„Die Sprengstoffabrik „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld – Geschichte und Perspektive einer Harzer Rüstungsaltlast“ in 3. Auflage erschienen

Wie ein Krimi liest sich dieses Buch - und der Inhalt ist ja auch danach... „Werk Tanne“ - unter diesem Tarnnamen entstand in der NS-Zeit im Oberharz eines der fünf größten militärischen Sprengstoffwerke des damaligen Deutschen Reiches. Ca. 2800 Tonnen Sprengstoff wurden hier während des 2. Weltkrieges Monat für Monat größtenteils von Zwangsarbeitern unter gefährlichen Umständen produziert und in Bomben, Minen und Granaten gefüllt.

Erst nach dem Krieg wurde das ganze Ausmaß der Umweltbelastung bekannt, die von diesem Werk ausging und immer noch ausgeht. Bis heute belasten die hochgiftigen und krebserregenden Abbauprodukte des TNT Wasser und Boden in der engen und weiteren Umgebung des Werkes. Von hier kamen auch die Wässer, die über das Bremketal in den Südharz geleitet wurden, um hier in die Schluckbrunnen im Osteroder Gipskarst versenkt zu werden -Verbleib der Wässer bisher unbekannt.

Die vier Harzer Autoren Dr. Michael Braedt, Hansjörg Hörseljau, Frank Jacobs und Friedhart Knolle unternahmen es, die Werksgeschichte von „Tanne“ neu zu schreiben. Auf über 160 Seiten und mit 57 Abbildungen haben die Fachleute alles technisch und historisch Wissenswerte zusammengestellt, das über die Tanne-Werksgeschichte bekannt ist: Standort und Produktion, „Entsorgung“ der giftigen Abfälle, die Explosion im Juni 1940, der alliierte Bombenangriff im Oktober 1944, Arbeiter und Zwangsarbeiter des Werkes, Nachkriegsnutzung und Umweltschäden sowie die aktuellen Modellsanierungsansätze als bundesweites Zentrum zur Erprobung biologischer Sanierungsverfahren - es gibt kaum einen Aspekt des Werkes, den die Autoren nicht bearbeitet haben.

Der Band ist im Verlag Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld, in der 3.Auflage erschienen und umfasst 166 Seiten, 58 Abbildungen sowie 7 Tab. Preis 8 Euro. ISBN 3-89720-124-0. Bestellungen sind direkt beim Verlag möglich:
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