Von dem Sachswerfischen See, der Tantz-Teich genannt 
Von dem Sachswerfischen See, der Tantz-Teich genannt.

Von diesem See habe ich zwar allbereit etwas im vorigen Capitel unter dem zwölfften Titel von der Höle, das Ziegen-Loch genannt, gedacht, weil derselbe Bericht aber unvollkommen, hingegen solcher See, wegen seines Strudels, merck-würdig ist, so habe nicht unterlassen können, allhier ein mehrers davon zu melden. Berichte also: daß dieser See über dem Dorffe Nieder-Sachswerfen zur lincken Hand, des Weges wenn man nach Appenrode zugehet, hart an dem Berge darinnen das vorgemeldete Ziegen-Loch sich befindet, liege; Das Wasser darinnen hat keinen sichtbaren Zufluß aber einen ziemlich starcken Ausfluß, und ist von solcher Tieffe, daß man auch keinen Grund an dem Ort, wo es am tieffesten, sehen kan, derowegen auch solches gantz schwartz und grausam aussiehet. Wenn man auff diesem See mit einem Kahne fähret, und damit dem vor gedachten Berge in etwas zu nahe kömmet, fänget derselbe gleichsam an zu tantzen, und mit den darauff Fahrenden rund umzugehen, dahero auch der See den Namen bekommen, und der Tantz-Teich genennet wird. Es hat aber ein solcher gefährlicher Tantz einesmahls bald einen unvorsichtigen Fischer, so den Teich gepachtet gehabt, um sein Leben gebracht, massen er mit genauer Noth, durch grosse Arbeit, hat wieder davon kommen können: Die Ursache aber dieses gezwungenen Tantzes ist ein Strudel oder Wasser-Wirbel, so unter dem holen Berge, darunter das Wasser hinfliesset, sich befindet, und die herzu nahenden Kähne an sich ziehet. Vor der letzten Ao. 1682 alhier grausam grassirenden Contagion hat in gedachtem Sachswerfen ein Hannöverischer Soldate im Quartier gelegen, so ein guter Fischer und Täucher gewesen, derselbe hat manchen schönen Fisch, sonderlich grosse Forellen aus diesem See oder Teiche geholet, und dabei berichtet, daß unter dem Berge ein Loch in einen Felsen gehe, darein das Wasser fiele, und solchen Wirbel verursache, von welchem er auch zu einer Zeit bald wäre ertappet und ersäuffet worden, als er demselben ein wenig zu nahe kommen sei.