Von dem Hertzbergischen See, der Ochsen-Pful genannt 
Von dem Hertzbergischen See, der Ochsen-Pful genannt.

Fünff Meile von hier in dem nach Hannover gehörigen Fürstenthum Grubenhagen lieget gegen dem Obern Vor-Hartz das Schloß und Städtgen Hertzberg, dabei ein runder See ist, welchen die Einwohner den Ochsen-Pful nennen. Dieser See ist biß oben an das Ufer stetig voll Wasser, weilen er einen starcken Zufluß, hingegen gar keinen Ausfluß hat, dessen ohngeachtet, läufft er doch nicht über, indem das überflüßige Wasser durch gewisse unterirdische Gänge wieder abgeführet wird und vermeinen einige, daß solches auff gedachte Art nach dem Rhumspringe fliesse. Es ist aber dieser Ort ohngefähr eine Meile von diesem See gelegen, und hat solchen Nahmen von dem Fluß, die Rhume genannt, bekommen, als welcher daselbst entspringet, und bei Catelnburg sich mit dem aus dem Hartz-Gebürge kommeden Oder-Fluß vermischet, und endlich unter Northeim in die Leine fället. Ferner hat dieser See an Fischen keinen Mangel. Merck-würdig aber ist es, daß hart bei demselben ein ziemlich tieffer Erd-Fall angetroffen wird, der kein Wasser hat; Die Ursach dessen ist vielleicht, daß sich hierzwischen ein fester Stein-Fels oder ein anderer harter Boden befindet, so da verhindert, daß aus der See kein Wasser in den Erd-Fall dringen kan. Sonst giebet es noch bei Hertzberg einen andern länglichten See, der auch sehr voll Wasser ist, und ziemliche Fische hat, weilen ich aber nichts Sonderliches davon melden kan, so habe denselben mit Stillschweigen übergehen wollen.