Mitt. Arbeitsgem. Karstkde. Harz
( 3+4 )
1 - 25
Nordhausen 2007

 
Karstlandschaft Südharz –
die Entwicklung des einzigen
Biosphärenreservats der Welt im Gipskarst

von Friedhart Knolle

Abb. 1: Die Dinsterbachschwinde, Foto F. Vladi

Karst und Biosphärenreservate
Biosphärenreservate sind Modell-Landschaften nachhaltiger Entwicklung und Landschaftsnutzung. Sie werden von der UNESCO anhand einheitlicher, international festgesetzter Kriterien anerkannt (www.unesco.de). Charakteristisch für Biosphärenreservate ist die Untergliederung in Zonen:

  • Die Kernzone dient der Erhaltung der natürlichen Ökosysteme und dem Schutz der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten. Die menschliche Einflussnahme ist hier so gering wie möglich gehalten, ein Betreten der Kernzone ist in der Regel nur zu Forschungszwecken erlaubt.
  • Die Kernzone ist von einer Pufferzone umgeben. Hier sind menschliche Einflüsse und Aktivitäten zugelassen, die mit ökologischen Ansprüchen vereinbar sind, wie zum Beispiel Umweltbildung, Ökotourismus, ökologischer Landbau und angewandte Grundlagenforschung.
  • Um die Pufferzone herum liegt eine Entwicklungszone. Hier wird nachhaltige Entwicklung gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung umgesetzt. Alle Nutzungs- und Wirtschaftsformen werden praktiziert, sofern sie umwelt- und sozialverträglich sind. Auch in der Entwicklungszone wird Forschung und Monitoring durchgeführt.
Weltweit sind auch einige Karstlandschaften als Biosphärenreservate ausgewiesen (www.unesco.org/mab/wnbrs.shtml) – bekannt ist z.B. das Mammoth Cave Biosphere Reserve in Kentucky, USA. Im slowenischen Biosphärenreservat Karst befinden sich die berühmten Höhlen von Skocjan, die auch zum Weltnaturerbe der UNESCO gehören (www.park-skocjanske-jame.si). Zu den Aufgaben des Reservates zählt die Erforschung der Tropfsteinbildung und der hydrologischen Prozesse in den Höhlensystemen und Gewässernetzen. Um das Naturerbe zu erhalten, wird die Landwirtschaft im Karst auf umweltschonende Praktiken umgestellt und die Wasserverschmutzung durch Düngemittel und Abwasser streng kontrolliert. Die slowenische Karstlandschaft ist auch als "international bedeutendes Feuchtgebiet" ausgewiesen und durch die Ramsar-Konvention geschützt. Bekannt sind auch das Slowakische Karst-Biosphärenreservat oder der auf diese Weise geschützte Kegelkarst von Vietnam.

Durch Biosphärenreservate geschützte Gipskarstlandschaften gibt es weltweit kaum. Zwar umfasst der österreichische Biosphärenpark Großes Walsertal auch einen kleinen Anteil Gipskarstlandschaft, aber für den Schutzzweck ist er dort kaum relevant. Ein flächenhaftes Gipskarst-Biosphärenreservat gibt es weltweit nur in einem Fall – das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz im sachsenanhaltischen Teil des Südharzes (www.bioreskarstsuedharz.de). Diese Tatsache ist selbst unter Höhlenforschern national und international kaum bekannt.

Die Südharzer Sulfatkarstlandschaft
Immer wieder war die Gipskarstlandschaft des Südharzes in dieser Zeitschrift Thema – aber lange ist kein Übersichtsbeitrag erschienen, der die Fülle neuer Entwicklungen und Literatur knapp erschließt. Das kann auch mit dem vorliegenden Text nicht geschehen und eine Monografie zu diesem Thema wird noch länger auf sich warten lassen. Es soll versucht werden, hier in komprimierter Weise einen Überblick der Schutzbemühungen der letzten Jahrzehnte zu geben, der zum Weiterlesen auffordert – daher ist ein umfangreiches Schriftenverzeichnis beigefügt. Für detailliertere Recherchen steht die immer weiter wachsende Literaturdatenbank in www.karstwanderweg.de zur Verfügung.

Die Südharzer Gipskarstlandschaft ist ein in Europa einmaliger Naturraum, der sich über Teile der Länder Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt erstreckt. Aufgrund seiner besonderen geologischen Situation und dem in dieser Form und Mächtigkeit nur hier großräumig und oberflächennah anstehenden Gipsgestein ist am Südharz im Laufe von mehreren 10.000 Jahren eine Landschaft von extremerVerkarstungsintensität mit morphologischer und biologischer Vielfalt entstanden, die hochgradig schützenswert ist (Vladi 1991).

Stellvertretend für die ästhetische Schönheit dieser Landschaft steht der klassische Stahlstich von L. Richter (Blumenhagen 1838).

Abb. 2: Blick auf die Gipssteilwand des Sachsensteins
(Stahlstich von L. Richter aus Blumenhagen 1838)

Am Südharz dominieren die im ausgehenden Erdaltertum, d.h. vor 258 - 251 Mio. Jahren, in einem warmen Flachmeer abgelagerten Gipse und z.T. als Riffbildungen vorliegenden Dolomite. Die Korrosion des leicht löslichen Gipses, nachgeordnet auch des schwerer löslichen Dolomits, führte im Verlaufe des Eiszeitalters und der Nacheiszeit zu einer Fülle von Karsterscheinungen wie Flussversinkungen und Bachschwinden, Karstquellen, Poljen und Überflutungsflächen, Erdfällen, Dolinen, Laug- und Gerinnehöhlen, Kegelbildungen, Karrenfeldern u.a.

Abb. 3: Buchcover von Flindt et al. (2001)

Am deutlichsten offenbart sich der Karstformenschatz in den zahllosen Erdfällen am Südharz. Allein ca. 10.000 Formen existieren im Landkreis Osterode am Harz; jährlich kommen etwa 10 Einsturzereignisse hinzu. Viele Erdfälle weisen Kleingewässer mit Verlandungszonen, eine reichhaltige Ufervegetation, Amphibien und Libellenfauna sowie organische Sedimente auf, die in ihren Pollen- und Stoffprofilen die Vegetations- und Landnutzungsgeschichte der weiteren Umgebung seit Jahrtausenden lehrbuchhaft konserviert haben (Deicke 2003).

Ein in der Fläche massiertes Auftreten von Höhlen und nach ihrem Einsturz von Erdfällen führt an Schichtstufen zu deren allmählicher Zurückverlegung und zum Verbleib weiträumiger Subrosionssenken. Höhlen und Höhlenruinen, Quellen und verlandende Seen sind begehrte Fundplätze der ur- und frühgeschichtlichen Forschung, die am Südharz seit jeher einen Schwerpunkt hat. Karstgrundwasser und die großen Karstquellen dienen der Gewinnung von Trinkwasser (Rhumequelle) und zur Abfüllung von Mineral- und Heilwasser (Förste).

Es ist verständlich, dass diese Landschaft, die in ständigen dynamischen Veränderungen steht, für das Siedlungswesen und den Verkehrswegebau voller Probleme steckt. Auch die rohstoffliche Nutzung der Gips- und Dolomitgesteine in fast 30 Steinbrüchen führt zu permanenten Konflikten mit dem Naturschutz und der Trinkwassergewinnung.

Datenzuwachs in der Südharzer Karstforschung
Bereits Johannes Thal beschrieb 1588 in seiner "Sylva Hercynia" den Südharz als eine Region von großer Artenvielfalt. Seitdem ist eine Fülle von Literatur über dieses dem eigentlichen Südharz vorgelagerte Gebiet erschienen. Dennoch blieb es stets im Schatten des bekannteren und wissenschaftlich viel stärker beachteten Harzgebirges, und an dieser Situation hat sich bis heute wenig verändert.

U.a. im Zuge der Debatten um das Naturschutzgebiet Hainholz, um Fragen der Rohstoffgewinnung und das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz sind zahlreiche Veröffentlichungen zu verschiedenen geo- und biowissenschaftlichen Spezialaspekten des Gebietes erschienen.

Auf Initiative der heutigen Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V. und als Auftragsarbeiten für die regional zuständigen Naturschutzbehörden sowie in der Folge der 1979 erfolgten Gründung des Karstmuseums Heimkehle in der seinerzeitigen DDR sind zudem seit den 70er Jahren viele bisher oft unpublizierte Kartierungen erfolgt, die in der Zusammenschau einen sehr vollständigen Überblick und umfangreiche Detaildaten überwiegend zu den geowissenschaftlichen Aspekten der Gipskarstlandschaft lieferten.

Dies sind u.a. der Höhlenkataster Harz, gefertigt von der seinerzeitigen Arbeitsgemeinschaft für niedersächsische Höhlen 1977, ständig fortgeschrieben durch die Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V. (Fricke 1998), ein Erdfallkataster im Maßstab 1:5.000, bestehend aus Formblättern und Grundkarten mit geologischen und botanischen Daten sowie naturschutzfachlichen Empfehlungen (Hartmann et al. 1986), und eine Kartierung 1:10.000 aller Karsterscheinungen durch das Ingenieurbüro Völker, Uftrungen, von 1996 und 1997.

Letztere Arbeit sowie der Erdfallkataster haben in der Flächenbeschreibung von Gipskarstlandschaften Pilotcharakter und entsprechend auch Eingang in die Ingenieur- bzw. Baugrundgeologie gefunden, etwa in die baubehördliche Prüfung von Bauvorhaben und in die gemeindliche Bauleitplanung. Nachholbedarf besteht hier noch in der schutz- bzw. nutzungsorientierten und flächendeckenden hydrogeologischen Erkundung im Gipskarst.

In jüngster Zeit sind im Zuge des allgemein wachsenden Interesses an der Südharzlandschaft einige Übersichtsdarstellungen zu dieser Landschaft in der Folge einer Reihe von Tagungen und Südharz-Symposien erschienen (Alfred Toepfer- Akademie für Naturschutz 1998, BUND Thüringen 1996, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt 1992 & 1998 u.a.). Dennoch fehlt bis heute immer noch eine alle in den drei Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegende Teilregionen des Südharzer Gipskarstes umfassende Gesamtdarstellung.

Es ist hier nicht der Platz, die bisher erschienene Literatur komplett zu referieren; einige der zitieren Schriften enthalten Auswahlbibliographien zu einzelnen Disziplinen.

Die Geschichte des Hainholz-Prozesses als regionaler Identitätskonflikt
Der Naturschutz in der Südharzer Karstlandschaft hatte sich stets und hat sich derzeit wieder mit ständig wachsendem Druck insbesondere der gipsabbauendenFirmen auseinanderzusetzen, so z.B. in der Rüdigsdorfer Schweiz im Landkreis Nordhausen.

"Pilotcharakter" hatte der Kampf um das Hainholz-Beierstein-Gipskarstgebiet im Landkreis Osterode am Harz; hier wurde mit allen wirtschaftlichen bzw. juristischen Mitteln gearbeitet, um die jeweiligen Interessen durchzusetzen bzw. zu verteidigen. Dieser Konflikt war der Einstieg in eine neue Standortbestimmung im Südharz; er beeinflusste auch die Frage „Quo vadis Gipskarstlandschaft – Abbau oder Schutz?“.

Das Land Niedersachsen focht diesen Prozess nicht durch, sondern strebte einen außergerichtlichen Vergleich an, der die Firma weiterhin mit Naturgips versorgen sollte. Bei den Flächen für den ersatzweisen Abbau war an das in der Nähe liegende Bundeswehrgelände Osterode gedacht. Es bestand das Ziel, dass die Forstgenossenschaft mit der Gewährung eines Betrages, der weit unter dem Streitwert gelegen hätte, ihre Bodenabbaurechte an das Land Niedersachsen abtreten sollte. Der Prozess hätte abgebrochen werden können und das Hainholz wäre als Naturschutzgebiet erhalten geblieben.

Obwohl in diesem Prozess endlich einmal die Möglichkeit bestanden hätte, ein Präzedenzurteil zu schaffen, in dem das Allgemeininteresse aus der Notwendigkeit des Naturschutzes abgeleitet und den wirtschaftlichen Interessen hätte vorangestellt werden können, verzichtete das Land Niedersachsen auf diese Möglichkeit. Mit einem Sieg vor Gericht hätte das Land jedoch durch unabhängig erarbeitete wissenschaftliche Erkenntnisse die Einzigartigkeit dieses Gebietes beweisen können. Durch ein Urteil in dieser Richtung wären die gipsabbauenden Firmen verstärkt und beschleunigt gezwungen gewesen, Alternativen zum Naturgips zu suchen.

Es kam zu einem außergerichtlichen Vergleich, wobei eine Entschädigungssumme in zweistelliger Millionenhöhe aus Naturschutzmitteln gezahlt wurde. Die Firma erhielt darüber hinaus die Zusage, an anderer Stelle in neuen Brüchen ungehindert Gips abbauen zu dürfen, in Gebieten wohlgemerkt, die für den Naturschutz ebenfalls von großer Bedeutung waren bzw. sind. Durch den geschlossenen Vergleich, der der Firma durch das Land Niedersachsen andere Naturgipsvorkommen sicherte, kam keine für den Naturschutz grundsätzlich positive Wende zustande. Zwar wurde das Hainholz-Beierstein-Gebiet gesichert, aber der Gipsabbau wurde dadurch letztlich nur verlagert.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, im Zuge deren Erarbeitung auch der Autor "mit voller Wucht" in die ökologisch-ökonomischen Aspekte der Naturschutzproblematik eingeführt wurden, kamen wesentlich durch den Hainholz-Band der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover (1981) u.a. Schriften zur Publikation.

Die Auseinandersetzungen um das Hainholz dauerten nahezu 20 Jahre an und beschäftigten ganze Scharen von Beamten, Managern und Naturschützern. Sie wurden seitens der damals im Südharz noch kaum existenten Naturschutzverbände wesentlich durch die Höhlenforscher geführt, setzten den Startpunkt der Umweltdiskussion im Südharz und führten zur Gründung der ersten Bürgerinitiativen im Landkreis Osterode.

Der behördliche und private Naturschutz war im Zuge der Begleitung dieser prozessualen Auseinandersetzungen damals darauf angewiesen, das Hainholz- Gebiet mit seinen Höhlen stark in den Fokus der öffentlichen Beachtung zu stellen, um Akzeptanz für den Schutz des im wesentlichen nur in Fachkreisen und bei wenigen Einheimischen bekannten Gebietes zu schaffen. In der Folge dieses Streites wurde das Hainholz-Beierstein-Gebiet bundesweit bekannt und die bis dato kaum bekannte Jettenhöhle zum regionalen Identifikationsobjekt - mit allen kritischen Konsequenzen für den Natur- und Höhlenschutz.

1992 wurde das Gebiet auf Initiative von F. Vladi nach vierjährigen Vorarbeiten in das BMU-Förderprogramm zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung aufgenommen (Bernd et al. 1994).

Im Juni 1997 schaffte ein Sturmereignis optimale Voraussetzungen für die Induzierung von Naturwald-Entwicklungsprozessen im Hainholz (Knolle 1998).

Eine ähnliche identitätsstiftende Dimension der Auseinandersetzung mit dem Naturschutz erreichte im Westharz nur noch die Diskussion um die geplante Siebertalsperre und danach die Debatte um den Nationalpark Harz.

Der Karstwanderweg Südharz als Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit
Der Karstwanderweg Südharz wurde als landschaftsbezogener, touristischer Wanderweg und interdisziplinärer thematischer Lehrpfad mit geowissenschaftlichen Schwerpunkten erschlossen, um einen Beitrag zur karstlandschaftsbezogenen Öffentlichkeitsarbeit zu leisten (Völker 1997).

Die erschlossene und dokumentierte Themenpalette des Weges umfasst insbesondere die Bereiche Geologie und Hydrogeologie, Reliefgenese, Archäologie, Paläontologie, Umwelt, Klima, Vegetation und Fauna, Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte, jüngere Geschichte, Handwerk, Forschungsgeschichte, Baugrund, Gewässerkunde und Kulturlandschaftsgeschichte.

Der Weg verläuft ausschließlich auf vorhandenen land- und forstwirtschaftlichen Wanderwegen bzw. -pfaden. Die gesamte Wegelänge misst ca. 200 km mit insgesamt 200 Erläuterungstafeln; im Landkreis Osterode am Harz verlaufen – bedingt durch die größere Ausstrichbreite der Zechsteinschichten – zwei parallele Wege zu je 62 und 44 km mit zusammen 90 Erläuterungstafeln, d.h. es kommt nahezu eine Tafel auf einen km Wegstrecke.

Die Karsterscheinungen zu sehen und in ihrer geogenen Dynamik zu verstehen, der historischen Entwicklung von Rohstoffverarbeitung und Handwerk zuzuschauen, die Vegetationsgeschichte und Pflanzenarten der Trockenrasen, Obstwiesen, Hude- und Mittelwälder zu studieren, zu verstehen, dass diese Formen ohne Schafhaltung, Schneitelung der Hainbuchen und Nutzung des Obstes untergehen, aber auch dieneue Waldwildnis der Naturwaldprozesse im Hainholz und letztlich die Schönheit und Eigenart dieser an Farben und Strukturen reichen Karstlandschaft Südharz zu erleben und den Impuls zu vermitteln, dass es sich lohnt, in dieser Landschaft zu leben und sich für ihre Unversehrtheit einzusetzen: all das kann und soll mit dem Karstwanderweg Südharz vermittelt werden. Er ist einer der längsten und vielgestaltigsten thematischen Wanderwege in Deutschland.

Bestimmt ist der Karstwanderweg Südharz für alle Zielgruppen, d.h. zunächst für den allgemeinen Tourismus, die Bildung durch Schulen, Hoch- und Volkshochschulen, für Fachexkursionen, Forschung, interessierte Einzelwanderer und geführte Wanderungen; zu Details siehe Kreisverwaltung Sangerhausen (1996), Landratsamt Nordhausen (1997) und www.karstwanderweg.de. Das Engagement des Webmasters Detlef Tront für die Internetdarstellung und ihre Pflege sei hier besonders hervorgehoben.

Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz
Die Jahre 1989/90 waren in vieler Beziehung auch Jahre der Wende im deutschen Naturschutz - das in Teilen praktisch 90 Jahre alte Nationalparkprogramm wurde von Prof. Succow aktiviert und in wesentlichen Teilen umgesetzt. Es umfasste auch einige Biosphärenreservate und Naturparke, doch konnte dieser Teil des Programms aufgrund der Hektik der Wiedervereinigung nicht mehr komplett umgesetzt werden. Die historische Chance, ein Biosphärenreservat Südharz-Kyffhäuser in der seinerzeitigen Wende-DDR zu schaffen, wurde leider vertan.

Dennoch haben die im Südharz gelegenen Landkreise und die später neu entstehenden Bundesländer bereits 1990 die Schaffung eines Biosphärenreservates als geeignetes und zukunftsweisendes Ziel formuliert, durch Beschlüsse untermauert und entsprechende Planungen in Angriff genommen.

Es waren dann wiederum im Naturschutz aktive Karstwissenschaftler und Höhlenforscher, welche die Idee dieses Großschutzgebietes hochhielten, über die Zeit retteten und - immer noch angestoßen durch die von der Grenzöffnungausgehenden neuen Impulse für den Schutz der Südharzlandschaft - wesentlich dazu beitrugen, 1996 die Gesellschaft zur Förderung des Biosphärenreservats Südharz e.V. zu gründen (www.gipskarst.de).

1997 wurde das seit Jahren vorbereitete und lange erwartete Gutachten zu umweltplanerischen Zukunftsaspekten des Südharzes vorgelegt (Umweltbundesamt 1997). Dieses im Auftrag des Umweltbundesamtes von der Planungsgruppe Ökologie + Umwelt erstellte Gutachten zu den Entscheidungsgrundlagen für die weitere Nutzung der Gipskarstlandschaft Südharz/Kyffhäuser unter besonderer Berücksichtigung des Bodenschutzes kommt zu der Empfehlung, "daß die im Raum befindlichen Absichten unterstützt werden sollten, einen Antrag zur Anerkennung als Biosphärenreservat zu stellen. Das dafür hier vorgeschlagene Gebiet erfüllt die wesentlichen Anerkennungsvoraussetzungen bereits jetzt , viele Aktivitäten sind bereits zielgerichtet begonnen worden, so z.B. die systematische Sicherung von Naturschutzgebieten als mögliche Kern- bzw. Pflegezonen eines Biosphärenreservates Südharz."

Abb. 4: Fragen und Antworten zum geplanten Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Dennoch oder gerade wegen dieser Empfehlung war und ist der Widerstand gegen diese Planung groß. Jedoch ist der Nutzen eines Biosphärenreservats in der Region noch nicht ausreichend transparent gemacht und Gegenstand des öffentlichen Diskurses geworden (Brodda 2002). Dies betrifft insbesondere die Chancen, die sich für innovative Betriebe der Landwirtschaft, des Fremdenverkehrs, des Handwerks und Gewerbes bieten, wenn Fördermittel im Rahmen der EU-Strukturprogramme, u.a. der Agenda 2000, im Rahmen von Projekten nachhaltigen Wirtschaftens im ländlichen Raum des Südharzes auch tatsächlich zur Ausschüttung gebracht werden.

Wiederum ein Jahr später fasste die Landesregierung von Sachsen-Anhalt mit gemeinsamem Runderlass der damals getrennten Landwirtschafts- und Umweltministerien vom 9.12.1998 den wegweisenden Beschluss, eine Projektgruppe "Aufbaustab Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz" einzusetzen (Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 1999). Dieser Beschluss, der von Naturschutzverbänden und örtlichen Höhlenforschern lange gefordert worden war, legte fest, dass die Projektgruppe organisatorischer Bestandteil des Forstamtes Roßla im Regierungsbezirk Halle ist und zum Geschäftsbereich des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und des Ministeriums für Raumordnung und Umwelt gehört.

Abb. 5: Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Auf der Grundlage des genannten Erlasses nahm am 1.1.1999 die Projektgruppe Aufbaustab Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz im Staatlichen Forstamt Roßla mit 3 - 4 Mitarbeitern die Arbeit auf. Hauptaufgabe dieser Projektgruppe war neben der Erarbeitung eines Vorschlages über den Grenzverlauf des künftigen Biosphärenreservates und der Prüfung potenzieller Kernzonen die Verbreitung des Ideengutes des Biosphärenreservates sowie die Förderung der Akzeptanz unter den beteiligten Landnutzern und Kommunen. Hauptprobleme vorrangig der Landnutzer waren neben einem gewissen Informationsdefizit gegenüber der Gesamtthematik die Befürchtung von weiteren Einschränkungen bei der Bodennutzung. Im Dezember 2001 wurde im Gebäude der Verwaltung in Roßla eine ständige Biosphärenreservats- Ausstellung eröffnet. Basierend auf einem Kabinettsbeschluss der Landesregierung von Sachsen-Anhalt wurde zum April 2002 die Biosphärenreservatsverwaltung Karstlandschaft Südharz i.G. aus der Projektgruppe gebildet. Sie hat vornehmlich die Aufgabe, im Zusammenwirken mit den regionalen Akteuren die Errichtung eines Biosphärenreservates vorzubereiten, Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung zu initiieren und zu begleiten, die Abwägung verschiedenster Nutzungsinteressen in der Region zu koordinieren, zur Durchsetzung einer nachhaltigen Regionalentwicklung beizutragen und die Erstellung und Abstimmung eines Verordnungsentwurfes vorzubereiten (Wenzel 2002).

Erst am 19.3.2008 wurde auf öffentlichen Druck das Anhörungsverfahren zum Entwurf der Verordnung für das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz eröffnet. Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke hatte bei einer Auftaktveranstaltung in Rottleberode am 18.3.2008 den Entwurf und die weiteren Schritte im Verfahren vorgestellt. Wernicke betonte, dass der Entwurf für den Südharz die von der UNESCO vorgegebenen Kriterien und Ergebnisse der langjährigen Diskussion um die Ausweisung berücksichtige. Es gehe darum, die Karstlandschaft Südharz als repräsentativen Landschaftsraum dauerhaft umweltgerecht und zukunftsfähig im Interesse der Bevölkerung weiter zu entwickeln. Die Region solle eine von der UNESCO anerkannte Modellregion werden, so dieMinisterin. Sie unterstrich, dass ein Antrag an die UNESCO nur mit einem Bekenntnis der Region zum Biosphärenreservat sinnvoll und erfolgversprechend ist.

Auf Bitte der ArGeKH nahm auch der VdHK im Rahmen des Verfahrens am 4.5.2008 wie folgt Stellung: „Wir haben uns gemeinsam mit den Harzer Höhlenforschern seit 1990 aktiv dafür engagiert , in der weltweit einzigartigen und somit hochschutzwürdigen Gipskarstlandschaft des Südharzes ein Biosphärenreservat einzurichten um ein zukunftsfähiges Nutzungs- und Schutzkonzept für dieses Gebiet zu etablieren. Wir begrüßen die Beantragung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz bei der UNESCO durch die Landesregierung Sachsen-Anhalt. Denn sie ist die Voraussetzung dafür, dieser, nach einhelliger Einschätzung aller karstkundlichen Gutachter singulären Gipskarstlandschaft , überregionalen Schutzstatus und die Chance der Etablierung einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu gewähren. Das Gebiet hat unserer Ansicht nach das Potential, ein hervorragendes internationales Aushängeschild des Landes Sachsen-Anhalt und der Bundesrepublik Deutschland zu werden. Wir unterstützen daher die Pläne der Landesregierung ausdrücklich! Die gewählten Zonierungen, orientierend an den gegenwärt ig bereits rechtskräftigen Schutzgebieten, stellt im gegenwärtigen Verfahrensstand eine realistische Umsetzung der diesbezüglich in den internationalen Leitlinien des MAB-Komitees als Mindeststandard geforderten Flächengrößen dar. Die Option der Ausweisung weiterer Schutzgebiete im vorliegenden Entwurf der Allgemeinverfügung halten wir für dringend erforderlich. Bärbel Vogel, 1. Vorsitzende

Der Verband seinerseits schaltete die IUCN ein, deren Task Force on Caves and Karst wie folgt Stellung nahm: “Dear Minister, I am writing to support the proposal of my German colleagues that the gypsum Karst (Gipskarst ) of the Southern Harz Mountains should be legally protected from further damage. They are seeking the establishment of a UNESCO Biosphere Reserve or similar protection under German law. I emphasise that this is one of the most important and valuableareas of gypsum karst in the world. It has been subject to scientific study over several centuries and provided the theoret ical basis of much contemporary scientific understanding. Thus, it is valuable as a reference area for understanding of gypsum karst throughout the world.

Secondly, it is one of the largest and most diverse tracts of gypsum karst in the world. Its geological diversity is also ref lected in the vegetat ion and total ecology of the region. Thus, in itself , it is a wonderful landscape resource for the German people and for international visitors.

We are concerned that areas of such importance as this one should be managed for conservation and sustainability. Once protection can be assured, a management plan should be developed to guide the process of conservation and even, where appropriate, to undertake landscape restoration.

We look forward to your serious consideration of this matter.

Sincerely

Elery Hamilton-Smith, AM, D.App.Sci.

Professor, Environmental Studies, Charles Sturt University, N.S.W.
Chair IUCN / WCPA Task Force on Caves and Karst
P.O. Box 36, Carlton South, Vict . 3053, AUSTRALIA
Phone (+613) 9489.7785
elery@alphalink.com.au

Zur Unterstützung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz bildete sich jüngst der neue Förder- und Lobbyverein „Zukunft im Südharz e.V.“ (http://zukunft-im-suedharz-ev.de), der mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen für den Schutz der Karstlandschaft auftrat.

Abb. 6: Dr. Frank Rey, "Zukunft im Südharz" e.V.,
überreicht MdB Uda Heller die Urkunde
„Botschafterin für das Biosphärenreservat Südharz“

Die Arbeitsgruppe Südharz und die länderübergreifende Zusammenarbeit
Im Januar 1999 und nach den dargestellten jahrelangen Voruntersuchungen verabschiedeten die für den Naturschutz in den drei Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständigen Minister Wolfgang Jüttner, Ingrid Häußler und Dr. Volker Sklenar folgende gemeinsame Erklärung: „Die Gipskarstlandschaft im Südharz ist von einzigartigem Naturwert, von großer landschaftlicher Schönheit und bietet Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna. Die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tragen hinsichtlich der Gipskarstlandschaft besondere Verantwortung und haben bereits eine Reihe von Landschafts- und Naturschutzgebieten geschaffen und damit wertvolle Teile der Gipskarst landschaft geschützt . Dies soll in den jeweiligen Ländern durch die Ausweisung weiterer Landschafts- bzw. Naturschutzgebiete fortgesetzt werden. Natur- und Landschaftsschutz soll sich auch aus der Region entwickeln und von den dortigen Bürgern, Gemeinden und Verbänden getragen werden. Damit können die notwendigen Verordnungsmaßnahmen im Natur- und Landschaftsschutz die erforderliche Akzeptanz finden.
Die erforderliche Akzeptanz in der Region durch die Wirtschaft , die Landwirtschaft, die Landkreise, die Kommunen und die Verbände ist auch Vorraussetzung für die Schaffung eines länderübergreifenden gemeinsamen Biosphärenreservates für dieGipskarstlandschaft Südharz. Die Umweltministerin und -minister der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beabsichtigen nicht, ein Biosphärenreservat gegen den Willen der Region auszuweisen. Sie setzen auf Dialog und Gespräch und die Bereitschaft der Region zu einer offenen und sachlichen Diskussion über die Entwicklung des Südharzraumes unter Beachtung des Nachhaltigkeitsgrundsatzes, die den Schutz der Gipskarstlandschaft durch ein Biosphärenreservat einschließt . Eine weitergehende Initiative eines der beteiligten Länder für sein Gebiet im Rahmen dieser Erklärung steht einer langfristigen gemeinsamen Ausweisung nicht entgegen.
Zur Verbesserung der gegenseitigen Information, zum Erfahrungsaustausch sowie zur Abstimmung von Maßnahmen in ihren jeweiligen Ländern setzen die Umweltministerin und -minister der drei Länder eine "Arbeitsgruppe Südharz" ein, die unter jährlich wechselndem Vorsitz der zuständigen Staatssekretäre/ -innen steht . Für 1999 übernimmt Thüringen des Vorsitz, danach folgen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Die "Arbeitsgruppe Südharz" führt auch einen regelmäßigen Erfahrungs- und Meinungsaustausch mit den Landkreisen, Gemeinden, Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden und anderen Interessenverbänden durch. Dabei werden auch Fragen der Schaffung eines länderübergreifenden gemeinsamen Biosphärenreservates und die Klärung der Voraussetzungen für seine Bildung erörtert.
Hannover, 14.1.99: Wolfgang Jüttner Magdeburg,
11.1.99: Ingrid Häußler Erfurt,
6.1.99: Dr. Volker Sklenar

Naturschutz im Südharz - quo vadis ?
Mit dieser Erklärung haben sich die beteiligten Länder erneut und klar zu einem Biosphärenreservat bekannt, gleichzeitig aber auch den Akzeptanzball in dilatorischer Absicht zurück in die Region geworfen. Doch regionale Akzeptanz für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung wächst nicht von allein, sondern muss mühsam geschaffen werden. Hier sind wiederum die Länder gefordert, und zwar durch die schnellstmögliche Einrichtung von Biosphärenreservats-Informationsstellenund deren Besetzung mit qualifiziertem Personal! Sachsen-Anhalt hat den ersten Schritt gemacht - die nächste Zeit wird zeigen, wie ernst die anderen beiden Länder dieses Ziel nehmen. Die regionalen Akteure des Südharzes im Spannungsfeld des Nachhaltigkeits-Dreiecks „Ökologie, Ökonomie und Soziales“ müssen jedenfalls ohne Unterlass nachhelfen, weitere Schritte in die skizzierte nachhaltige Zukunft zu gehen – übrigens auch der neue Geopark Harz, der sich bisher in viel zu geringem Unfang für das Biosphärenreservat engagiert. Der Überschwang der gegenwärtigen Nachhaltigkeitsdebatte darf aber auch hier nicht vor der Erkenntnis zurückschrecken, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung von Ressourcen nur dort möglich ist, wo deren Regeneration auch möglich ist. Im Falle der mineralischen Rohstoffe kann hier langfristig nur eine Substitution ihrer Nutzungsbestimmung in Frage kommen. Denn durch den Anfall von REA-Gipsen, die Entwicklung anderer Substitutionsmöglichkeiten von Naturgips und die Gips-Importangebote ist in den letzten Jahren bundesweit eine neue Lage am Gipsmarkt entstanden; es wäre nunmehr möglich, auf den Aufschluss weiterer Steinbrüche zu verzichten!

Literatur

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Einschlägige Webauftritte (Auswahl): http://www.gipskarst.de; http://www.gipsmuseum.de;
http://www.geopark-harz.de; http://www.harzregion.de; http://www.karstwanderweg.de;
http://www.naturschatz.org; http://zukunft-im-suedharz-ev.de

Weitere Informationen: Verwaltung des Biosphärenreservates Karstlandschaft
Südharz, Hallesche Strasse 68 a, 06536 Roßla, Tel. 034651/2988-90, Fax –999, EMail
bioressh@lvwa.sachsen-anhalt.de, Internet: www.bioreskarstsuedharz.de

Anschrift des Autors: Dipl.-Geol. Friedhart Knolle, Grummetwiese 16, 38640 Goslar,
Tel. 05321/20281, fknolle@t -online.de


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