Abb. 5: Dieses Außenschalen Detail von der ostnordöstlichen Außenseite des Hauptzahns in etwa 14 m Höhe zeigt eine der typischen Dehnungs- bzw. Zerrspalten, die sich nach und nach unweit der Hauptabbruchkanten gebildet hatten. Man erkennt deutlich, wie die linke Mauerscheibe sich etwa 5 cm weit, hin zur östlichen Abbruchkante bewegt hat. Der Pfeil zeigt die Bewegungsrichtung, seine Länge die mittlere Öffnungsbreite der Spalte an. Der klaffende Riß durchquert zickzackförmig die Mauer. Ein Absturz der linken Masse unterblieb aufgrund dei Verhakung der unter hohem Auflastdruck stehenden "Sösekiesel" und des äußerst fest gebliebenen Gipsmörtels. Aufnahme vom 19.01.1996
(Archiv HK-OHA 95-20)

Da der Gipsmörtel bzw. -beton, z. T. auch die "Sösekiesel" selbst, durch die vielfältigen Belastungen im Lauf der Jahrhunderte auch viele kleinere Risse meist im Abstand von etwa 20-50 cm erlitten hatten (Abb. 6), konnte Niederschlagswasser das ganze Mauerwerk durchsickern und wurden Staub, Blätter und Samen tief eingespült. Nistende oder rastende Vögel sorgten für Düngung dieses erdartigen Substrats. Das waren die Grundlagen für die bereichsweise starke, romantisch wirkende Begrünung des Gemäuers. Auf den Kronen der beiden Mauerzähne hatte sich zwischen freiliegenden Sösekieseln und einzelnen Gipsbetonaufragungen eine dunkle, mulmige Erdschicht herausgebildet und es grünten dort kleine "Steingärten" (Abb. 7). Kleinere Bäume, besonders eine verkrüppelte Eberesche auf der Ruinenspitze übten durch ihr tiefreichendes, stark entwickeltes Wurzelsystem einen zusätzlichen Spreizdruck in den Gemäuerrissen aus.