Von einem künstlichen Spring-Brunnen in dem Hoch-Fürstlichen Schwartzburgischen Garten zu Sondershausen.

In dem benachbarten Hoch-Fürstlichen Schwartzburgischen schönen Schloß- und Lust-Garten zu Sondershausen, wovon ich in dem Nachfolgenden etwas gedencken werde, befindet sich auch ein künstlicher Spring-Brunnen, welcher nicht allein im Sommer zum Begiessen derer, von denen Sonnen-Strahlen abgematteten, Garten-Gewächsen dienet, sondern auch eine unvergleichliche Zierde des Gartens, und dieserwegen sonderlich merck-würdig ist. Es lieget aber derselbe fast mitten in dem Garten zwischen denen Quartieren desselben, und vergnüget, so wohl mit seinem hellen springenden Wasser die Augen eines curieusen Anschauers, als auch dessen Ohren mit seinem angenehmen Geräusche. Das Wasser desselben wird mit grosser Mühe und Unkosten geleitet; massen dessen Ursprung von demselben 2000 Schritt weit an einem, gegen den Garten über liegendem Berge, vorhanden ist, von dar solches durch sehr viele Röhren geführet werden muß, ehe es an Ort und Stelle kömmet. Ob nun schon der Boden des Gartens auch an keinem niedrigen, sondern ziemlich erhabenen, Orte gelegen ist, so wirffet doch diese Fontaine oder Spring-Brunnen das Wasser durch den engen Auffsatz 24 Schuh hoch über sich, und fället, an Statt eines Spring-Brunnen-Beckens oder Kastens, in ein ziemlich weites und Mannes-tieffes rundes Behältniß oder Teichlein, welches von ausgearbeiteten Steinen ausgemauret, und dessen Boden mit breiten steinernen Blatten beleget ist.