Ehemalige Pferderennbahn


Nach Verpachtung der Domäne endete die Ära in Walkenried

Ein beliebter Wanderweg ist die Straße von der Schäferbrücke, am Itelteich entlang zum Himmelreich und Kahlen Kopf. Dass es zwischen dem Itelteich und dem Flusslauf der Wieda, der Itelsbreite, in früheren Zeiten eine Pferderennbahn gegeben hat, wissen heute sicher nicht mehr viele Bewohner des Klosterortes.
 

Wie der Walkenrieder Geschichtsfreund Ronald Benneckenstein berichtete, gehörte diese Feldflur zum ehemaligen Klosterbezirk, wurde ab 1574 durch den Grafen Ernst VII. von Hohenstein in Selbstverwaltung überführt. Im Jahre 1672 wurde die Landwirtschaft des Stiftes vom Klosterkomplex abgeteilt und als Stiftgut Walkenried an private Pächter gegeben. Als erster Pächter wurde der Fürstliche Rast und Oberamtmann von der Reck eingetragen. Anschließend folgten noch 18 Pächter bis zur Aufteilung des Stiftgutes im Jahr 1953.

Hoch zu Ross: Reiter Stülpenhagen

Von 1904 bis 1908 wurde das Land von Leutnant Brauns gepachtet. Der passionierte Reiter und Pferdezüchter veranstaltete zwischen 1905 bis 1908 auf besagtem Gebiet Pferderennen. Auch am 20. August 1906 fand ein Rennen statt, das in drei Klassen unterteilt war.

Zuerst maßen die kleineren Landwirte, die im Besitz eines Pferdes waren, ihre Kräfte und später die Gewerbetreibenden, vorwiegend Schlachtermeister, der Umgebung. Das dritte Rennen war ein Hürdenrennen, an welchem sich die Rittergutsbesitzer und Domänenpächter des Kreises Blankenburg und der Grafschaft Hohenstein beteiligten.

Wie Ronald Benneckenstein spannend berichtete, gingen beim Bauernrennen sieben Pferde, beim Gewerberennen vier Pferde und beim sogenannten Herrenrennen vier Pferde und ihre Reiter an den Start.

Die Sieger erhielten Silberpokale oder Geldpreise zwischen zehn und 50 Mark. Im September 1909 wurde der Rennplatz des "Südharzer Pferdezucht- und Rennvereins" aufgegeben, nachdem die Domäne neu verpachtet war. Damit und aufgrund der folgenden Weltkriege, endete die Zeit des großen Pferdesports im Südharz.

Quelle: Harzkurier 29.01.01

GPS-Koordinaten
N 51.5784° E 10.6315°