Bachforelle und Groppe schwimmen zum Laichen nun wieder in der renaturierten Lonau

Die Niedersächsischen Landesforsten investieren in ihr Ökokonto -
Fachfirma aus Duderstadt entfernt die Stufen im Bachlauf

- von Camillo Kluge -

Gemütlich plätschert die „Große Lonau“ ihrem Zusammenfluss mit der Sieber entgegen. Die Bagger sind wieder weg, die den Bach in ein nahezu natürliches Bett legten. Denn die Lonau wurde renaturiert, um Bachforelle und Groppe als Laichgebiet zu dienen.

Beide Fische wandern zum Laichen den Fluss in Richtung seiner Quelle hinauf. Ähnlich wie man es von den Lachsen kennt, nur nicht ganz so zahlreich und spektakulär, kämpfen sie sich gegen die Strömung, um ihre Eier abzulegen. In der Lonau war das lange Zeit nicht möglich. Denn im Rahmen des Hochwasserschutzes waren auf zwei des knapp fünf Kilometer langen Flüsschens vier Stufen errichtet, die ein wenig wie eine Bremse für das Wasser funktionierten. Mit ihrer Höhe von etwa einem Meter stellten sie jedoch ein unüberwindliches Hindernis für die Fische dar.
Die Niedersächsischen Landesforsten veranlassten, diese Stufen entfernen zu lassen. Mit der Firma Heddergott aus Duderstadt wurde ein Fachunternehmen für den Abbau sowie eine Festigung des Bachrandes verpflichtet.


Revierförster Ulrich Reulecke (rechts) und Dr. Johannes Thiery vor einer der hohen Stufen, die unüberwindbare Hindernisse für die Fische auf dem Weg zu ihren Laichplätzen bildeten.
Foto: Camillo Kluge

„Ich habe mich mittlerweile auf Wasserbau in Wasserschutz- und Naturschutzgebieten spezialisiert“, sagt Baggerfahrer Manfred Apel, der mit seinem Kollegen Bernd Hilmer die Arbeiten durchführte.
„Wir benötigen auch immer Ausgleichsflächen für unser Ökokonto“, sagt der zuständige Revierförster Ulrich Reulecke. Sollte mal ein Eingriff in die natürliche Landschaft an einem anderen Ort nötig sein, kann dann auf diese Maßnahme als Ausgleich verwiesen werden. Zudem harmoniert der renaturierte Bach auch mit dem umliegenden Bergwiesenprojekt.
Der gut gemeinte Hochwasserschutz, den einst die Vorgänger errichteten, sei heutzutage ökologisch einfach nicht mehr sinnvoll, erklärt Waldökologe Dr. Johannes Thiery vom Landesforstamt ClausthaI. Somit wurden die einst „gut gemeinten Bauwerke“ entfernt.
„Den Hochwasserschutz verlieren wir deshalb aber nicht aus dem Auge“, verspricht Thiery.
Steine aus dem Grunder Bruch und versteckte Baumstämme sichern nun den Bachlauf. Etwa 20.000 Euro hat die Maßnahme gekostet. Bleibt nur zu hoffen, dass Bachforelle und die europaweit unter Naturschutz stehende Groppe nun auch zum Laichen die Lonau hinauf wandern.

Quelle: HarzKurier