„Kyrill“ wütete auch im Südharz

Besonders große Schäden in den Fichtenwäldern der „Grafenforst“

Am 18. Januar 2007 tobte der Sturm „Kyrill“ auch über dem Harz.
Was er an Waldschäden in ihrem Wald anrichtete, sahen die Forstgenossen der „Herzberger Grafenforst“ am Sonnabend in ihrer Genossenschafts-Versammlung im Hotel „Englischer Hof“ noch einmal in Bildern. Forstamtmann Michael Schulte, Betreuungsförster im Genossenschaftswald, vermittelte fotografische Eindrücke. „Kyrill“ wütete vor allem in den Fichtenwäldern der „Grafenforst“.
Auf 5500 Festmeter bezifferte Bernd Wehmeyer, der Vorsitzende der „Grafenforst“, den Windwurf bzw. teilweise auch Windbruch in den Fichtenwäldern. Der Substanzverlust sei erheblich. Das habe zwangsläufig zu einem höheren Holzverkauf geführt. Zum Glück seien die Buchenbestände des Genossenschaftswaldes weitgehend verschont geblieben.
Forstamtmann Schulte erklärte die Gründe für die unterschiedlichen Schadensverläufe bei Fichten und Buchen. Die im Winter kahlen Buchen boten „Kyrill“ nicht so viel Angriffsfläche wie die schweren Fichten. Die starken Windwürfe bei den Fichten seien auch auf den nassen, durchweichten Waldboden im milden Winter 2006/2007 zurückzuführen.
Es habe den Wald der „Grafenforst“ heftig erwischt, aber es hätte noch schlimmer kommen können. Das Aufarbeiten des Sturmholzes mit eigenen Kräften und mit Fremdunternehmen sei vor allem in den schwierigen Hanglagen sehr schwer gewesen. Zum Glück seien bis auf einen Nasenbruch die Arbeiten unfallfrei verlaufen. 10.000 Fichten seien in der „Grafenforst“ bereits wieder gepflanzt worden - wo Fichte stand, solle auch wieder Fichte wachsen. Ansonsten setze man im Hinblick auf die gute Bucheckern- und Eichelmast diesen Herbstes auch wieder auf Naturverjüngung in den Wäldern. Die Schäden an den Wegen seien im wesentlichen behoben.
Forstamtmann Schulte machte den Genossen und Genossinnen Mut: Trotz allem könne man getrost in die Zukunft sehen. Aus den Erlösen für die erforderlich gewordenen höheren Holzverkäufe wurden die Rücklagen verstärkt, um gegen künftige Kalamitäten gerüstet zu sein.

HarzKurier vom 19.11.2007