Ber. naturhist. Ges. Hannover
124
67 - 112
Hannover 1981

Die erdgeschichtliche Entwicklung der Beierstein-
senke als Modell für die jungquartäre Morphogenese
im Gipskarstgebiet Hainholz/Beierstein
(südwestliches Harzvorland)

von

HANS-JOACHIM WEINBERG
mit 9 Abbildungen und 2 Tabellen



Z u s a m m e n f a s s u n g: Die Naturschutzgebiete Hainholz und Beierstein am südwestlichen Harzrand umfassen zwei Gipsmassive des Hauptanhydrits, Zechstein 3, die einen außerordentlich reichen und noch ungestörten Formenschatz des Gipskarstes aufweisen. Bohrungen, Oberflächenkartierung und palynologische Untersuchungen ergaben detaillierte Aufschlüsse über die Entwicklung des Beierstein-Massives und der ihm vorgelagerten Senke seit Ende der Eem-Warmzeit. Seit dieser Zeit hat sich der Massivrand durch laterale Subrosion um einige Dekameter zurückverlagert. Mit Beginn des Holozäns fing die Entwicklung einer Höhle von zuletzt etwa 50 m x 200 m Grundfläche an, die um 3000 v.Chr. einstürzte. Der sedimentär verfüllte Erdfall bildet die heutige Beiersteinsenke. Die ehemaligen Höhlensedimente konnten im Untergrund der Senke erbohrt und ihre Genese geklärt werden. In den Höhlenlehmen wurden paläozoische Sporae dispersae entdeckt und bestimmt. Abschließend wird versucht, die an der Belersteinsenke gewonnenen Ergebnisse auf die beiden Naturschutzgebiete Hainholz und Beierstein zu verallgemeinern.