Das entwickelte Sicherungs- und Sanierungskonzept wurde aus folgenden aufeinander aufbauenden Maßnahmen zusammengefügt:
  • Sicherung der Turmumgebung vor kleineren Absturzmassen durch ein reißfestes Netz während der Bauperiode.
  • Aufbau eines Arbeitsgerüstes mit 16 Ebenen, um die gesamte Ruine herum (Abb. 8).
  • "Beräumen", also Abtragen von allem losen, stark absturzgefährdeten Steinmaterial von oben nach unten fortschreitend, sowie provisorische Stahlseilsicherung gelockerter, aber nicht abtragbarer Wandpartien (Abb. 9 und 10).
  • "Sandstrahlen" (mit Hochofenschlacke-Feinstsplitt) aller Oberflächen um anhaftenden Schmutz, loses Feinmaterial, Kleinbewuchs und Verkrustungen zu entfernen.
  • Festigen der Wandoberflächen und äußerliches Schließen der Zerrspalten im Mauerwerk durch materialidentischen Gipsmörtel im Spritzputzverfahren (Abb. 11), besonders als Vorbereitung der Mörtelinjektionen. Ein stoffidentischer Restaurierungs-Gipsmörtel wurde deshalb gewählt, um künftigen Schäden durch Stoffunverträglichkeiten vorzubeugen.
  • Innere Festigung des Mauenwerkes durch Verfüllen möglichst aller Zerrspalten und konstruktiv bedingter Hohlräume mit einem möglichst materialidentischen ggf. auch einem andersartigen, aber materialverträglichen Injektionsmörtel von einer großen Anzahl horizontaler Bohrlöcher aus (Abb. 12, 17 und 21).
  • Sichere, möglichst dauerhafte Ausbildung der Abdeckungen der beiden Ruinenzähne. Die Entscheidung fiel hier, besonders aufgrund materialkundlicher Überlegungen der Denkmalpflege, zugunsten von edelstahlarmierten, dicken Abdeckplatten aus Estrichgips (Abb. 13, 14 und 20).
  • Nachhaltige Stabilisierung der besonders gefährlichen radialen und konzentrischen Spalten und Risse im Mauerwerk durch das Einbringen von Zugankern und "Nadeln" aus geripptem Edelstahl (Abb. 12, 15, 19 und 22).
Die Verwendung von hochwertigem V4A-Edelstahl für alle Armierungselemente ist übrigens deswegen erforderlich, weil normaler Baustahl im Kontakt mit Gipsbaustoffen innerhalb von wenigen Jahrzehnten durchrosten könnte.

Diese z.Z. miteinander verzahnten Arbeitsschritte stellen die innere Konsolidierung der geometrisch besonders ungünstig gestalteten Bergfriedruine sicher, sie erhöhen die Lebensdauer dieses Baudenkmals vermutlich um Jahrhunderte und sie verringern die vom Bauwerk ausgehenden Gefahren nachhaltig auf ein geringes Restrisiko (bes. Abplatzen von Putzstücken).