Mitt. Verb. dt. Höhlen- u. Karstforscher49 (1)11München 2003

Die Südharz-Symposien - Geschichte und Planung

Im Mai 1997 fand in Herzberg am Harz das erste Südharz-Symposium mit großem Erfolg statt. Inhaltlicher Schwerpunkt war die geowissenschaftliche und ökologische Forschung in der Gipskarstlandschaft der vergangenen 10 Jahre. Die Ergebnisse wurden in den NNA-Berichten (H. 2, 1998) der Alfred Toepfer-Akademie, Schneverdingen, veröffentlicht.
Die Diskussion um die Einrichtung eines Biosphärenreservates im Südharz bildete den Hintergrund für das 2. Südharz-Symposium 1998 in Walkenried. Neben der Präsentation weiterer Forschungsergebnisse wurden aktuelle Planungen und Projekte vorgestellt, die sich in das Konzept einer nachhaltigen Regionalentwicklung nach den Kriterien der Agenda 21 einfügen.
Das 3. Südharz-Symposium 1999 in Nordhausen legte Schwerpunkte auf die nachhaltige agrarische Landnutzung in der Kulturlandschaft Südharz.
Anliegen des 4. Südharz-Symposiums war es, die Grundsensibilisierung der Bevölkerung für einen umweltfreundlichen Tourismus zu befördern und die damit verbundenen neuen Anforderungen einer Umweltbildung für Nachhaltigkeit herauszustellen. Aspekte eines nachhaltigen Fremdenverkehrs im Südharz sowie seine marktorientierte Weiterentwicklung sind dabei primär Gegenstand einer ganzheitlichen Umweltbildung.
Mit dem 5. Südharz-Symposium am 11./12. Oktober 2002 im Kurhaus Bad Sachsa wurde jüngst der Frage nachgegangen, was den Südharz zusammenhält, wie sich diese Landschaft als Region mit eigener Identität definieren kann und zu einer solchen weiterentwickeln lässt. Das Symposium umfasste auch diesmal wieder eine Bestandsaufnahme, einen methodischen Grundlagenteil, planerische Aussagen und Zukunftsvisionen. Nach Grußworten des Osteroder Landrates Bernhard Reuter und der Stadt Bad Sachsa beschäftigten sich die Vorträge mit den Themen „Der Südharz - eine Region? Merkmale regionaler Identität“, „Herausbildung regionaler Identität am Beispiel der Jugendkunstbiennale im Städtenetz SEHN“, „Regionalmanagement - ein neues Berufsfeld mit Zukunft? Ein neuer Masterstudiengang in Planung“, „Regionale Identität und Harzer Gastronomie“, „Wie kann sich der Südharz innerhalb des Fremdenverkehrsgebiet Harz stärker profilieren?“, „Bautradition und -stile am Südharz - gemeinsame Merkmale?“, „Zisterzienser- Wirtschaftsgeschichte am südlichen Harzrand“, „Zu einigen Projekten der Tourismusförderung im Südharz“, „Der Geopark Harz - eine Chance für den Geotourismus im Südharz“, „Vom Bauernhof zur Gesundheitsfarm - Vision einer Familie in Kooperation“, „Vision einer Regionalmarke“ und „Thematische Zielstellung und Beteiligte an EU-geförderten Reisewegen und Übertragbarkeit auf die Region Südharz“. Den Abschluss bildete eine Exkursion zu Kloster und Domäne Walkenried mit Ausführungen zum geplanten Gipsmuseum (Werkstein, Gipsputz und -mörtel, historische Steinbrüche, Sukzession, Wirtschaftsraum Südharz im Mittelalter, Naturraum und Naturschutz, Geologie und Gipskarstlandschaft). Die Organisation des 5. Südharz-Symposiums 2002 teilten sich die Kreisvolkshochschule Osterode am Harz und die Umweltakademie Nordthüringen e.V.; Unterstützung kam vom BUND Niedersachsen e.V., der Regionalen Planungsgemeinschaft Nordhausen, dem Arbeitskreis Umweltbildung Thüringen akuTh e.V., der Gesellschaft zur Förderung des Biosphärenreservates Südharz e.V. und der Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V.
Der Niedersächsischen Umweltstiftung gilt ein spezieller Dank für die Förderung.
Das 6. Südharz-Symposium soll im Landkreis Sangerhausen in Kooperation mit der Biosphärenreservatsverwaltung Karstlandschaft Südharz und dem Verein Südharzer Karstlandschaft e.V. stattfinden.

Weitergehende Informationen über die Gipskarstlandschaft Südharz finden sich mit über 1.000 Seiten im Internet unter www.karstwanderweg.de. Diese Web-Seite ermöglicht auch die Zusammenstellung eines Kurzurlaubes im Südharz mit Bahnticket, Quartierbuchungen, Besichtigungen von Schauhöhlen, vorbereitender Literatur, Konzert- und Speisekarten, Öffnungszeiten u.a.

Firouz Vladi, Kreisvolkshochschule Osterode am Harz,
Friedhart Knolle, Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V.


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