Von dem Hartz-Fluß, die Gose genannt.

Dieser Fluß ist nicht groß, und entstehet im Ober-Hartz, nicht gar weit von Goslar, in welche Stadt solcher auch, vermöge eines Grabens, geleitet wird. Den Nahmen soll derselbe von der Frau des Jägers und Erfinders derer Rammelsbergischen Berg-Wercke bekommen haben, als welche Gosa geheissen, wie Herr Georg Engelhardt von Lehneisen in dem fünfften Theil des Berichts von Bergwercken fol. 77 meldet. Von diesem Fluß ist merckwürdig, daß daraus zu Goslar eine Art Weizen- oder Weiß-Bier gebrauet werde, welches man die Goslarische Gose oder das Goslarische Bier nennet, das, seiner Tugenden wegen, sehr gerühmet, und hie und dort hingeführet wird, massen solches nicht allein einen solchen lieblichen Geschmack hat, daß auch die davon zubereiteten Suppen wie Wein-Suppen schmecken, sondern auch sehr gesund zu trincken ist, indem es so wohl eröffnet, als auch zugleich laxiret. Es pfleget aber am meisten diejenigen zu laxiren, so dieses Getränckes nicht gewohnet sind, dahero auch einige folgenden Schertz-Reim davon gemachet haben:

Es ist zwar ein sehr gutes Bier die Goslarische Gose,

Doch wenn man meint, sie sei im Bauch, so liegt sie in der Hose.

Die Ursach aber derer vor gedachten Kräffte wird gemeiniglich dem mineralischen Gose-Wasser zugeschrieben, wiewohl auch, was das Laxiren betrifft, solches von der Hefe der Gose herrühren kan: weilen dieselbe der Orten vor eine Delicatesse oder das Beste des Tranckes gehalten, und derselbe dieserwegen vorhero wohl umgerüttelt wird, ehe man denselben trincket.