich angrenzenden Fischteiches, mit dem der Fitzmühlenbach aufgestaut war. Das Bild zeigt, wie hoch hier das Wasser stand, in dem es auch diesen Damm überflutet hat.
 
 
Das trockengefallene Steinabett gleich oberhalb Nüxeis im Mai 1982, Aufnahme von der Straßenbrücke nach Nordosten.

 
 
Der Quellaustritt des Fitzmühlenbaches unter der Gipssteilwand im Jahr 1982 bei höherem Abfluss. Hier entspringen die unterirdischen Höhlenbäche der Großen und der Kleinen Trogsteinhöhle. Der größere Wasseranteil entstammt dem im Großen Trogstein (heute Steinbruchsgebiet) versinkenden Zehngärtenbach. Diese Verbindung konnte Hugo Haase 1936 durch Markierung mit Steinsalz nachgewiesen. Die Verbindung vom Kleinen Trogstein her wurde 1977 durch eine Havarie mit mehreren Kubikmeter Heizöl in Tettenborn-Kolonie unfreiwillig nachgewiesen.

 
 
Um in den ersten Phasen eines hochwasserbedingten Rückstaus der Nussteichschwinde ein rückwärtiges Überfluten der bewirtschafteten Wiesen zu vermeiden wurde Anfang 1980 ein flacher Damm am wiesenseitigen, also westlichen Ufer des Nussteiches angeschüttet. Dieser unterbricht noch heute das natürliche sanfte Gefälle des Geländes.

 

Im Frühjahr 1982 führte ein plötzlich einsetzendes starkes Hochwasser der Steina zum Anspringen mehrerer Quellen auf der Springwiese. Dies ist das flache Wiesengelände vor der Fitzmühlenquelle, der obere Teil des Blindtales des Fitzmühlenbaches. Drei Quellgruppen sind aktiv: Die Fitzmühlenquelle, Quellen nördlich neben dieser am Fuß des Wäldchens; sie liefern Wasser des örtlichen Einzugsgebietes oberhalb des Hanges, weiterhin die im Bild gezeigte episodische und nur sehr selten anspringende Quelle. Sie liefert auf der anderen Seite des Römersteines versinkendes Flusswasser der Steina, das den aus Dolomit des Zechstein und Kiesen der elsterkaltzeitlichen Oberterrasse aufgebauten Höhenrücken durchdringt. Anfangs war hier nur die Grasnarbe auf mehreren Quadratmetern blasenartig aufgewölbt und das Wasser kam in mehreren kleinen Fontänen durch die Maulwurflöcher herausgeschossen. Nach dem Aufreißen der Grasnarbe entsprang für ca. 2 Tage der im Bild gezeigte Bach. Der im Hintergrund zu sehende Teich ist der oberste der 1972 angelegten und inzwischen aus Naturschutzgründen zurückgebauten Angelteiche. Beim Höchststand der Überflutung, wenige Tage nach der gezeigten Aufnahme war etwas Hübsches zu sehen: etwa dort, wo der Kopf der blau gekleideten Person hinweist, blühte an der Böschung bereits ein Himmelsschlüsselchen. Es geriet für 1 bis 2 Tage unter Wasser und ein Karpfen schwomm neugierig um die gelbe Blüte herum! Solche Phänomene sind für die Karstgewässer am Südharz zwar selten aber dennoch typisch.
 

Anfang Mai 1982 war das gesamte Nixseebecken mitsamt dem Blindtal des Fitzmühlenbaches hochwasser- und rückstaubedingt geflutet. Für die damalige Fichzucht in den insgesamt vier Teichen dreier verschiedener Eigentümer ein großes Problem: ihre Fische schwammen alle durcheinander! Die Teichkette wurde - bis auf den älteren Nussteich - anfangs der 90er Jahre durch den Landkreis Osterode mit Förderung durch das Land Niedersachsen aufgekauft und das Formeninventar des außerordentlich seltenen Blindtales durch Renaturierung wieder hergestellt.
 

1979 war die Schüttung aus dem Pfitzmühlenspring stark zurückgegangen und die Höhlenforscher machten einen ersten erfolgreichen Erkundungsversuch. Rücklings im ca. 30 cm hohen Höhlenbach liegend, die Nase in der Höhlenluft, konnte die nur ca. 60 cm hohe Höhle auf fast 100 m befahren und vermessen werden. Obwohl vom Heizöl aus der Havarie von 1977 nichts mehr zu sehen war, entwichen aus dem beim Kriechen aufgewirbelten Höhlenschlamm zunehmend stärker werdende Öldämpfe. Z. T. in Panik verließ man die höllisch enge Quellhöhle. Da war der damalige Angelteich gerade das rechte Gewässer zur Körperpflege.
 

Im Spätwinter 1980/81 kamen schlagartig Schneeschmelze und ergiebige Niederschläge zusammen und füllten das Nixseebecken bei Nüxei bis zum Höchststand, d.h. bis zur Bankette der B 243. Auch die Angelhütte am südöstlichen Teichufer, damals noch auf Pfosten und mit Geländer, war halb geflutet. Dann setze sehr scharfer Frost ein und der Hochwassersee fror mit einer tragfähigen Eisdecke zu. Darunter stieg das Wasser zunächst allmählich weiter. Die Eisdecke begann an der Angelhütte zu zerren und hob sie vorne an. Als dann später das Wasser unter der gewaltigen Eislast abzulaufen begann, geriet die Hütte ganz aus den Fugen. Auch bei späteren Hochwässer hatte die Hütte ihre Probleme. Zwischenzeitlich wurde sie unter Verzicht auf das Tragpfostenwerk auf einen aufgeworfenen Hügel gestellt. Mehrfach drohte sie von hier bei Hochwasser hinabzugleiten. Schließlich musste sie sogar mit starken Drahtseilen an den hinten stehenden Waldbäumen festgezurrt werden.