Von dem dunckel-grauen Alabaster-Stein-Bruch.

Diser dunckel-graue Alabaster-Stein stehet nicht weit von dem Dorffe Steier-Thal, und siehet mehrentheils schwartz aus, wenn er gearbeitet und poliret wird. Von diesem hat man lange breite Stücke, welche sieben biß acht Schuh lang, und offtmahls auch so breit sind; Sie fallen aber nicht viele über einen Schuh dicke, weilen dieselben Blatten- oder Schalen-Weise gebrochen werden, da etwa eine Blatte drei biß funffzehn Zoll dicke ist. Der Centner gilt hiervon durch die Banck zwölff Groschen, und ist ein herrlicher Stein, um daraus Epitaphia, Altäre und andere Architectur-Arbeiten zu machen, massen die weisse Bildhauer-Arbeit sehr schön darauff pariret oder lässet. In diesem Stein fället zu Zeiten hier und da eine gerade, oder gleiche, weisse sehr hell-gläntzende Ader, biß zwei Zoll dicke, so von etlichen Frauen-Eis, hier aber Glinzer-Spatt, genennet wird. Hievon werden schöne Tische verfertiget. Es können aber auch solche Stücke in der Architectur, wie mir berichtet worden, zu gleichen Sachen, als da sind Pilastre, Frise, und andern mehr, gebrauchet werden, denn solche Adern, wenn der Stein an sich selbst poliret worden, wie Silber oder Perlen-Mutter aussehen, und dieses desto mehr, wenn die Flammen schön fallen, wird aber solcher Stein mit einem besondern hellen Firnüß überzogen, und hernach poliret, so spielen dessen Flammen wie Gold. Von dieser Gattung wird der Schuh in die Länge und Breite, wenn dieselbe auff vor besagte Art verarbeitet worden, um einen Reichs-Thaler verkauffet. Sonst hat mich eine gewisse Person berichtet: wie auch ausser vor gedachten Alabaster-Steinen, in der Graffschafft Stolberg ein rechter Marmor gefunden werde, der so fest wie ein Kiesel-Stein, und derowegen, so wohl zu denen Præparir-Steinen derer Apothecker, als auch denen Farbe- oder Reibe-Steinen derer Mahler, sehr dienlich sei; weilen aber derselbe, ohnerachtet Ihro Hoch-Gräffliche Gnaden von Stollberg ihm eine Gnade zugesagt, solchen Bruch nicht offenbahren will, so kan anjetzo davon nichts Sonderliches melden. Endlich berichte dem curieusen Leser, daß man von denen vorhero specificirten Alabaster-Steinen, bei denen hiesigen Bild-Hauern, schöne polirte Proben, um ein billiges Geld, haben kan, welche wehrt sind, daß sie ein Curiosus zur Rarität unter andern Curiositäten, auffbehalte, wie ich denn hievon albereit unterschiedene an gute Freunde habe verschicken müssen.