Seminararbeit im Rahmen der interdisziplinären Veranstaltungsreihe zur
Umweltbildung und Umwelterziehung

Titel: Umweltbildung in Biosphärenreservaten.
Das Fallbeispiel Karstlandschaft Südharz

 
Rumpold, Daniel
Freimfelder Straße 103
06112 Halle/S.
Geographie-Diplom
Mnr. 96238327
9. Semester

Betreuer: Prof. Dr. paed. habil. E. Hartmann
Institut für Umwelttechnik
Zweitbetreuer: Prof. Dr. habil. paed. N. Protze
Institut für Geographie

Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. RÄUMLICHE GLIEDERUNG VON BIOSPHÄRENRESERVATEN

2.1 KERNZONE
2.2 PFLEGEZONE
2.3.ENTWICKLUNGSZONE


3. THEORETISCHE GRUNDLAGEN - BIOSPHÄRENBILDUNG ALS UMWELTBILDUNG IN BIOSPHÄRENRESERVATEN

3.1 PROBLEM- UND HANDLUNGSORIENTIERTE UMWELTERZIEHUNG
3.2 KOPÄDAGOGIK
3.3 NATURBEZOGENE PÄDAGOGIK
3.4 MITWELTERZIEHUNG


4. UMWELTBILDUNG IN BIOSPHÄRENRESERVATEN

4.1 DIE BEDEUTUNG DER UMWELTBILDUNG
4.2 ZIELE DER BILDUNG FÜR DIE UMWELT
4.3 THEMATISCHE ANSÄTZE VON UMWELTBILDUNG IN BIOSPHÄRENRESERVATEN


5. UMWELTBILDUNG IM GEPLANTEN BIOSPHÄRENRESERVAT KARSTLANDSCHAFT SÜDHARZ

5.1 EINFÜHRUNG
5.2 RÄUMLICHE ABGRENZUNG DES GEPLANTEN BIOSPHÄRENRESERVATS
5.3 UMWELTBILDUNGSKRITERIEN FÜR DIE ANERKENNUNG ALS BIOSPHÄRENRESERVAT
5.4 UMWELTBILDUNGSANSÄTZE IM ZUKÜNFTIGEN BIOSPHÄRENRESERVAT
5.5 FAZIT


6. LITERATURVERZEICHNIS


1. EINFÜHRUNG

Im Oktober 1970 wurde das internationale zwischenstaatliche Programm " Der Mensch und die Biosphäre" ins Leben gerufen. Dabei soll sich als zentraler Schwerpunkt ein weltumspannendes Netz von internationalen anerkannten, großflächigen Landschaften aufbauen.
(MINISTERIUM FÜR UMWELT- UND NATURSCHUTZ DES LANDES SACHSEN-ANHALT 1998, S. 8). Zu den Leitzielen dieses MAB-Programms (man and biosphere) gehört die Aufgabe, die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt zu verbessern. Dabei soll das Bewußtsein einer breiten Öffentlichkeit um die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen sowie um die Grenzen der Nutzbarkeit von Ökosystemen gefördert und in entsprechendes Handeln umgesetzt werden (STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE IN DEUTSCHLAND 1995, S. 11).
Diese sogenannten Biosphärenreservate erfassen Kulturlandschaften mit eingelagerten Naturlandschaften und repräsentieren biogeographisch definierte Lebensräume.
(MINISTERIUM FÜR UMWELT- UND NATURSCHUTZ DES LANDES SACHSEN-ANHALT 1998, S. 8)
Mit der Bezeichnung "Biosphäre" ist die weltweit verbreitete Pflanzen- und Tierwelt in den natürlichen Lebensräumen gemeint. Diese gilt es nach der dargestellten Initiative der UNESCO zu bewahren (MINISTERIUM FÜR RAUMORDNUNG UND UMWELT 1998, S. 12).

Die Bezeichnung " Reservat" kommt aus dem englischen und bedeutet schützen. Richtiger wäre im Deutschen der Begriff " Biosphärenschutzgebiet", weil hier die Bedeutung dieser Landschaft als Schutzgebiet leichter zu vermitteln ist (MINISTERIUM FÜR RAUMORDNUNG UND UMWELT 1998, S. 12). In den letzten Jahren entstand auch der Begriff " Biosphärenpark", welcher ausdrücklich auf die Notwendigkeit einer Gebietsentwicklung hinweist, aber sich nicht durchsetzen konnte (TROMMER 1992, S. 3 ff.).
Biosphärenreservate sind Großschutzgebiete, die international im Rahmen des UNESCO- Programms "Der Mensch und die Biosphäre" nach Maßgabe vorliegenden internationaler Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate anerkannt sind. Diese sollen durch die Verbindung dreier Funktionen Modellstandorte zur Erforschung und Demonstration von Ansätzen zum Schutz und nachhaltiger Entwicklung auf regionaler Ebene sein. Dabei sind unterschiedliche gelagerte Interessen der verschiedenen Zielgruppen zu berücksichtigen.
So sind Biosphärenreservate prädestiniert für die Umweltbildung von Besuchern und die Weitergabe der gewonnenen Arbeitsergebnisse an die ortsansässige Bevölkerung.
(STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE IN DEUTSCHLAND 1995, S. 12).

2. DIE RÄUMLICHE GLIEDERUNG VON BIOSPHÄRENRESERVATEN

Biosphärenreservate werden von der UNESCO als raumordnerischer Ansatz verstanden, mit dem funktionell sehr unterschiedlich genutzte Landschaftsteile in einem Gesamtkonzept zusammengefaßt werden sollen (ERDMANN UND FROMMBERGER 1999, S. 12). In diesem Gesamtkonzept erhalten die Ziele und Aufgaben in Biosphärenreservaten eine räumliche Gliederung (STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE IN DEUTSCHLAND 1995, S. 12)[siehe 4.].

Dabei werden je nach Einfluß menschlicher Tätigkeit Kernzone (Core area)[siehe 2.1], Pflegezone (buffer zone)[siehe 2.2] und Entwicklungszone (regeneration zone)[2.3] unterschieden.

Abbildung 1:
Schematische Gliederung eines Biosphärenreservats
(ERDMANN, K.-H. UND FROMMBERGER, J. 1999, S. 12)


2.1 KERNZONE

In dieser Zone soll sich die Natur vom Menschen möglichst unbeeinflußt entwickeln, wobei der Schutz natürlicher und naturnaher Ökosysteme höchste Priorität genießt. Forschungsaktivitäten und Erhebungen zur Ökologischen Umweltbeobachtung müssen Störungen der Ökosysteme vermeiden.
Dabei sollte die Kernzone mindestens 3 % der Gesamtfläche des Biosphärenreservats einnehmen.
(ERDMANN, K.H. UND FROMMBERGER, J., 1999, S. 13)
Auch die Vermittlung der Wildthematik in dieser Zone soll in Biosphärenreservaten eine große Rolle spielen. (TROMMER, G. UND NOACK, 1997, S. 87)

2.2 PFLEGEZONE

Diese Zone soll dem Erhalt und Pflege von Ökosystemen dienen, die durch die menschliche Nutzung entstanden oder beeinflußt sind. Ziel ist hier vor allem, Kulturlandschaften zu erhalten, die ein breites Spektrum verschiedener Lebensräume für eine Vielzahl naturraumtypischer - auch bedrohter - Tier- und Pflanzenarten umfassen. Auch hier werden Struktur und Funktion von Ökosystemen und des Naturhaushaltes untersucht, sowie auch ökologische Umweltbeobachtung durchgeführt. In dieser Zone sollen sich Erholung und Maßnahmen zur Umweltbildung am Schutzzweck ausrichten.

2.3 ENTWICKLUNGSZONE

Die Entwicklungszone ist Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung, indem die Mensch-Umwelt-Beziehungen untersucht werden sollen. Dabei haben hier die sozialverträgliche Erzeugung und die Vermarktung umweltfreundlicher Projekte zu einer nachhaltigen Entwicklung den Vorrang. Auch Umweltbildung spielt hier eine große Rolle. (STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE IN DEUTSCHLAND 1995, S. 12)

3. BIOSPHÄRENBILDUNG

Nach HEITKÄMPER und REHLI (2000) gibt es in Biosphärenreservaten eine spezifische Form von Umweltbildung, genannt Biosphärenbildung. Dabei bezieht sich dieser Begriff auf eine wissenschaftlich, politisch, international definierte Umwelt, nämlich die der Biosphärenreservate.
"Biosphärenbildung" wird als ein systematischer Umweltbildungsansatz verstanden, welcher auch die in der Agenda 21 proklamierten umwelt- und entwicklungspolitischen Handlungsanweisungen einbezieht. Dieser systematische, ökologische Umweltbildungsansatz ist einer der umfassendsten Umweltbildungsansätze, weil er die Umwelterziehung, Ökopädagogik, Ansatz des Lernens mit der Natur und Mitwelterziehung einbezieht.
Die folgenden Umweltbildungsansätze können nicht vollständig diskutiert werden, vielmehr soll der Versuch erfolgen, herauszuarbeiten, welcher Ansatz für welche räumliche Zone am besten geeignet scheint.

3.1 PROBLEM- UND HANDLUNGSRIENTIERTE UMWELTERZIEHUNG

Biosphärenbildung schließt zuerst den Ansatz der Umwelterziehung mit ein, welche konzeptionell an eine Problem- und Handlungsorientierung angebunden ist. Dabei kennzeichnet die Umwelterziehung vor allem ökologisches politisches Lernen, unter dem Aspekt der Funktion der Natur für den Menschen.
Die Auseinandersetzung beschränkt sich auf die natürliche, soziale und gebaute Umwelt. Ziel der Umwelterziehung ist eine ökologische Handlungskompetenz, welche sich als Bereitschaft und Kompetenz zum Handeln unter Berücksichtigung ökologischer Gesetzmäßigkeiten versteht (BOLSCHO 2000, S. 82). Dabei definiert die deutsche UNESCO-KOMMISSION Umwelterziehung folgendermaßen: "Umwelterziehung [muß] als Prozeß verstanden werden..., in dem der Einzelne und die Gemeinschaft sich der Umwelt und ihrer biologischen, physikalischen und soziokulturellen Komponenten bewußt werden und sich die Kenntnisse, Wertvorstellungen, Fertigkeiten, Erfahrungen und auch den Willen aneignen, individuell und gemeinschaftlich auf die Lösung der gegenwärtigen und künftigen Probleme der Umwelt hinzuwirken." ( DEUTSCHE UNESCO-KOMMISSION IN: ERDMANN 1998, S. 168). Allerdings greift die schulische Umwelterziehung auf eine rein kognitive Vermittlung zu kurz, weil affektive Aspekte des Lernens weitgehend ausgeblendet werden (GIERSCH 2000, S. 50).
Dieser erste Ansatz könnte vor allem für die Pflege- und Entwicklungszone eines Biosphärenreservats eine wichtige Rolle spielen.[siehe 2.2. und 2.3]

3.2 ÖKOPÄDAGOGIK

Auch die Ökopädagogik soll in das Konzept der Biosphärenbildung mit einfließen. Sie wurde Mitte der achtziger Jahre entwickelt, und hat ihr Gedankengut aus der Bürgerinitiativbewegung aus dieser Zeit. Demnach wendet sich die Ökopädagogik nach PREIßER (1991) "parteilich gegen die Fortsetzung entsprechender Gesellschaftsstrukturen." Auch die ökonomisch-technische Naturausbeutung, welche die Gesellschaftsstrukturen begünstigen, kritisiert diese Umweltbildungstheorie. Diese technisch-ökonomische Denkweise bewirkt nach BEER und DE HAAN ein technologisches Naturverständnis, daß zur Entfremdung des Menschen zur Natur führt (BOLSCHO 2000, S. 87). Zentral steht hier der Begriff der Ganzheitlichkeit, der nicht nur das Denken, Fühlen und Handeln des einzelnen Menschen, sondern auch innerhalb der Gesellschaft auffaßt (NATIONALPARKVERWALTUNG SÄCHSISCHE SCHWEIZ 1996, o.S.).
An erster Stelle wäre hier das Vorhandensein der Kernzone zu vermitteln, wo die Entwicklung ohne Einfluß des Menschen an erste Stelle steht und damit keine ökonomisch -technische Naturausbeutung stattfinden kann. [siehe 2.1]

3.3 NATURBEZOGENE PÄDAGOGIK

Als Element für die Biosphärenbildung spielt die von Göpfert entwickelte Konzeption der naturnahen Erziehung und Bildung eine wichtige Rolle. Dieser Ansatz konzentriert sich darauf, Jugendlichen einen emotionalen Zugang zur Natur durch sinnhafte, ganzheitliche Naturerfahrung zu verschaffen.
Dabei soll in erster Linie die Liebe zur Natur im Vordergrund stehen. Das emotionale Erleben von Natur könnte Einstellungen und Werthaltungen von Jugendlichen beeinflussen, wobei allerdings umweltbewußtes Handeln nicht zwangsläufig daraus folgt. (BOLSCHO 2000, S. 85)
Allerdings kritisiert APEL (1994), daß Handlungsorientierung durch Naturerfahrung nicht exakt definiert ist. Am ehesten geht es hier um eine zielgerichtete Einwirkung auf soziale und die natürliche Umwelt (APEL 1994, S.53).
Ansatzpunkte finden sich meiner Meinung sowohl in der Kernzone [siehe 2.1], welche nicht betreten wird, wie auch in der Pflege- und Entwicklungszone [ siehe 2.2 und 2.3] je nach den räumlichen Gegebenheiten.

3.4 MITWELTERZIEHUNG

Der vierte Ansatz ist nach REHLI und HEITKÄMPER (2000) die Mitwelterziehung, welche von MEYER-ABICH und HOFER entwickelt wurden. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht die Behütung des lernenden Menschen bzw. der Dreiklang des Menschen in seiner Mitwelt: Umwelt-Frieden-Kreativität.
" Mitwelterziehung bedeutet, in einem geschützten Rahmen frei agieren, auf Bedürfnisse anderer zu reagieren und eigene Ziele im Handeln suchen."(NATIONALPARKVERWALTUNG SÄCHSISCHE SCHWEIZ 1996, o.S.). Auch die Mitgeschöpflichkeit, als Geschwisterlichkeit aller Lebewesen, trägt in diesem Konzept einen wichtigen Anteil (BRILLING ET AL., 1999, S. 143).
WEIXLBAUMER (1996) unterstützt die Mitwelterziehung: "Gemäß den anspruchsvollen Kernsätzen der sogenannten Umwelterziehung, die noch durch das Motto: " lokales Handeln bewirkt globales Denken" zu ergänzen sind, sollte Mitwelterziehung in gelenkten Schutzgebieten erfolgen" (WEIXLBAUMER 1996, S. 83).
Diesen Bildungsansatz wäre in allen Zonen begründbar, weil dieser Dreiklang Umwelt-Frieden-Kreativität in dieser Modellregion eine wichtige Rolle spielt. Die Achtung der Mitgeschöpfe könnte gut in der core area [siehe 2.1] dokumentiert werden. Für die Entwicklung der Pflege- und der Entwicklungszone eignet sich meiner Ansicht nach die Mitwelterziehung am besten.[siehe 2.2 und 2.3]

4. UMWELTBILDUNG IN BIOSPHÄRENRESERVATEN

4.1 DIE BEDEUTUNG DER UMWELTBILDUNG IN BR

DIE STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE IN DEUTSCHLAND (1995, S. 11) legt die Bedeutung der Umweltbildung folgendermaßen fest: "Umweltbildung zählt zu den vorrangigen Aufgaben in Biosphärenreservaten in Deutschland." und damit gehört die Umweltbildung zu den wichtigsten staatlichen Aufgaben, die im UNESCO-Programm festgehalten sind (JENRICH 2000, S. 125).
Dabei stellt sie neben den rein administrativen Maßnahmen wie der gesetzlichen Regelungen oder Ausweisung von Schutzgebieten ein überaus wichtiges Instrument für den Umwelt- und Naturschutz dar.(STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE 1995, S. 12) Dabei ist die Umweltbildung in den gesetzlichen Grundlagen und Verordnungen der Biosphärenreservate verankert. Bei der Erarbeitung des konzeptionellen Rahmens der Biosphärenreservate wird die umwelt- und naturschutzbezogene Bildungsarbeit gleichrangig mit Schutz- , Pflege- und Entwicklungszielen gesetzt (STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE 1995, S. 35).
TROMMER, G. UND NOACK, R. (1997, S. 87) sehen besondere pädagogische Herausforderungen in der Natur- und Umweltbildung. Hierbei geht es hier um die Vermittlung und Rechtfertigung von einer nachhaltigen zu pflegenden und entwickelnden Kulturlandschaft.

4.2. ZIELE DER UMWELTBILDUNG IN BIOSPHÄRENRESERVATEN

Während der Begriff "Umwelterziehung" [siehe 4.2] hauptsächlich im schulischen Rahmen Verwendung findet, hat sich für das außerschulische, umweltpädagogische Wirken der Begriff "Umweltbildung" durchgesetzt. Unter dem Begriff " außerschulische Umweltbildung" werden nach DE HAAN (1997, S. 21) und der UNESCO- VERBINDUNGSSTELLE FÜR UMWELTERZIEHUNG IM UMWELTBUNDESAMT (1998, S. 154) die vielfältigsten Aktivitäten zusammengefaßt, die sich außerhalb der allgemeinbildenden Schule, der beruflichen Bildungsmaßnahmen und des Hochschulbereichs mit Umweltbildung befassen.
Dabei sollen für diese Form der Bildung folgende Grundsätze gelten:

  • Fähigkeit zu selbstständiger Aufarbeitung und Einordnung individueller Erfahrungen mit Umweltproblemen
  • Kenntnis über umweltschonende Verhaltensweisen und entsprechende Fähigkeiten
  • Die Fähigkeit zur kreativen und eigeninitiativen Entwicklung von Lösungsansätzen bei Umweltproblemen,
  • Die Einsicht in historische, ethische und kulturelle Perspektiven von Umweltproblemen durch die Aufarbeitung ihrer Entstehung und die Darstellung ihrer Folgen in fächerübergreifender Sicht
  • Die Sensibilität für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen, die mit der weiteren Belastung der Umwelt, sowie der Einführung umweltschonender Praxis verbunden sind
  • Die Einsicht in das Wechselspiel zwischen Ökologie und Ökonomie sowie der Vermittlung rationaler Konfliktlösungen (Ziele des Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft 1990 IN: STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE 1995, S. 35)
Ziel ist es Einheimischen und Gästen den Wert, und die Probleme des Erhalts der Kulturlandschaft (Schutz durch Nutzung, Wirtschaften im Einklang mit der Natur) näherzubringen [siehe 2.2 und 2.3].
Darüber hinaus gilt es, ein besseres Verständnis von Umweltzusammenhängen herbeizuführen, dadurch ökologisches Handeln anzuregen und die regionale Identität zu stärken (JENRICH 2000, S. 125f.).
Weiterhin steht die Etablierung eines verantwortlichen Handels im Vordergrund, daß nicht nur auf Umwelt und Natur beschränkt ist, sondern sich auch auf andere Lebensbereiche erstreckt soll. Darin sind aus moralisch-ethischen Handlungskompetenzen und umfassenden Wissen geeignete Problemlösungsstrategien zu entwickeln ( ERDMANN 1996, S. 151).

4.3. THEMATISCHE ANSÄTZE VON UMWELTBILDUNG IN BIOSPHÄRENRESERVATEN

Nach Aussagen von BRANDENBURG (1996) gibt es bisher nur ansatzweise Umweltbildungskonzepte für Biosphärenreservate in Deutschland. Grundsätzlich sollten dabei Umweltbildungserfahrungen von den Nationalparken aufgegriffen, und um biosphärenreservatsspezische Aspekte erweitert werden. Dabei werden vier Hauptthemenbereiche festgelegt, welche für zukünftig zu erstellende Umweltbildungskonzepte berücksichtigt werden sollen.

  1. Ziele und Aufgaben von Biosphärenreservaten (weltweites Netz von BR, MAB-Programm)
  2. Vorstellung des BR (Kultur- und Landschaftsgeschichte, Naturausstattung, Nutzungen, Nutzungskonflikte, Besonderheiten und Aufgaben im nationalen und internationalen Netz
  3. Begrenztheit und Grenzen der Belastbarkeit der Ressourcen (Auswirkungen der Landnutzungen und der urbanisierten Umweltverschmutzung im lokalen, regionalen, nationalen und globalen Maßstab)
  4. Lösungsansätze (Prinzip der Nachhaltigkeit der Nutzungen, Förderung des Umweltbewußtseins und umweltverantwortliches Handeln)
Umweltbildung soll auch emotionale und ästhetische Aspekte einbeziehen, mit dem Ziel, die Schönheit und die Werte der Landschaft als Bestandteil der Biosphäre bekannt zu machen. So dürfen vor dem Hintergrund weltumspannender Umweltprobleme die globalen Zusammenhänge und Wirkungen aufgezeigt, und auch emotional verankert werden [siehe 3.3]. Weiterhin sind dabei auch erforderliche Nutzungseinschränkungen plausibel zu machen [siehe 2.1, 2.2 und 2.3]. Die Hauptanliegen der Umweltbildung in Biosphärenreservaten ergeben sich aus dem Anliegen der UNESCO " Erziehung und Verantwortung", aber auch aus direkt aus dem Ziel des MAB-Programms, die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt zu verbessern (BRANDENBURG, 1996, S. 62) [Siehe 1.].

5 UMWELTBILDUNG IM GEPLANTEN BIOSPHÄRENRESERVAT KARSTLANDSCHAFT SÜDHARZ

5.1 EINFÜHRUNG

Die Bundesländer der Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen planen die Ausweisung eines Biosphärenreservates "Karstlandschaft Südharz". Das im Auftrag des Umweltbundesamtes von der Planungsgruppe Ökologie + Umwelt erstellte Gutachten zu den Entscheidungsgrundlagen für die weitere Nutzung der Gipskarstlandschaft Südharz/Kyffhäuser unter besonderer Berücksichtigung des Bodenschutzes kommt zu der Empfehlung, "daß die im Raum befindlichen Absichten unterstützt werden sollten, einen Antrag zur Anerkennung als Biosphärenreservat zu stellen." (LANGER ET AL. 1997, S. 282 ff.). Dementsprechend befindet sich das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz in der konzeptionellen Vorbereitung. (MINISTERIUM FÜR RAUMORDNUNG, LANDWIRTSCHAFT UND UMWELT 1996, S. 178)
Dennoch oder gerade wegen dieser Arbeit war und ist der Widerstand gegen diese Planung groß. Im Moment ist der Nutzen eines Biosphärenreservats in der Region noch nicht ausreichend transparent gemacht und Gegenstand des öffentlichen Diskurses geworden. (http://www.karstwanderweg.de)
Wiederum ein Jahr später hat die Landesregierung von Sachsen-Anhalt mit gemeinsamem Runderlaß des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums vom 9.12.1998 den wegweisenden Beschluß gefaßt, eine Projektgruppe "Aufbaustab Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz" einzusetzen (MINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN 1999, S. 169 f.).

5.2. RÄUMLICHE GLIEDERUNG DES GEPLANTEN BIOSHÄRENRESERVATES KARSTLANDSCHAFT SÜDHARZ

Abbildung 2: Abgrenzung des zukünftigen Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz
Quelle: Wegener, U., 1992, S. 25

Abbildung 2 zeigt den Suchraum für das geplante Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Die räumliche Abgrenzung dieses Gebietes ist in vielerlei Hinsicht noch nicht festgelegt, da bisher nur Sachsen-Anhalt umfangreichere Grenzziehungen vorgenommen hat.
So dient in Sachsen-Anhalt die Südgrenze des Landschaftsschutzgebietes als Begrenzungslinie zum Biosphärenreservat. Beispielsweise gestaltet es sich schwierig, die geforderten 3 % Kernzone zu erreichen.[siehe 2.1]

5.3. KRITERIEN FÜR DIE ANERKENNUNG DES BIOSPHÄRENRESERVATS KARSTLANDSCHAFT SÜDHARZ AUS SICHT DER UMWELTBILDUNG

Das Deutsche MAB-Nationalkommitee hat zur Konkretisierung der internationalen Vorgaben unter nationale Kriterien für die Anerkennung neuer und zur Bewertung bestehender Biosphärenreservate erarbeitet. Zu diesen Kriterien gilt die Umweltbildung zwar nicht als Ausschlußkriterium, sie nimmt aber als Bewertungskriterium eine wichtige Rolle ein. Nach LANGER ET AL.(1998)gilt :
" Inhalte der Umweltbildung sind im Rahmenkonzept unter Berücksichtigung der spezifischen Strukturen des Biosphärenreservats auszuarbeiten und im Biosphärenreservat umzusetzen. Dabei sind Maßnahmen zur Umweltbildung als eine der zentralen Aufgaben der Verwaltung bereits im Antrag nachzuweisen."[siehe 4.1.]
Dazu soll jedes Biosphärenreservat über mindestens ein Informationszentrum verfügen, das hauptamtlich und ganzjährig betreut wird. Weiterhin soll im Rahmenkonzept mit bestehenden Institutionen und Bildungsträgern eine enge Zusammenarbeit angestrebt werden." (LANGER ET AL. 1997, S: 209, DEUTSCHES NATIONALKOMMITEE FÜR DAS UNESCO -PROGRAMM " DER MENSCH UND DIE BIOSPHÄRE" 1996, S. 10)

5.4. UMWELTBILDUNG IM ZUKÜNFTIGEN BIOSPHÄRENRESERVAT KARSTLANDSCHAFT SÜDHARZ

Als wichtiger Grundsatz des §2 NatSchG LSA steht das allgemeine Verständnis für den Naturschutz und die Landschaftspflege im Vordergrund. Dabei soll u.a. viel Wert auf die Schaffung von Naturerlebnisräumen gelegt werden. Im § 19 NatSchG LSA Absatz 3 folgt dazu:" Biosphärenreservate dienen, der Neugestaltung der Beziehung des Menschen zur Umwelt auf der Grundlage der Ethik und Verantwortung für das Leben durch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. ( MINISTERIUM FÜR RAUMORDNUNG UND UMWELT 1998, S. 11)
Der Landschaftsrahmenplan des Landkreises Sangerhausen macht dazu erste konkrete Aussagen über die Umweltbildung in zukünftigen Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. So sollen die Beziehungen des Menschen zur Umwelt auf Grundlage des § 19 (2) Nr.3 NatSchG LSA neu gestaltet werden. Als Vermittlungsstellen für Umweltbildung sollen die Umwelt- und Naturschutzstation Grillenberg und die Ökologiestation Sangerhausen dienen. Sogar Themen für zukünftige Formen der Umweltbildungsarbeit sind in diesem Plan enthalten. So werden Rohstoffabbau/Langfristige Mengenbewirtschaftung/Alternativbaustoffe/Notwendigkeit ständiger Verbrauchssteigerung oder Autobahn/Individualverkehr/Mobilitätssteigerung, Tourismusformen und -auswirkungen als Themen aufgegriffen (KREIS SANGERHAUSEN 1995, S. 159). Dies sind jedoch vorrangig Gegenstände aus der Pflege- und Entwicklungszone.[siehe 2.2 und 2.3]
Weiterhin gibt es Leitlinien zur Umweltbildung im Land Sachsen-Anhalt, welche die nachhaltige Entwicklung fördern sollen. Dieses Umdenken von der Umweltbildung in eine Bildung für nachhaltige Entwicklung soll eine entscheidende Bedeutung beigemessen werden. Dabei ist parallel zu den Leitlinien ein Aktionsprogramm erarbeitet worden, welches Zielstellungen für die Umweltbildung im Land Sachsen-Anhalt formuliert. So sollen nach Vorstellung dieses Forums Maßnahmen zur Umweltbildung bei der Fortschreibung der regionalen Entwicklungsplanung berücksichtigt werden.
(UMWELTBILDUNGSFORUM 2000, o.S.)

5.5. FAZIT

In Hinblick auf die Stellenwert der außerschulischen Umweltbildung ist die momentane Situation im geplanten Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz mit Defiziten behaftet. So hat das Land bisher den Schwerpunkt auf die außerschulische Umweltbildung im beruflichen Weiterbildungsbereich des Umwelt- und Naturschutzes (MINISTERIUM FÜR RAUMORDNUNG UND UMWELT 1997, S.10).
Gerade im geplanten Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz sollte praktische Umweltbildungsarbeit, auch den Stellenwert erhalten, welche Ihr nach dem " MAB -Programm" des Deutschen Nationalkommitees und dem Naturschutzgesetz vom Land Sachsen-Anhalt gebührt.
Dabei kommt es, wie in anderen Bundesländern, so auch im Land Sachsen-Anhalt darauf an, die erforderlichen finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen, um eine erfolgreiche Umweltbildungsarbeit einer Modellandschaft zu entwickeln. Diese Arbeit soll die Notwendigkeit begründen, ein fundiertes Umweltbildungskonzept für die Entwicklung dieser Karstlandschaft zu erarbeiten.
Erst wenn die Inhalte für die Umweltbildung, die sich den räumlichen Bedingungen anpassen sollten, in das Rahmenkonzept eingebracht werden, kann die Antragstellung erfolgen ( LANGER ET AL. 1998, S. 281)[Siehe 5.3].

6. LITERATURVERZEICHNIS

APEL, H. (1993): Orientierungen zur Umweltbildung. Verlag Julius Klinkhard. Bad Heilbrunn.

BOLSCHO, D. (2000): Umweltbildung und ökologisches Lernen: ein Studien- und Praxisbuch Cornelsen-Verlag. 5.Auflage. Berlin.

BRANDENBURG, C. (1996): Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit in den iosphärenreservaten in Deutschland IN: Beiträge zur Ökosystemforschung und Umwelterziehung III , Bonn.

BRILLING, O. und Kleber, E.-W.(Hrsg.) (1999): Handwörterbuch Umweltbildung. Schneider Verlag. Holengehren.

DE HAAN, G., JUNGK, D. (1997): Umweltbildung als Innovation. Springer-Verlag. Berlin.

DEUTSCHES NATIONALKOMMITEE FÜR DAS UNESCO- PROGRAMM "Der Mensch und die Biosphäre" (Hrsg.) (1996): Kriterien für die Anerkennung und Überprüfung von Biosphärenreservaten der UNESCO in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz. Bonn.

ERDMANN, K.-H. UND WEHNER,G. (1996): Die Bedeutung des Wissens für die Umwelt- und Naturschutzbildung IN: ERDMANN, K.-H. und NAUBER , J. Beiträge zur Ökosystemforschung und Umwelterziehung III, MAB-Mitteilungen Nr.38 Bonn.

ERDMANN, K.-H. (1998): Schutz und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt- Eine Herausforderung an die Bildung IN: Geographie und Naturschutz: Beiträge zu einer naturverträglichen Entwicklung, MAB-Mitteilungen Nr. 45,Bonn.

ERDMANN, K.-H. UND FROMMBERGER, J. (1999): Neue Naturschutzkonzepte für Mensch und Umwelt. Berlin.

GIERSCH, H. (2000): Ökologie der Zeit - Entwicklung eines Umweltbildungsprogramms im Nationalpark Sächsische Schweiz, Institut für Geographie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Halle. (Diplomarbeit unveröff.)

HEITKÄMPER, P. und REHLI, M. (2000): Biosphärenbildung - Bildung für Nachhaltigkeit durch einen biosphärenpädagogischen Lehrgang IN: GREWER, G: u.a. Umweltkommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung in Großschutzgebieten S. 151 - 165

JENRICH, J. (2000): Umweltbildungsangebote für das Biosphärenreservat Rhön, Erfahrungen eines privaten Anbieters mit der Führung von Schulklassen IN: TROMMER, G. und STELZIG,I.: Naturbildung und Naturakzeptanz. Frankfurter Beiträge zur biologischen Bildung 2. Shaker Verlag. Aachen.

KREIS SANGERHAUSEN (1995): Landschaftsrahmenplan für den Kreis Sangerhausen. Sangerhausen 1995

LANGER, H UND HOPPENSTEDT, A.. (1997): Entscheidungsgrundlagen für die weitere Nutzung der Gipskarstlandschaft Südharz/Kyffhäuser unter besonderer Berücksichtigung des Bodenschutzes. Bearbeitung: Planungsgruppe Ökologie + Umwelt, Hannover. ( = Umweltbundesamt Forschungsbericht 207 01 020/02; UBA-FB 98-014). Berlin.

MINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN (1999): Einrichtung einer Projektgruppe "Aufbaustab Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz". - MBl. LSA Nr. 3/99 v. 22.1.1999

MINISTERIUM FÜR RAUMORDNUNG UND UMWELT (1997): Umweltbericht 1997 des Landes Sachsen-Anhalt. Magdeburg.

MINISTERIUM FÜR UMWELT- UND NATURSCHUTZ DES LANDES SACHSEN-ANHALT (1998): Biosphärenreservate im Vergleich zu anderen Schutzgebieten. Vergleichende Schutzgebietscharakteristik. Magdeburg.

MINISTERIUM FÜR RAUMORDNUNG, LANDWIRTSCHAFT UND UMWELT, (1996): Landesentwicklungsbericht 1996, Magdeburg.

NATIONALPARKVERWALTUNG SÄCHISCHE SCHWEIZ (1996) (Hrsg.): Infotexte zur Natur- und Umweltbildung, Königstein.

PREISSER, F. (1991): Umweltpädagogik in Erwachsenbildung und Gemeinwesensarbeit, Aspekte und Arbeitsfelder ökologisch orientierter Bildungsarbeit in Sozialarbeit/ Sozialpädagogik. Julius Klinkhardt - Verlag, Bad Heilbrunn.

STÄNDIGE ARBEITSGRUPPE DER BIOSPHÄRENRESERVATE IN DEUTSCHLAND (Hrsg.) (1995): Leitlinien für Schutz, Pflege und Entwicklung der Biosphärenreservate in Deutschland. Berlin/Heidelberg.

TROMMER, G. UND Noack, R.(1997): Die Natur in der Umweltbildung. Perspektiven für Großschutzgebiete. Weinheim.

TROMMER, G. (1992): Der Biosphärenpark - Konzept und Perspektiven IN: Deutscher Heimatbund-7/8, Infodienst. Bonn.

UMWELTBILDUNGSFORUM SACHSEN-ANHALT (2000): Leitlinien und Aktionsprogramm zur Umweltbildung in Sachsen-Anhalt. Magdeburg(unveröffl.Manuskript).

UMWELTSTIFTUNG WWF-DEUTSCHLAND (1996): Rahmenkonzept für Umweltbildung in Großschutzgebieten. Potsdam.

UNESCO-VERBINDUNGSSTELLE FÜR UMWELTERZIEHUNG (Hrsg.) (1998): Angewandte sozialwissenschaftliche Forschungen und Forschungsfragen. Berlin.

WEGENER, U. (1992): Methoden der Tourismuslenkung, Möglichkeiten der Umwelterziehung und -bildung in Schutzgebieten. IN: Berichte des Landesamtes für Umweltschutz 1992, Heft 6. Schutz, Pflege und Entwicklung der Karstlandschaft im Südharz, Tagung am 24.4.1992 in Uftrungen. Halle.

WEIXLBAUMER, Norbert (1996): Gebietsschutz in Europa: Konzeption - Perzeption - Akzeptanz. Ein Beispiel angewandter Sozialgeographie am Fall des Regionalparkkonzeptes in Friaul-Julisch Venetien. ( = Beiträge zur Bevölkerungs- und Sozialgeographie, Bd. 8). Wien.

UNESCO (Hrsg.) (1996): Biosphärenreservate. Die Sevilla-Strategie und die Internationalen Leitlinien für das Weltnetz. Bundesamt für Naturschutz. Bonn.

Internet: http://www.karstwanderweg.de

Zielgruppenorientierung für die Umweltbildung in Biosphärenreservaten

Unter Zielgruppe wird ein Teil der Gesamtgesellschaft verstanden, der sich anhand von gemeinsamen charakteristischen Besonderheiten seiner Mitglieder beschreiben läßt. (Umweltstiftung WWF -Detschland, 1996, S. 64).
Zielgruppenorentierung gehört zu den didaktischen Prinzipien der Erwachsenbildung.

Dabei sollte sich die Bildungsarbeit sich sowohl an Einheimische, wie auch an Biosphärenreservatsbesucher richten. Eine weiteren Ansatz zur Vermittlung von Umweltbildung in Biosphärenreservaten stellen Umweltbildungs- und Informationszentren dar.
Durch derartige Zentren, welche unterschiedlich aufgebaut sein können sollen Schulklassen und Jugendgruppen als auch Einzelpersonen angesprochen werden.
So sollen durch anschauliche Informationen und direkte Begegnung praxisnahe Umweltbildung geleistet werden.

Dabei soll Umweltbildung, zwischen Informationen, Methoden und Werten vermitteln. So hat der handelnde und verantwortliche Mensch sich mit den Folgen seines Tuns in der natürlichen, der gebauten und der sozialen Umwelt sich auseinanderzusetzen. (Rehli)

Die Umweltstiftung WWF Deutschland bemerkt dazu, daß Umweltbildung in Großschutzgebieten darauf abzielt, Lehr- und Lernprogramme zu organisieren und damit bei den verschiedenen Zielgruppen ein besseres Verständnis für die Schutzidee zu entwickeln. (Umweltstiftung WWF-Deutschland)