Mittwoch, 27. Mai 2015
HarzKurier

„Weiterer Schaden muss verhindert werden“
Regionalverband Westharz des Bundes für Naturschutz lud zur Begehung des Gipsabbaugebiets Röseberg ein.

Walkenried. Jüngst tagte der auch für den Landkreis Osterode zuständige Regionalverband Westharz des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund) in Walkenried. Neben einer Begehung der Gipsabbau-Gebiete Röseberg-Mitte und Röseberg-Ost wurden der heutige und künftige Umfang des Gipsabbaus sowie die Rekultivierungsmaßnahmen zwischen Ellrich und Tettenborn mit Anwohnern und einem Vertreter des Gipswerks Saint Gobain Formula diskutiert.
  Die Beteiligten stellten fest, dass der laufende Abbau im Steinbruch Röseberg-Mitte nicht nur die unmittelbaren Anwohner belaste, sondern auch viele weitere Walkenrieder durch den dabei entstehenden Lärm. Außerdem werde das Ortsbild durch das Abbaufeld erheblich beeinträchtigt.

Abbau soll 2016 enden
  Der Abbau soll allerdings im Jahr 2016 enden. Danach werde die Fläche mit Abraum aus dem neuen Abbaufeld Röseberg-Ost verfüllt. Was dabei vorgesehen ist, erläuterte der Vertreter des Gipswerks, der auch anbot, den Bund bei anstehenden Fragen zur Rekultivierung zu beteiligen.
  Das neue Abbaufeld Röseberg-Ost werde, wenn nicht aufgepasst wird, das Ortsbild in unmittelbarer Nähe des Klosters Walkenried optisch und akustisch erheblich beeinträchtigen.
  Der Abbau werde sich hier über etwa 20 Jahre erstrecken. Da er genehmigt sei, gehe es hier um die Begrenzung des eintretenden Schadens. Mögliche Maßnahmen hierzu würden an Ort und Stelle erörtert.

Das Abbaugebiet Röseberg West
Foto: Privat

Der langfristig gesehen wohl kritischste Punkt des Gipsabbaus in Walkenried sei die Tatsache, dass der Abbau in allen Steinbrüchen rund um Walkenried bald an die Grenzen der Naturschutzgebiete stoßen werde. Neben dem Röseberg sei hier auch noch der Steinbruch oberhalb der Juliushütte, der Steinbruch Kahler Kopf und der Steinbruch im Mehholz zu nennen. „Dies bedeutet im Klartext: Wenn diese Grenzen beibehalten werden, kann bei Walienried kein weiterer Gips mehr abgebaut werden“, so die Vertreter des Bunds.
  Beim Bund läuten daher die Alarmglocken. Man werde sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, die heutigen Grenzen der Naturschutzgebiete beizubehalten und nicht, wie bei Röseberg-Ost geschehen, diese aufzuheben oder zu verschieben.

Engere Zusammenarbeit
  „Es gilt wachsam zu sein und zu bleiben, um weiteres Unheil für die Südharzer Gipskarstlandschaft zu vermeiden“, ist der Vorsitzende des Bund Westharz, Knut Haverkamp, überzeugt.
  Mit den Vertretern der vom Gipsabbau ebenfalls betroffenen Bund-Kreisgruppe Nordhausen wurden eine enge Kooperation und ein ständiger Informationsaustausch in dieser Frage vereinbart. Im Rahmen dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit der Bund-Gruppen bestand Konsens darüber, dass die Bemühungen zur Entwicklung eines Biosphärenreservats in der schutzwürdigen und sensiblen Südharzlandschaft wieder aufgenommen werden sollen.