Infoblatt zum bundesweiten Tag des Geotops 2003

Lerbacher Eisensteinlehrpfad

Frank Koch *

Beschreibung des Objektes
In dem Bergdorf Lerbach, das in einem tiefen Tal des Harzes liegt, wurde von 1530 bis 1880 Eisenstein abgebaut.
An der Sommerseite des Ortes führt ein Eisensteinlehrpfad entlang der damaligen Gruben. Die Wanderung hat eine Gesamtlänge von 5 km und dauert ca. 2 Std. Der Eisensteinlehrpfad beginnt an der Verwaltungsaußenstelle mit einem Aufstieg zu den Gruben. Diese liegen im Verlauf des Erzganges, etwa 150 m oberhalb der Talsohle. Das Eisenerz selber ist eingebettet in dem 1-2 km breiten Diabaszug (Gesteinsart), der von Osterode bis Bad Harzburg, also quer über den Harz führt. Am Anfang der Wanderung kommen wir an einigen kleinen Grubenanlagen vorbei. Mundlöcher und Vertiefungen sind im Gelände zu sehen. In diesen Gruben arbeiteten damals 1-2 Bergleute und die Länge war 10-20 Lachter (ca. 20–40 m). Erstaunlich ist die Enge der Mundlöcher. Das zeigt, mit welcher Mühe die Menschen das für ihren Lebenserhalt so wichtige Eisenerz abbauen mussten. Stand doch der Bergbau in dem kleinen Ort Lerbach immer unter dem Zeichen von Mühsal und Plage. Wenn wir von unserem Weg ins Tal schauen, müssen wir uns vorstellen, dass das Erz erst dort hinunter geschleppt werden musste und von da mit Handwagen zur Verhüttung in die bis zu 20 km entfernte Hütte gebracht wurde.
Je weiter uns die Wanderung in das Tal hinauf führt, um so größer werden die Gruben. War im unteren Teil nur ein Erzgang vorhanden, so fand man im oberen Teil des Tales große Erzlager. Die größten Gruben wie „Weintraube“, „Juliuszeche“, „Blauer Busch“ und „Neue Wege Tiefer Stollen“ sind noch gut an den von der Heimatstube Lerbach restaurierten Mundlöchern zu erkennen. Die Gruben dienen heute als Wasserspeicher für den Ort Lerbach der Stadt Osterode. Außerdem erfüllen sie die wichtige Aufgabe als Winterquartier für die heimischen Fledermäuse. Schilder am Wanderweg weisen auf die Geschichte des Bergbaus und der einzelnen Gruben hin. Führungen werden von der Heimatstube Lerbach e.V. und der Stadt Osterode angeboten.


Lageskizze des Eisensteinlehrpfades

Welche Karten gibt es - Topographie, Geologie: Topogr. Karte 1:25.000, Blatt 4227 Osterode a. Harz, Geol. Karte 1 : 25.000, Blatt 4227 Osterode a. Harz, Geol. Übersichtskarte 1 : 200.000, Blatt CC 4726 Goslar, Geol Karte 1 : 100.000, Harz

Literatur zum Geotop: Frank Koch: Wanderführer entlang der Lerbacher Eisensteingruben. - 1995

Was kann man sonst noch besichtigen: Freilichtmuseum in Lerbach

Handelt es sich um ein Naturschutzobjekt: nein

Wo kann man essen, übernachten: Zahlreiche Gasthöfe und Hotels im Raum Osterode

Internet-Adressen: www.nlfb.de/geologie/anwendungsgebiete/geotop_tag_2003.htm , www.dgg.de , www.geo-top.de , www.geotope.de , www.tag-des-geotops.de , www.geoakademie.de

Herausgeber und Fachbehörde für den Geotopschutz: Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, Stilleweg 2, 30655 Hannover, Tel.: 0511-643-0, 0511-643-2304, www.nlfb.de

NLfB-Codierung: TK25: 4227 Osterode am Harz, R: ; H: ,Verantwortlich: NLfB: Dr. Heinz-Gerd Röhling

* c/o Friedrich-Ebert-Str. 6, 37520 Osterode, Tel. 05522/73217, Fax 05323/722729


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