Lurche und Kriechtiere
im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz - Landkreis Sangerhausen
 

Springfrosch - ein sehr seltener Braunfrosch im Biosphärenreservat
 

Lurche und Kriechtiere (Amphibien und Reptilien), lange Zeit vom Menschen verachtete und verfolgte Tiergruppen, sind vielerorts in ihren Beständen bedroht. Insbesondere durch den Einfluss des Menschen besteht die Gefahr, dass diese Lebewesen mit einer über 200 Mio. Jahre alten Stammesgeschichte über kurz oder lang von der Erde verschwinden werden.
Der Name Amphibien kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Doppellebige - also im Wasser und an Land lebende. Charakteristisch sind die Entwicklung ihrer Larven im Wasser und die Umwandlung im Verlauf des Jugendstadiums in Land bewohnende Formen. Die Reptilien (lat. reptilis kriechend) waren in der erdgeschichtlichen Entwicklung die ersten Wirbeltiere, die das Land als hauptsächlichen Lebensraum wählten. Sie sind schon echte Lungenatmer. Einige Arten legen Eier, manche gebären lebende Junge.
Erdkröte - die häufigste
Amphibienart im Gebiet


Naturnahe Wälder sind ideale Lebensräume

Im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz kommen folgende Arten vor:

ArtRote ListeArtRote Liste
Amphibien   
Feuersalamander
P
Seefrosch 
Bergmolch
P
Teichfrosch 
Kammmolch
2
Kleiner Wasserfrosch
P
Fadenmolch
3
Reptilien 
Teichmolch Blindschleiche 
Geburtshelferkröte
P
Zauneidechse 
Erdkröte Waldeidechse
P
Laubfrosch
3
Glattnatter
2
Springfrosch
1
Ringelnatter
3
Grasfrosch Kreuzotter
1

Rote Liste = Rote Liste Land Sachsen-Anhalt: 1 = Vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet;
P = potentiell gefährdet


Zauneidechse (Weibchen)
 
Laichende Grasfrösche - unsere häufigste Braunfroschart
 

Um ihre Laichgewässer zu erreichen, wandern einige Amphibienarten bis zu 2,5 km weit aus ihren Winterquartieren an. Beim Überqueren von Straßen werden dabei inbesondere Erdkröten und Molche überfahren. Es gibt Untersuchungen, wonach bereits 4 Autos pro Stunde 20% der Population vernichten können. Solch hohe Verluste sind dann oft nicht kompensierbar.

Aus diesem Grund werden seit einigen Jahren an gefährdeten Straßenabschnitten Schutzzäune errichtet. Im Arbeitsgebiet der Biosphärenreservatsverwaltung sind das 6 und im übrigen Landkreis 4 weitere Strecken. Die Betreuung erfolgt durch Mitarbeiter unserer Einrichtung, der Ökologiestation Sangerhausen, der Naturschutzstation Unstrut-Trias-Land, des Harzklubzweigvereins Hayn und weiterer ehrenamtlicher Helfer.
 

Glattnatter
 
Kreuzotter
 
Waldeidechse
 
Feuersalamander
 
Biosphärenreservatsverwaltung
Karstlandschaft Südharz i.G.
Hallesche Straße 68
06536 Roßla
Telefon 034651/29889-0
Fax: 034651/29889-99
E-Mail:
bioressh@lvwa.lsa-net.de
Zauneideche (Männchen)
Text: Harald Bock
Fotos: Harald Bock, Andreas Buchwald, Lothar Buttstedt, Michael Unruh
Herstellung: SIGNA Graphic Design Atelier, Fischer, Quedlinburg DRUCK GmbH