Abb. 2: Wie die Alten den Turm der Burg zu Osterode erbauten: Es ging schichtenweise voran. Zunächst wurden die Steine der äußeren und inneren Schale gemauert und mit feinkörnigem Gips-Mörtel verfugt (dies tun die Arbeiter im Vordergrund), denn sie sollten als verlorene Schalung für das innere Mauerwerk dienen. Hierzu wurde auf die jeweils letzte Schicht von Steinblöcken aus Quarzit (sie ist links oben zu sehen) ein grobkörniger Gipsbeton von 10-15 cm Dicke in ein oder zwei Lagen aufgebracht (das machen die Arbeiter, die oben gegen den Himmel stehen). Ehe dieser abband, also solange er noch plastisch war, hat man die nächste Schicht Geröllsteine in diesen Gipsbeton eingedrückt (das sieht man im rechten Mittelteil des Bildes). In einem gedachten Schnitt durch die Mauer ist der schichtenweise Aufbau dargestellt. An der äußeren Mauerschale hat man noch Reste eines dünnen Putzes mit eingeritzter Quaderteilung entdecken können. Mit der für romanische Bauten charakteristischen Ritzquaderverputzung ist der Arbeiter ganz unten beschäftigt. Die eingemauerten Rüsthölzer dienten wahrscheinlich der Auflagerung von Bohlen für das dargestellte Arbeitsgerüst. Zeichnung und Bildtext: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen BOYKE, Clausthal-Zellerfeld.