Ende des Schwerspat-Bergbaues

In zwei Jahren wird die Grube Wolkenhügel stillgelegt -
Baryt will Produktionsstandort halten

Die Deutsche Baryt-Industrie Dr. Alberti, die seit über hundert Jahren in Bad Lauterberg Schwerspat abbaut, muss in etwa zweieinhalb Jahren ihre Grube Wolkenhügel schließen. Diese Mitteilung machte gestern Geschäftsführer Dipl-lng. Reinhold R. Pigal in einer Betriebsversammlung den ca. 55 Beschäftigten. Von ihnen werden in den nächsten drei Jahren mindestens 25 den Arbeitsplatz verlieren. Das soll „sozialverträglich“ im Rahmen eines Sozialplanes geschehen.


Im Jahr 2000 konnte das 100-Jährige Bestehen der Deutschen Baryt in Bad Lauterberg gefeiert werden. Da war schon das Ende der Schwerspatförderung in der Grube Wolkenhügel absehbar. FOTO: Jürgen Capito

Reinhold R. Pigal machte deutlich, dass die Schwerspat-Vorkommen in Bad Lauterberg erschöpft sind. Schon vor zehn Jahren war die Grube „ausgeerzt“. 1993 wurde aber ein ehrgeiziges Fünf-Jahres-Programm für den Nachlesebergbau aufgelegt. Dieses Programm hat nun schon zehn Jahre gehalten, weil immer mehr Fremdstoffe in die Produktion aufgenommen wurden. Diese international zugekauften Schwerspatrohstoffe sollen den Produktionsstandort Bad Lauterberg auch nach Schließung der Grube Wolkenhügel weiter sichern. Dazu werden weitere Anstrengungen nötig sein, denn die Deutsche Baryt in Bad Lauterberg muss den Standortnachteil der weiten Anlieferwege ausgleichen. „Das Material wird in Häfen wie Rotterdam angeliefert und muss dann auf dem Kanal über Hildesheim zu uns gebracht werden,“ beschreibt Reinhold Pigal den Weg.

Jürgen Capito

Quelle: HarzKurier, 04. Juli 2003