Das Weingartenloch bei Lauterberg

Eine Stunde von Lauterberg unweit Nüxey im ehemaligen Fürstenthum Grubenhagen befindet sich eine tiefe Höhle, aus der angeblich die Steine, welche man zum Bau des Klosters Walkenried gebraucht hat, hergeholt worden sind, diese Höhle hat zwar als Eingang ein schönes Gewölbe, ist aber so beschwerlich zu durchkriechen und so voll verdorbener Luft, daß sie nicht leicht besucht wird. Man sagt, sie enthalte große Schätze. Wenn man sie einmal betreten habe, dürfe man sich nur nicht abschrecken lassen, sondern müsse sich mit aller Anstrengung rück- und vorwärts hindurchwinden. Denn sei man etwas vorgerückt, so erweitere sich der Raum, wo dann der Teufel den Ankommenden aufs Freundschaftlichste begrüße und alsdann in einen großen durch brennende Lichter herrlich erleuchteten Saal einführe. In der Mitte des Saales stehe ein Tisch, auf welchem ein großes Buch liege. Nachdem nun der Ankömmling sich etwas ausgeruht habe, so werde er durch die prächtigsten Zimmer geführt und ihm ganze Berge von Gold und Silber gezeigt und ihm die Freiheit gegeben, so viel davon zu nehmen, wie er wolle, sobald er sich dem Teufel verschreibe. Habe man nun seinen Namen in das Buch eingetragen, so könne man mit Reichthum beladen wieder zurückkehren. Viele haben sich durch diese Sagen täuschen lassen, hier nach Schätzen zu suchen, und ihre Habsucht mit dem Leben bezahlt, so stieg einst deshalb ein Mädchen herab, allein da ihr Geleuchte zu Ende ging, wußte sie den Ausgang nicht wieder zu finden und mußte in der Höhle elend umkommen. Später ward ein Jäger in derselben Höhle todt gefunden. Im Jahre 1819 ließ sich ein Familienvater aus Moringen, der nicht einmal arm war, allen Warnungen zum Trotz verleiten die Höhle zu befahren. Er blieb aber in einer Senkung stecken und mußte, aller angewendeten Hilfe ohngeachtet, darin umkommen.