Von denen unter Auleben gelegenen Saltz-Brunnen.

In der benachbarten, nach Rudolstadt gehörigen, Graffschafft Schwartzburg findet man über dem Dorff Auleben etliche Saltz-Quellen, so aber nicht reich von Saltz sind, und also die Unkosten nicht abwerffen, wenn man solche in Pfannen unter Saltz-Hütten oder Köthen sieden will, ehe und bevor dieselben von dem wilden Wasser durch ein Leck-Werck befreiet werden. Es ist aber ein Leck-Werck ein langes mit Ziegeln, Schindeln, Stroh oder anderer Materie gedecktes und unten offenes Gebäude, welches bei sechszehen Werck-Schuh weit, und ohngefähr vier Ellen hoch von der Erde ist. Mitten durch dasselbe gehet von oben biß unten aus ein langer von Brettern gemachter Kasten, welchen man voll Söhle lauffen lässet, über demselben henget aber vieles an einander gebundenes langes Schütten-Stroh, daran die arme Saltz-Söhle, wenn die Sonne scheinet, von beiden Seiten gegossen wird, so verzehret sich das dabei befindliche übrige wilde oder süsse Wasser, und dieses je leichter und eher, je heisser die Sonne scheinet, und ein trocken lufftiges Wetter vorhanden ist. Wenn nun die Söhle etliche Tage an das Stroh gegossen, und also dicker und reicher im Kasten worden, so wird dieselbe in die Saltz-Pfanne gebracht, und alsdenn mit wenigern Holtz, als andere sonst reiche Söhle, gesotten. Auff diese Art sind vormahls solche Saltz-Quellen zu Gute gemachet worden, nachgehends aber sind dieselben biß hieher liegen geblieben, vielleicht deswegen, weilen solche in der Qualität abgenommen, und die Mühe und Arbeit nicht wohl verlohnet haben, derowegen anjetzo bei denenselben nichts Sonderliches mehr zu sehen ist, ausserhalb dessen, daß daselbst einige Kräuter angetroffen werden, die sonst an dem Meer und andern saltzigen Oertern wachsen.