Anmerkungen des Architekten Wolfgang Grönig (Osterode) zum Harzkornmagazin in Osterode

Baumasse:

Das Gebäude hat die Abmessungen 69,80 x 17,50 m und eine Gesamthöhe 3 von 23,0 m über Straßenniveau. Die Größe des umbauten Raumes - 22 730 m - sei durch den Vergleich mit dem gegenüber errichteten "Möbelhaus Harms" veranschaulicht: das Harzkornmagazin kann den genannten Neubau gut 6 mal in sich aufnehmen.

Nutzflächen:

Das Gebäude enthält 1 Sockelgeschoß, 3 Vollgeschosse, 3 Geschosse im hohen Walmdach und den Dachboden über der obersten Kehlbalkenlage; also insgesamt 7 Geschoßdecken, von denen sechs und das Sockelgeschoß voll belastbar sind. Die gesamte Nutzfläche beträgt rd. 6 180 m - ohne Hofdurchfahrt, Treppenhaus und obersten Dachboden.

Konstruktion:

Die massiven Außenwände sind von bemerkenswerter Wuchtigkeit: 1,71 m Wandstärke im Sockelgeschoß und - geschoßweise abnehmend - noch 75 cm dickes Mauerwerk im oberen Vollgeschoß. 164 Fenster mit tiefen, nischenartigen Leibungen im Mauerwerk, sowie 32 Dachaufbauten ("Erker") sorgen für die Belüftung der Etagen. Die Öffnungen sind ihrer Zweckbestimmung entsprechend klein gehalten. 4 große, je zweigeschossige Dachaufbauten enthalten türgroße Luken, über die mittels Flaschenzug die Beschickung der Dachgeschosse mit dem Speichergut von außen erfolgte.

Das Gebäudeinnere besteht aus einer einzigartigen Holzkonstruktion. Nur das hofseitige Treppenhaus - ebenfalls in Holzfachwerk mit breiter Holztreppe aus massiven Blockstufen ausgeführt - bildet eine geringe Einbuchtung innerhalb der Geschoßflächen, welche mit rd. 1000 m Einzelgröße von Giebel zu Giebel durchlaufen, ohne von tragenden oder nur trennenden Wänden unterbrochen zu werden. Der Gebäudequerschnitt zeigt die 6 Geschoßböden in reiner zimmermannsmäßiger Ausführung aus heimischen Hölzern. Die 16 m langen Balkenlagen 34/34 bis 28/24 cm im Querschnitt - werden von Holzunterzügen getragen, die über 2 Säulenreihen mit Kopfbändern aufliegen. Das Stützensystem wiederholt sich in allen Geschossen gleichbleibend. Die Holzverbindungen (Zapfen mit Versatz, etc.) sind handwerksgerecht mit Holznägeln ausgeführt. Die Fußbodenflächen bestehen aus 40 mm starken Bohlen.


 

Quelle: GRANZIN, Martin (1972): 250 Jahre Harz-Kornmagazin in Osterode am Harz.- Heimatbll. Harzrand, H.28, 1-12, Osterode