Baden anno dazumal in "Kolles Teich"

Erst mit dem Bau privater Bäder und einer Badeanstalt am Juessee ging der Betrieb zu Ende

In einem "Harz Kurier"-Bericht über die historische Papiermühle am Lonauer Wasserfall wurde auch über den Teich oberhalb der Fabrikationsräume erzählt. Dieser Teich, vermutlich im 16. Jahrhundert angelegt, diente allen in der Papiermühle arbeitenden Unternehmern als Antrieb und für die Herstellung ihrer Produkte. Besonders den Papiermachern und Tuchherstellern.

Aber das Wasser aus "Kolles Teich", wie er im Volksmund genannt wurde, wurde auch anderweitig genutzt. So berichtet Rektor Christian Schmidt in seinem Heimatbuch von 1921, dass die Brüder Kolle schon vor 1885 unterhalb des Fabrikgebäudes an der Lonau eine Badeanstalt einrichteten. Später wurde daraus ein Schwimmbad. Reste davon sind noch heute an dieser Stelle vorhanden.


Der Teich der Papiermühle, der die Schwimmbecken mit Wasser versorgte, wurde von den
Jungen und Mädchen am Langfast und Kleebleek in den 50er und 60er Jahren im Winter gern zum Schlittschuhlaufen genutzt. FOTO: ARCHIV MATWIJOW

Das Schwimmbad mit angrenzender Liegewiese wurde bis in den 20er Jahren viel genutzt. An der Badeanstalt hatten Kolles eine kleine Schenke eingerichtet, so dass die Badenden für damalige Verhältnisse gut versorgt waren. Später wurde das Schwimmbad weniger genutzt, weil es nicht an einen Bademeister verpachtet werden konnte.

Erst 1921 im Sommer, ist es von Schuhmacher Ehlers, der es schon einmal verwaltet hatte, übernommen worden. Lange Zeit war auch die Badeanstalt am Blockhof in der Nähe der unteren Mühle eine Konkurrenz, weil das Wasser viel wärmer war.

Mit dem Bau einer Badeanstalt im Jues wurden die Schwimmbäder nach und nach aufgegeben.

Quelle: HarzKurier 11.07.2002