Hans von Eisdörp

(Niederdeutsch, Osteröder Mundart)

Hans von Eisdörp war saun ruchlosen Mann, dat hei sek von sienen Landslüen afsondere, und sammele sek ne Banne, womit hei sek in Höhlen upheilt. Hiermit dee hei der Stadt Osteroe veelen Schaden un den Dörpern, dei in der Gegend lieht, ook, denn hei dee rauben un stehlen, un nam ook den Heers (Hirten), dä da öhre Veih weiden deen, dat Veih af, wat hei denn mit sienen Verbündeten verteren dee; un wenn se öne nahsporen deen, sau güngen se ümmer irre, denn öt war saun Schlukop, dat hei sienen Pären de Haufisen verkehrt undernägeln dee. Sau betreif hei düt ne ganze Tied lang, bet hei endlich dorch siene Dristigkeit mal an Kracke sat (sich festrannte). Oet war nämlich in Osteroe mal Jahrmarket, wo hei sek ok bie anfund, da gung hei in ein Wirtshus, un dee da zechen mit sienen Verbündeten. Nun war dat Gesetze sau: dat ein jeder, dä sik blot wegen de Jahrmarket-Frieheit in de Stadt true, ümme drei Uhr all wedder ruter sien mußte; ümme drei denn sau leit de Obrigkeit lühn un denn sau war dat Jahrmarket ute. In den Wirtshufe aber da harren öne schon welke kennt, de waren glik hen nan Gerichte lopen un einer harre glik de Uhr verstellt, dat Gerichte dat harre glik Lüe schicket, de öne sollen feste nöhmen. De Uhr de schlaug drei, un nu stürme hei mit siener Banne glik eruter. Aber butten (draußen) da word hei öbel mit sienen Verbündeten begrüßet, se neihmen öne glik feste un nu word hei hen nahn Dore brocht. Nah einiger Tied wärd von den Gerichte dat Urteil fällt, dat hei solle von veier Ossen in veier Deele reten werden. Un düt is up Seikenhowe scheihn. Dat eine Deel davon hebbet se nah der Wagelos brocht un da begraben, dat andere nah den Rönnenberge, dat andere nah der Mahnte und dat vehre nah den Brennewienssteine. Up den Brennewienssteine da zeiget sek nu alle Abende ne Lüchte de von einen Deele bet taun anderen Rad schleit un teletzt wedder up den Brennewienssteine verschwind.