Die Geschichte Dünas begann in der Steinzeit

Besiedlung schon in der Steinzeit

Noch werden die Funde und Befunde der Ausgabungen in den 80er Jahren dieses Jahrhunderts in Düna im Rahmen einer Doktorarbeit (Andrea Braun M.A.) an der Universität Tübingen ausgewertet. Soviel scheint aber gesichert:

    - Von Aufenthalten mittelsteinzeitlicher Jäger und Sammler und jungsteinzeitlicher Siedler zeugen konzentrierte Streufunde u.a. im Bereich südwestlich der Domäne.

    - Im 1. Jahrhundert vor Christi beginnt die Besiedlung südlich der Domäne; Verhüttung Iberger und Lerbacher Eisenerze.

    - Bis zum 10. Jahrhundert mehrere Gehöfte, an denen u.a. seit ca. 300 aus Oberharzer Erzen Silber und aus Rammelsberger Erzen Kupfer gewonnen wurde. In spätrömischer Zeit deutlicher römischer Fundniederschlag. Mehrere Zerstörungen der Siedlung, vermutlich auch während der Auseinandersetzung zwischen Sachsen und Thüringen.

    - Vermutlich schon zu Beginn des 10. Jahrhunderts: Errichtung eines repräsentativen Steingebäudes scheinlich auf Reichsbesitz. Konzentration der Siedlung und davon abgesetztes Gewerbegebiet, in dem weiterhin Verhüttung Rammelsberger und Oberharzer Erze, aber auch die Herstellung von Messingprodukten, wie Scheibenfibeln stattfand.

    - Im 10./11. Jahrhundert Brand des Steingebäudes möglicherweise im Rahmen der Sachsenaufstände. Daraufhin wird dieses zusammen mit aufwendigen Drainagemaßnahmen neu errichtet und zu den ungeschützten Seiten hin mit Graben und Palisade umgeben. Weiterhin sind Siedlung und Metallgewinnung nachweisbar.

    - Im 12. Jahrhundert erfährt das Steingebäude eine Erweiterung durch einen Küchenanbau, die Befestigung wird erneuert. Die bisher konzentrierte Siedlung verteilt sich auf mehrere Siedlungsstellen, an denen jeweils auch Metall gewonnen wird. Dies bedeutet eine Dezentralisierung der Siedlung, die im Zusammenhang mit dem Niedergang der zentralen Reichsgewalt stehen wird.

    - Im 13. Jahrhundert wird zumindest die Siedlung durch Brand zerstört. Die nun einsetzenden Urkunden erwähnen für 1286 eine Kapelle und in der Folgezeit verschiedene Besitzer, darunter die Grafen von Lauterberg, die im Zeitalter der Staufer enge Beziehungen zu diesem Geschlecht unterhalten und große Teile ihres Besitzes aus Reichsbesitz erhalten hatten.

    - Im 14. Jahrhundert fällt Düna bis zur Wiederbebauung im 16. Jahrhundert wüst.


Erze aus allen
wichtigen
Lagerstätten des
Oberharzes wurden
bereits in
der Römischen
Kaiserzeit nach
Düna transportiert
und dort verhüttet.

Foto:
C. S. Fuchs

Dr. Lothar Klappauf