Unser Harz 58(4+5):86 – 89, Clausthal-Zellerfeld 2010

Die Reparationshiebe der Engländer
in den Wäldern des Westharzes nach 1945

Timo Sievers und Dr. Friedhart Knolle

Riesige Fichtenwälder prägen für viele Besucher und manchmal auch für Einheimische ein „typisches“ Bild des Harzes. Doch von Natur aus wachsen im Harz nur in den obersten Höhenlagen Fichten. In den tiefer gelegenen Regionen würden Laubbäume wie z.B. Rotbuche oder Bergahorn viel häufiger wachsen als das heutzutage der Fall ist. Dass hier heute jedoch flächendeckend die schnell wachsende Fichte wächst und dies auf den enormen Holzbedarf des Bergbaus zurückzuführen ist, dürfte allgemein bekannt sein. Ein recht unbekanntes Kapitel Harzer Forstgeschichte sind hingegen die Fichtenwälder, die im Volksmund als „Engländerbestände“ bekannt sind und heute große Teile des westlichen Harzes bedecken. Mit diesem Thema hat sich der Erstautor im Rahmen seines Studiums der Forstwirtschaft an der „Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK)“ in Göttingen beschäftigt und seine Diplomarbeit darüber verfasst (Sievers 2005).

Reparationen

Bekanntlich wurden Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges Reparationen auferlegt. Deutschland hatte Schadenersatz zu leisten - in Naturalien oder auch Geld. Im Potsdamer Abkommen wurde 1945 vereinbart, dass die Ansprüche der vier Siegermächte jeweils in den von ihnen besetzten Zonen geltend zu machen sind (Beckerath 1964). Das heutige Niedersachsen war nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der britischen Besatzungszone und sollte Reparationen unter anderem in Form von Holzlieferungen leisten.

Großbritannien litt nach dem Zweiten Weltkrieg unter Holzmangel. Große Holzentnahmen (Einschläge) während des Krieges hatten seine Wälder überbeansprucht, da kein Holz aus Nordamerika importiert werden konnte. Großbritannien musste daher auf die eigenen Holzreserven zurückgreifen, um den Bedarf an Holz decken zu können. Für diesen Zustand war Deutschland verantwortlich und auch die hiesigen Wälder sollten daher dazu beitragen, Großbritanniens Holznot zu lindern.

„Es entspricht nur der allgemeinen Gerechtigkeit, dass wir Reparationen verlangen, die im Einklang stehen mit den Einbußen, die wir in unseren Wäldern erlitten haben.“ Diese Aussage des Vorsitzenden des britischen Holzhändlerverbandes spiegelt die Ansicht wider, die zur damaligen Zeit in Großbritannien herrschte. Es war sogar geplant, dass die britische Besatzungszone nach Kanada der größte Holzversorger für Großbritannien werden sollte (Müller 1947).

Von den reparationsbedingten Einschlägen in den Forstwirtschaftsjahren (FWJ) 1945 - 1948 waren vor allem staatliche und private Wälder betroffen. Die betroffenen Waldbesitzer wurden dafür mal mehr, mal weniger entschädigt. Die Organisation und Durchführung der Holzeinschläge sowie der Transport wurden zum größten Teil von der britischen Militärforstverwaltung, der „North German Timber Control“ (NGTC), durchgeführt. Sie bezeichnete die Holzeinschläge als „Direktmaßnahmen“ oder seltener auch als „Direktoperationen“. In der Bevölkerung wurden die Holzeinschläge der NGTC jedoch als „Reparationshiebe“ oder „Engländerhiebe“ bezeichnet. Empfangsländer des eingeschlagenen Holzes waren neben Großbritannien auch Holland und Belgien.

Holzernte

Abb. 1: Gesamtholzeinschlag und Ausfuhrmengen der britischen Besatzungszone in den Forstwirtschaftsjahren 1946 – 1948; aus Sievers (2005)
Abb. 2: Rundholzausfuhr aus der britischen Besatzungszone in den Forstwirtschaftsjahren 1946 – 1948, getrennt nach Empfangsländern, aus Sievers (2005)
Abb. 3: Gesamtholzeinschlag und Direktmaßnahmen in Niedersachsen in den Forstwirtschaftsjahren 1945 – 1948, aus Sievers (2005)

Tab. 1: Blößenflächen des Harzes mit Stand 1. Oktober 1948

Um die Holztransporte durchführen zu können, sorgten die Briten zunächst für den Aufbau der zerstörten Verkehrsinfrastruktur. Die britische Armee transportierte das Holz zu den Bahnhöfen oder direkt zu den Häfen von Nord- und Ostsee (Wegener 1996). Die Verschiffung nach Großbritannien verlief über die Häfen Emden, Hamburg und Lübeck. Die Transportschiffe hierfür stellte das britische Transportministerium (Anonymus 1947b). Das nach Großbritannien verschiffte Holz musste spezielle Anforderungen hinsichtlich Abmessung und Qualität erfüllen. Insgesamt gab es drei Hauptsortimente: Buchen-Rundholz aus dem Solling, Fichten-Langholz aus dem Harz sowie Kiefern-Grubenholz aus der Lüneburger Heide.

Die Holzeinschläge wurden zumeist ohne Absprache mit lokalen Forstbehörden und ohne Rücksicht auf die Vermeidung von Schäden durchgeführt. Ein britischer Forstoffizier wählte die Bestände aus und beschlagnahmte sie zugleich (Jachalke 1988). Kriterien dafür waren zum einen in der Nähe gelegene Strassen oder Bahngleise, zum anderen Unterkunftsmöglichkeiten für die Einschlagskolonnen (Bredemeier 1946). Neben gut ausgerüsteten englischen und kanadischen Holzfällern, so genannten „Woodpeckers“, führten auch deutsche Kriegsgefangene und so genannte „Displaced Persons“ die Holzfällarbeiten durch. Später wurden zusätzlich auch deutsche und holländische Unternehmen beteiligt (Anonymus 1947b).

Da von den „Woodpeckers“ abgesehen die meisten Arbeiter keine Erfahrung in der Holzernte hatten, war die Arbeitsqualität schlecht und es traten hohe Ernteverluste auf (Wegener 1996). Hiebsform war grundsätzlich der Kahlschlag. 1948 machten daher Kahlschlagsflächen einen Anteil von über 15 % an der niedersächsischen Waldfläche aus. Aufgrund dieser großen Fläche an Blößen rechnete man mit schwerwiegenden langfristigen Schäden und Veränderungen des Waldes in Form von Erosionen, dem Entstehung von Wanderdünen, Störungen des Wasserhaushalts, der Ausbreitung der Heide sowie negativen Folgen für Kurorte und Landwirtschaft. Wiedemann (1949a), einer der bekanntesten Forstleute des vergangenen Jahrhunderts, war sogar der Meinung, dass der Raubbau den Verlust der Erwerbsquelle für Waldarbeiter, Holzfuhrleute und Sägewerke bedeuten könnte.

Im niedersächsischen Harz begannen die „Direktmaßnahmen“ im Frühjahr 1946 und endeten mit dem Forstwirtschaftsjahr 1948. Im Harz wurde vor allem Nadellangholz geschlagen. Die Arbeiten wurden von der NGTC in der gleichen Weise durchgeführt wie auch in den übrigen Gebieten – daher also auch mit den gleichen Folgen: So beklagte ein Oberforstmeister, dass die Direktmaßnahmen „ohne Rücksichtnahme auf das Landschaftsbild oder die forstliche Hiebsfolge“ einfach dort durchgeführt worden seien, wo die NGTC „wertvolle Fichtenbestände in für sie hiebs- und abfuhrgünstiger Lage vorfand“ (David 1949).
 

Folgen und Auswirkungen


Abb. 4: Waldernte der Engländer,
Foto Niedersächsische Landesforsten/movit GmbH


Abb. 5: Typischer Kahlschlag nach Ende der Arbeiten,
Foto Niedersächsische Landesforsten/movit GmbH


Abb. 6: Wiederaufforstung unter deutscher Regie,
Foto Niedersächsische Landesforsten/movit GmbH

Der „nachhaltige Hiebsatz“ wurde in den Forstwirtschaftsjahren 1947 und 1948 um 200 % überschritten. Die Wälder des Harzes wurden somit etwa dreimal stärker durch die Direktmaßnahmen beansprucht als die übrigen niedersächsischen Wälder. Die Blößenfläche im Harz entsprach 1948 jedoch „nur“ einem Anteil von 12,5 %; sie lag somit noch geringfügig unter dem niedersächsischen Durchschnitt. Selbstverständlich zeigten sich aber auch im Harz die bekannten Probleme: Das Versiegen von Quellen (Anonymus 1947a), die Störung des regelmäßigen Wasserabflusses sowie Bodenerosion waren die Folgen der übermäßigen Einschläge (David 1949). Sogar der Verlust des Heilklimas der Harzer Kurorte wurde befürchtet (Wiedemann 1949b).

Rückblickend betrachtet wurden die Harzer Wälder, wie die niedersächsischen Wälder insgesamt, weit über das Maß der Nachhaltigkeit beansprucht. Neben den „Direktmaßnahmen“ mussten sie natürlich auch noch den Bedarf an Grubenholz für das Ruhrgebiet sowie den Brennholzbedarf der Bevölkerung decken, da Kohle in dieser schwierigen Zeit nicht zur Verfügung stand. Darüber hinaus mussten die Wälder des Harzes zusätzlich auch noch für Brenn- und Bauholzforderungen der britischen Besatzungstruppen herhalten.

Die Situation für die regionale Forstwirtschaft war daher sehr ernst, denn der nachhaltige Hiebsatz war bereits in der Kriegs- und Vorkriegszeit erheblich überschritten worden. Nach dem Ende der reparationsbedingten Holzeinschläge stellte Wiedemann (1949) fest, dass „der Harz noch einen grünen Eindruck macht“, er aber nicht mehr die frühere Starkholzreserve sei, die den Wiederaufbau entscheidend unterstützen könne.

In Regionen mit derartiger großer Belastung wie im Harz riefen die Zwangseinschläge Proteste aus der Bevölkerung hervor, die jedoch bei der NGTC auf taube Ohren stießen. Aber auch zwischen den deutschen und britischen Behörden gab es Spannungen, so z.B. bei der Vermessung des Holzes. Von deutscher Seite wurde der Einschlag am Hiebsort festgestellt, die NGTC aber berechnete nur die verladene Holzmenge – was teilweise zu erheblichen Differenzen führte. Einige deutsche Forstleute versuchten daher Schaden vom Wald abzuwenden, indem sie großzügig aufrundeten oder einfach falsch zählten.

Als unmittelbare Reaktion auf die „Reparationshiebe“ gründete sich im Dezember 1947 die „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ (SDW). Ihre Aufgabe war und ist es bis heute, den Wald zu schützen und deren Bestand zu sichern. Welche politische und gesellschaftliche Bedeutung die Wiederaufforstung der deutschen Wälder nach dem Zweiten Weltkrieg hatte, verdeutlicht das westdeutsche 50-Pfennig-Stück. Die kniende Frau, die eine Eiche pflanzt, ist in Zeiten des Euros schon fast vergessen. Eine höhere Wertschätzung konnte dieser so wichtigen Arbeit damals wohl kaum gegeben werden. Die Aufforstung der Wälder war jedoch ein schwieriges Unterfangen, da es sowohl an Saatgut als auch an Pflanzgeräten mangelte und die finanziellen Möglichkeiten begrenzt waren.

Abb. 7: Die pflanzende Frau auf der Rückseite der historischen 50-Pfennig-Münze der Bundesrepublik Deutschland war die Frau des Künstlers Richard Werner, der den Wettbewerb für die Gestaltung der 50-Pfennig-Münze gewonnen hatte
Abb. 8: Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald entstand als Reaktion auf die westlichen Reparationshiebe


Man hoffte, die Aufforstungen der Blößenflächen bis zum Ende des Forstwirtschaftsjahres 1955 abzuschließen zu können (David 1949). Das Ergebnis dieser Aufforstung sind die heute im Harz weit verbreiteten, sehr gleichmäßigen Fichtenbestände, mit den bekannten Problemen wie Schnee- und Eisbruch, Fäule, Rotwildschäle und Anfälligkeit gegenüber Borkenkäferfraß.

Reparationshiebe in der sowjetischen Besatzungszone

Auch in den Wäldern der sowjetischen Besatzungszone, d.h. im Ostharz, gab es von der Besatzungsmacht angeordnete Reparationshiebe. Darüber berichtete Zappen (2009a, b). Aufgrund der Geheimhaltung durch die Sowjets liegen über diese Arbeiten im Ostharz jedoch weitaus weniger Quellen vor und es ist noch Forschungsarbeit zu leisten. Eine reizvolle Aufgabe für die Harzer Heimatforschung!

Es ist zu hoffen, dass dem Wald und natürlich auch den nachfolgende Generationen dieses Schicksal in Zukunft erspart bleiben wird.
 

Literatur

Anonymus (1947a): Aus Zonen und Ländern. - Allgemeine Forstzeitschrift Nr. 12, S. 90

Anonymus (1947b): Internationaler Holzmarkt. - Nr.4, S. 2

Beckerath, E. (1964): Handwörterbuch der Sozialwissenschaften, Achter Band: Nutzen - Reparationen. - Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen

Bredemeier (1946): Holzaufbringung und Holzverwertung im FWJ 1946 im Bereich des Landesforstamtes Hannover. - Forst und Holz Nr. 2, S. 10

David (1949): Einführung in die heutige Lage der Forstwirtschaft im Harz. Bericht über die Tagung des Nordwestdeutschen Forstvereins in Goslar 1949. - Braunschweig

Jachalke, H. (1988): Die Entwicklung der Verwaltung der Niedersächsischen Forsten 1933 bis zur Auflösung des Landesforstamtes in Sarstedt. - Diplomarbeit Universität Göttingen

Maier (1952): Holzlieferungen an die Besatzungsmacht außerhalb der Direktoperationen. - Rechtsgutachten des Instituts für Besatzungsfragen, Tübingen

Müller (1947): Warum schlägt England im deutschen Wald. - Forst und Holz, Nr. 18, S. 139

Sievers, T. (2005): Die Reparationshiebe nach dem Zweiten Weltkrieg im heutigen Niedersachsen. - Diplomarbeit Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

Wegener, H.-J. (1996): Vor 50 Jahren: North German Timber Control. Heue nur noch ein Kapitel der Forstgeschichte. - Forst und Holz Nr. 24, S. 792 - 794

Wiedemann, E. (1949a): Die heutige Lage des Waldes in Niedersachsen und seine zukünftige Behandlung. Tagungsbericht. - Sarstedt

Wiedemann, E. (1949b): Der heutige Zustand des Waldes in Niedersachsen. - Neues Archiv für Niedersachsen Nr. 9, S. 114 – 123

Zappen, G. (2009a, b): Holzeinschlag im Harz – eine turbulente Zeit. - Neue Wernigeröder Zeitung 20 (22): 22 und 20 (23): 22


Als Reaktion erhielt die Redaktion nachfolgenden Leserbrief.

G. Rockstedt aus Rieder (Gernröder Str. 19) schrieb zum Aufsatz von T. Sievers/F. Knolle: Die Reparationshiebe der Engländer in den Wäldern des Westharzes nach 1945 „Natürlich habe ich diesen forst- und heimatgeschichlich wertvollen Beitrag mit Interesse gelesen. Als 1989 die Wiedervereinigung und damit auch das Wiedererstehen der heutigen östlichen Bundesländer erfolgte, beschloss man auch im Magdeburger Landtag für den Bereich Forstwirtschaft, dass die Forsten des Landes Sachsen-Anhalt sich hinsichtlich der forstlichen Strukturen der des Bundesland Niedersachsen angleichen sollten. So waren wir neugierig geworden, die niedersächsischen Forststrukturen kennen zu lernen. Bei der Suche nach Gesprächspartner im niedersächsischen Harz landeten wir im Forstamt Clausthal-Schulenberg, wo wir vom dortigen Leiter, Herrn Peiffer, und seinem Büroleiter, Herrn Voigt, kollegial empfangen wurden. An diesem Tage machten wir auch eine Fahrt durch den FA-Bereich und sahen dabei nicht wenige enorm großflächige und gleichaltrige Fichtenbestände in Reinbestockung, die je nach Bonitäten im angehenden- bzw. mittleren Baumholzalter waren. Unsere Gastgeber erklärten uns ausführlich, wie es zu diesen ansonsten nicht üblichen Bestockungen sowohl in der Flächengröße als auch im Reinbestand kam. All das deckte sich mit dem Inhalt des UH-Beitrages von Sievers/Dr. Knolle. - Auch in der damaligen SBZ lernte ich als Forstlehrling im preußischem FA Thale, Lehrrevier Neueschenke/Lauenburg bei Suderode und Stecklenberg zwei ähnliche Nutzungshiebe von der Sowjetischen Militärregierung (SMAD), über deutsche Forstinstanzen angeordnet, allerdings nicht in der Größenordnung wie im niedersächsischen Harz, kennen. Gefordert waren in einem Fall die Bereitstellung einer nicht unerheblichen Masse Eichen Starkholz. Dazu wurden zwei Abteilungen entlang der alten Nordhäuser Heerstraße, bestockt mit etwa 180jähriger Eiche, die alle einen BHD (1.3) von um die 90 cm und mehr hatten und als Starkholz einiger historischer Mittewaldrestflächen durch Kahlschlag genutzt werden sollten. Dazu mussten erst einmal Hobelzahnsägen von entsprechender Länge beschafft werden. Auf Grund der starken Durchmesser am Stammfuß wurden die Eichen durch jeweils vier Waldarbeiter zu Fall gebracht. Uns wurde damals erzählt, die Starkeichen-Stammhölzer kommen nach Dänemark, das wieder im Gegenzug Heringe für die Bevölkerung der SBZ liefern sollte. Die Russen waren und sind Meister der Geheimhaltung und Irritation. Mit anderen Worten, auf die Heringe wartet wir heute noch. Interessant dürfte noch sein, dass der Transport des Eichen-Stammholzes vom Hiebsort bis zum Sudröder Verladebahnhof durchgängig direkt einzelstammweise darch Pferdezug vier- und sechsspännig erfolgte. Das war möglich, weil zu dieser Zeit tiefer Winter und auf den Straßen eine festgefahrene Schneedecke war. - Im anderen Fall war auf Befehl der Besatzungmacht die Bereitstellung von Buchen-Schwellenholz. Dazu wurde im sog. Wurmtal FO Gänseborn - nahe des Ortes Stecklenberg ein etwa 120- bis 140jähriger, flächenmäßig großer Buchen-Bestand mit optimalem Bestockungsgrad und folglich massenreich durch Kahlschlag genutzt. Die Bu-Schwellenhölzer wurden durch die hieigen Sägewerke zu Schwellen eingeschnitten und als Halbfertigprodukt (d.h. ohne Imprägnierung) in Richtung der damalige Sowjetunion verladen. Ob die dort jemals imprägniert wurden, muss bei der bekannten russischen „Gründlichkeit“ angezweifelt werden. In diesem Zusammenhang wurden wir damals „belehrt“, dass es sich um Reparationsleistungen für die Zerstörung des Schienennetzes in der Sowjetunion durch die Deutsche Wehrmacht bei ihrem Rückzug handelt. - Obwohl es aus der Zeit der SBZ/DDR, ein umfangeiches forstgeschichtliches Dokument („In Verantwortung für den Wald“, 1990) gibt, werden hier Reparationseinschläge nur erwähnt, Zahlenmaterial fehlt, mit einer Ausnahme aus dem Lande Brandenburg (1948) mit 585 000 Kubikmetern. - Auf diesem Wege ein freundlicher Gruß an die Verfasser aus Niedersachsen aus dem Ostharz“.