Die Initialphase der Vegetationsentwicklung nach Windwurf in Buchen-Wäldern auf Zechstein- und Buntsandstein- Standorten des südwestlichen Harzvorlandes

[ Anlass dieser Arbeit ]
 

Krücker

Der Krücker ist ein kompakt wirkender, teilweise zertalter Höhenzug mit ausgeprägter Plateaulage, etwa 7 km südlich der Stadt Osterode. Er erreicht etwa 340 mNN und fällt in den Randbereichen auf 240-250 mNN ab. Sein nordöstlicher Teil, in dem auch alle Untersuchungsflächen (Tab. 1) liegen, schließt an das Hainholz an.

Abb. 6: Großflächiger Windwurf am Krücker;
links: belassener Krücker-Osthang (August 2000);
rechts: geräumtes Krücker-Plateau (Februar 2002).

Geologie und Böden: Der Krücker gehört zu einem mächtigen, vom Unteren Buntsandstein gebildeten Plateau, das sich zwischen den Ortschaften Wulften, Schwiegershausen, Hörden und Hattdorf erhebt (GEOLOGISCHE SPECIALKARTE 1884). Der Buntsandstein ist unterschiedlich stark mit Lößlehm überdeckt, es herrschen mittel- bis tiefgründige Braunerden vor.
 

Bestockung: Der Krücker wird in seinem südlichen Hauptareal von Nadelholzforsten dominiert. Besonders im Norden und Nordosten kommen Buchen- und Buchenmischwälder hinzu. Im Bereich der entsprechend Tab. 1 einbezogenen Untersuchungsflächen stocken mehrere Ausprägungen des Hainsimsen-Buchenwaldes (siehe Kap. 4.1). Die Buche ist hier häufig die allein dominierende Baumart, das Bestandesalter betrug vor dem Sturm etwa 100 Jahre (Herr HAASE, mündlich).
 

Windwurfsituation: Die Sturmwurffläche am nordöstlichen Krücker umfasst etwa 25-30 ha (eigene Schätzung nach Luftbildauswertung). Besonders beeindruckend ist die große Kahlfläche mit belassenem Flächenwurf am Osthang (Abb. 6). Im Randbereich dieser mächtigen Verhaue existiert ebenfalls in Osthanglage lückiger Windwurf im Übergang zum nicht geworfenen Bestand. Auf dem Plateau dagegen verläuft die Grenze zwischen Bestand und (geräumtem) Flächenwurf eher abrupt.
 

Verwaltung und Nutzung: Der Krücker umfasst mehrere Abteilungen des Niedersächsischen Forstamtes Reinhausen, der Genossenschaftsforste Schwiegershausen und Hörden sowie minimale Anteile des Realgemeindeforstes Hattorf. Die Untersuchungsflächen (Tab. 1) liegen in Abt. 17 des Genossenschaftsforstes Hörden („Krücker-Osthang“ sowie bei den Licht- und Verjüngungsaufnahmen das Stratum „Lücken“) und in Abt. 6 des Genossenschaftsforstes Schwiegershausen („Krücker-Plateau“ sowie bei den Licht- und Verjüngungsaufnahmen das Stratum „Bestand“). Der gesamte nordöstliche Teil des Krückers gehört - dem Namen nach nicht ganz korrekt - zum NSG „Gipskarstlandschaft Hainholz“. Vor dem Sturm wurden sowohl das Plateau als auch der Osthang des nordöstlichen Krückers konventionell bewirtschaftet. Der Windwurf am Osthang wurde nicht geräumt und soll in Zukunft der natürlichen Sukzession und Wiederbewaldung überlassen bleiben. Ähnlich wie im Hainholz wurden hier weite Flächen durch den Landkreis Osterode „auf 99 Jahre“ angepachtet. Die Plateaubereiche dagegen, die ebenfalls zum NSG gehören, wurden maschinell geräumt und anschließend mit Buche, Berg-Ahorn, Esche, Fichte und Vogel-Kirsche aufgeforstet.
Desweiteren wurden Haselnuss, Schlehe und Gemeiner Schneeball im Zuge von Waldrandgestaltungsmaßnahmen ausgebracht (Herr HAASE, mündlich). Hier soll in Zukunft weiterhin naturnah gewirtschaftet werden.
 

Literatur zu diesem Auszug:
GEOLOGISCHE SPECIALKARTE VON PREUSSEN UND DEN THÜRINGSCHEN STAATEN (1884): Blätter Duderstadt (4427), Gieboldehausen (4327) und Weissenborn-Lüderode (4428), Maßstab 1 : 25.000, mit Erläuterungstext, Berlin.
 

Quelle:
Auszug aus: KOMPA, Thomas (2004): Die Initialphase der Vegetationsentwicklung nach Windwurf in Buchen-Wäldern auf Zechstein- und Buntsandstein-Standorten des südwestlichen Harzvorlandes Kap.2.1.3.- Diss. Univ. Göttingen, Biol. Fak.