Abb. 6: Wie gefährlich die Durchtrennung des Mauerwerks durch Zerrspalten besonders an der Nordwestseite des Hauptzahns war, zeigt dieses Detail vom freiliegenden Kernmauerwerk in 22 m Höhe. Erst nach der Entfernung von losem Material und einer Sandstrahlreinigung der Gemäueroberfläche wurde die Dramatik der Mauerwerkszerrüttung nahe der z.T. überhängenden westlichen Abbruchkante des Hauptzahns sichtbar. Auch hier verhinderte nur die Festigkeit der sich verhakenden Gipsbeton-Bruchkörper den Absturz einer Mauermasse von vermutlich über einhundert Tonnen auf den Hang oberhalb des Stadtteils Freiheit. Links unten ist eine kleine Wandnische sichtbar. Lage des Ausschnitts: siehe Abb. 15.
Unterhalb des Papierschildchens ist eine der horizontalen Arbeitsgrenzen, die beim Ausbreiten der Gipsbetonlagen entstanden, gut erkennbar (vergl. Abb. 2). Die 1m-Meßlatte hat eine 10cm-Einteilung. - Aufnahme vom 18.03.1996 (Archiv HK-OHA 96-40)

Statische und klimatische Belastungen hatten weithin die Bindung zwischen den rundlichen, glatten "Sösekieseln" und dem Mörtel gelöst. Viele Steine lagen folglich lose, nur durch die Schwerkraft gehalten, in Mulden der Gipsbetonunterlage. Wurzeldruck, Erdeinschwemmungen in Spalten, Frostsprengung, Sturm und besonders sich weitende Risse im Mörtelbett brachten exponiert an der Außenhaut liegende Steine öfters unverhofft zum Absturz (vergl. HOLZAPFEL & KOHNKE, 1990, S. 29): so durchschlugen Anfang Januar 1996 einige große B1öcke aus der Innenverblendung des Turmes während des Gerüstaufbaues die Bodenbretter von etwa acht Gerüstlagen. Die Gerüstbauer berichteten vom Herabfallen weiterer - kleinerer - Steine, die vermutlich durch die Erschütterungen beim aufwendigen Gerüstaufbau gelöst worden waren. Glücklicherweise kam dabei niemand zu Schaden.